VfL Bochum

Vor HSV-Duell: Fast alle Mann an Bord beim VfL Bochum

Wurde beim KSV Baunatal brutal gefoult, hielt aber durch und will am Mittwoch wieder komplett trainieren: Simon Zoller.

Wurde beim KSV Baunatal brutal gefoult, hielt aber durch und will am Mittwoch wieder komplett trainieren: Simon Zoller.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  Nur ein Profi fehlte beim Training des VfL Bochum am Dienstag. Beim Spiel in Hamburg kann Trainer Dutt fast aus dem Vollen schöpfen.

Die Fast-Blamage im Pokal ist abgehakt, der Blick geht voraus beim VfL Bochum: Am Freitag steigt eines dieser gefühlten Bundesliga-Spiele. Und vor dem Duell beim Hamburger SV im Volksparkstadion kann Trainer Robin Dutt fast aus dem Vollen schöpfen.

Lediglich Simon Zoller konnte das Mannschaftstraining am Dienstag noch nicht mitmachen, will es aber am Mittwoch versuchen. Der Stürmer absolvierte nur ein Laufprogramm - nicht nur für Trainer Robin Dutt ist das fast schon ein kleines Wunder. Jedenfalls wurde Zoller am Samstag im Pokalspiel, beim 3:2 in Baunatal, von einer Grätsche hart getroffen, geradezu abgeräumt - ohne Konsequenzen für seinen Kontrahenten. Und fast ohne Konsequenzen für Zoller. „Gott sei Dank sind keine Bänder betroffen“, sagt Dutt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits drei Mal gewechselt, Zoller hielt mit dem später stark angeschwollenen Knie durch bis zum Schlusspfiff. „Er hat sich durchgebissen, von der Mentalität her war das super“, erhielt er für seinen Einsatz ein Sonderlob vom Coach.

Weilandt und Pantovic drängen beim VfL in die Startelf

Ob er beim HSV in der Startelf steht, wird sich zeigen, Alternativen gibt es einige. So könnten diesmal auch Tom Weilandt, bisher nur eingewechselt, und Milos Pantovic mit Sebastian Maier und Silvere Ganvoula das Offensivquartett bilden. Wieder dabei ist aber auch Danny Blum, ebenso wie Abwehrmann Saulo Decarli. Lediglich Maxim Leitsch steht auf keinen Fall zur Verfügung. Aber auch beim Verteidiger gibt es gute Nachrichten: Am Dienstag trainierte er erstmals seit Wochen wieder mit der Mannschaft. Bleibt er stabil, könnte er spätestens nach der Länderspielpause im September wieder eine Option sein.

Diese dürfte Saulo Decarli in Hamburg auf jeden Fall sein. Vermutlich kehrt der Innenverteidiger, als Abwehrchef verpflichtet, in die Viererkette zurück, in der auch Danilo Soares links hinten seinen Platz sicher hat. Denkbar ist, dass auch Armel Bella-Kotchap und Simon Lorenz im Team bleiben. Lorenz spielte im Training hinten rechts. Auf einer der Positionen, die besondere Sorgen bereitet. „Wir haben hier noch keine personelle Stabilität gefunden“, räumt Robin Dutt ein.

Dominik Baumgartner, von Haus aus Innenverteidiger, und Jordi Osei-Tutu, die Leihgabe aus London, sind jedenfalls aktuell nicht die Lösung des Problems. Osei-Tutu musste nach zwei Liga-Einsätzen von Beginn an im Pokal auf die Bank und wird dort vermutlich erst einmal bleiben. „Es geht nur über Trainingsarbeit, da muss er die Schritte nach vorne machen“, sagt Dutt. „Er muss sich reinarbeiten.“

Janelt kehrt wohl beim VfL Bochum ins Mittelfeldzentrum zurück

Einen Wechsel wird es wohl im Mittelfeldzentrum geben: Vitaly Janelt ersetzt Thomas Eisfeld, der als offensiverer Spieler in der Pokal-Partie beim Fünftligisten den Vorzug erhalten hatte. Nicht zum ersten Mal konnte er seine Chance nicht nutzen. In Hamburg wird wohl der defensivstärkere Janelt, wie gegen Bielefeld, neben Anthony Losilla beginnen.

Grundsätzlich zeigte sich Dutt aber gut erholt, nachdem er unmittelbar nach dem 3:2 in Baunatal äußerst angefressen war ob der schwachen Leistung seiner Mannschaft in allen Bereichen. Die Kernfrage, die sich aktuell stellt, sind die vielen Gegentore, acht in drei Pflichtspielen. Es ist die Gefahr, die jeder lange Ball des Gegners vor dem VfL-Kasten heraufbeschwört, die auch teamintern Sorgen bereitet. Ein Umstand, der dem Trainer nicht entgangen ist, der verbessert werden muss - ohne aber die bisherigen Stärken aus den Augen zu verlieren, erklärt der Coach.

Dutt nennt die bisherigen Stärken des VfL

Vor zwei Wochen noch sei die Knackpunkt-Frage gewesen, wer denn bitteschön Tore schießen soll für den VfL. Die Antwort lieferte Silvere Ganvoula. Jetzt ginge es um die mangelhafte Defensivarbeit. „Wir müssen die richtige Balance finden“, sagt der Trainer. Positive nennt er drei Aspekte: Sein Team strahle erstens Torgefahr aus und könne zweitens Spiele drehen - „dank unserer Fitness“, so Dutt. Und, drittens, dank der Qualität der verschiedenen Einwechselspieler, die gegen Bielefeld und in Baunatal neue Impulse setzen konnten.

Der Fokus, betont Dutt, liege nun voll und ganz auf dem Spiel beim HSV. „Natürlich“, so Dutt, „wollen wir punkten.“

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