Kommentar

Warum der Mut von Köln und Paderborn der Bundesliga gut tut

Fordert von seiner Mannschaft mutigen Fußball: Kölns Trainer Achim Beierlorzer.

Fordert von seiner Mannschaft mutigen Fußball: Kölns Trainer Achim Beierlorzer.

Foto: firo

Essen.  Die Aufsteiger Köln und Paderborn spielen forsch nach vorne. Das ist nicht nur aus sportlichen Gründen gut für die Bundesliga. Ein Kommentar.

Ein Star des 1. FC Köln wird am Freitag gegen Borussia Dortmund sein Debüt erleben: Hennes IX. Ein Neuzugang der, verzeihen Sie das Wortspiel, wohl richtig Bock auf die Saison hat. Denn Hennes gehört zur Rasse der „Bunten Deutschen Edelziegen“ und soll das neue Kölner Maskottchen sein, nachdem Hennes VIII. altersbedingt in den Ruhestand gegangen ist.

Das Schöne aber ist, dass sich die Kölner gegen Dortmund nicht nur auf die Glücksbringer-Qualitäten von Hennes verlassen, sondern ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollen. Er wolle „voll auf Attacke spielen“, hat Trainer Achim Beierlorzer angekündigt.

Es ist ein mutiger Ansatz für einen Aufsteiger, mit dem die Kölner zum Glück nicht alleine sind: Auch der SC Paderborn sucht sein Heil im Angriff und lieferte zuletzt dem Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen einen packenden Kampf.

Die Bundesliga muss unterhalten

Es kann der Liga nur gut tun, wenn sich die kleinen Klubs nicht vor Ehrfurcht in den Staub werfen, wenn es gegen die Größen der Liga geht, sondern frisch und frech nach vorne spielen. Die Bundesliga ist im 21. Jahrhundert längst auch ein Unterhaltungsbetrieb und unterliegt den entsprechenden Kriterien. Wenn es zu langweilig wird, wenn Mannschaften nur destruktiven Defensivfußball bieten, schaltet der Zuschauer um. Zur Premier League, zu Netflix und zu all den anderen mannigfaltigen Möglichkeiten, die die moderne Medienwelt bietet.

Natürlich wollen die Fans vor allem Siege ihrer Klubs sehen – aber genau das versprechen sich Köln und Paderborn ja von ihrem Ansatz: dass er die Chance auf Erfolg erhöht. Natürlich ist Köln gegen Dortmund so oder so Außenseiter, egal, wie frech und mutig man auftritt. Dass Angsthasenfußball aber wenig bringt, musste am ersten Spieltag der FC Augsburg feststellen: Der verbarrikadierte sich in Dortmund am eigenen Strafraum – und kassierte eine 1:5-Pleite.

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