Sommerreisen

Weite Welt statt über die Dörfer: Bundesliga auf Werbetour

Der FC Bayern München um Clubchef Karl-Heinz Rummenigge (l) und Jérôme Boateng (M.) wird wieder in die USA reisen.

Der FC Bayern München um Clubchef Karl-Heinz Rummenigge (l) und Jérôme Boateng (M.) wird wieder in die USA reisen.

Foto: dpa

Düsseldorf/Guangzhou  Sieben Bundesligaclubs gehen nach Saisonende oder zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf Weltreise. China steht hoch im Kurs, aber auch die USA sind ein großer und begehrter Markt.

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Kaum ist der Kampf um Punkte in der Fußball-Bundesliga beendet, beginnt die große Werbe- und Marketingtour der deutschen Clubs.

Die klassische Tingelei nach Saisonschluss über die Dörfer ist für viele Vereine längst Geschichte, heute zieht's die Topclubs der Liga in die Ferne.

China steht hoch im Kurs, Asien allgemein, aber auch die USA sind ein großer und begehrter Markt. Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt haben unmittelbar nach Saisonschluss eine Chinareise geplant, der VfL Wolfsburg musste seinen Hinflug aufgrund eines technischen Defektes am Flugzeug von Montag auf Dienstag verschieben. Schalke fährt zur Saisonvorbereitung dorthin.

Die Branchenführer Bayern München und Borussia Dortmund, die auch schon in Asien aktiv waren, verbringen in diesem Sommer einen Teil der Vorbereitung in den USA. Hertha BSC bricht am (heutigen) Montag Richtung Nordamerika auf, allerdings wie die Gladbacher ohne ihren Cheftrainer. Pal Dardai räumt von sofort an seinen Trainerstuhl.

Der ebenfalls ausscheidende Dieter Hecking hatte auch aus privaten Gründen um die Freistellung von der Reise gebeten. Pikant: Frankfurt, von Wolfsburg in der Tabelle auf Rang sieben verdrängt, bestreitet in Foshan ein Testspiel gegen den VfL.

Bereits zum vierten Mal sind die Schalker in China unterwegs. Der Club hat Kooperationspartner, ein Büro in Shanghai und will auch die Zusammenarbeit mit Sponsoren intensivieren. "China gehört zu unseren wichtigsten Zielmärkten außerhalb Europas. Wir haben uns dort etwas erarbeitet. Das wollen wir fortführen", sagte Marketingchef Alexander Jobst. Dabei soll es nicht darum gehen, das schnelle Geld zu machen. "Man muss sich auf Regionen konzentrieren und fokussieren und dort dann auch für drei bis fünf Jahre kontinuierlich Präsenz zeigen", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Michael Meeske.

Die Deutsche Fußball Liga unterstützt das Engagement der Clubs im Ausland. "Digitalisierung und Globalisierung werden dem deutschen Profifußball in den kommenden Jahren weitere Chancen eröffnen. Dazu gehört der Ausbau der Innovationsführerschaft im Bereich der technologischen Fortschritts ebenso wie die Präsenz in internationalen Märkten", erklärte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im Jahresreport 2019. Die DFL selbst hat Auslands-Dependancen in New York, Singapur und China zur Anbindung an die dortigen Märkte und zur Unterstützung der Bundesligaclubs auf ihren Touren.

Die beiden Topclubs Bayern und BVB hatten ursprünglich auch jeweils eine Asientour geplant, sind aber nun im Juli in den USA unterwegs und absolvieren dort attraktive Testspiele. Die Dortmunder treffen in Seattle auf den FC Liverpool und ihren ehemaligen Coach Jürgen Klopp.

"Die jetzt vereinbarten zwei höchst attraktiven Spiele an faszinierenden Spielorten und gegen so außergewöhnliche Gegner wie ein Spitzenteam der MLS sowie unsere langjährigen Freunde aus Liverpool haben uns zum Umdenken bewogen", erklärte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer.

Erstmals auf großer Tour ist Borussia Mönchengladbach, auch Hertha BSC reist in die Ferne. Die Berliner gehen auf US-Tour, die Gladbacher fliegen nach Guangzhou und Shanghai in China. "Als Berliner Verein war es unser Wunsch, in die USA zu gehen und sowohl den sportlichen Wettkampf zu suchen, als auch die internationale Weiterentwicklung der Marke Hertha BSC voranzutreiben", sagte Herthas Geschäftsführer Sport Michael Preetz. Die Borussen haben in Shanghai bereits ein Büro eröffnet und auch eine Fußballschule. "Nun möchten wir durch die Tour mit unserer Mannschaft verstärkt auf unsere Arbeit in China hinweisen, weitere Projekte anstoßen und unsere Kontakte vertiefen", erklärte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

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