Bundestrainer

Prokop will Neubeginn mit dem DHB-Team

Christian Prokop ist der Trainer der deutschen Handball-Männer.

Foto: dpa

Christian Prokop ist der Trainer der deutschen Handball-Männer.

Dortmund  Nach der schwachen EM in Kroatien ist vor der Heim-WM: Handball-Bundestrainer Christian Prokop muss bereits in den Testspielen Erfolge vorweisen, um die Debatte um seine Person einzudämmen.

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Der umstrittene Handball-Bundestrainer Christian Prokop kann nach der verpatzten EM weiter auf seinen Spielerstamm setzen.

"Es hat viele positive Treffen mit Nationalspielern gegeben, auch mit Bundesliga-Trainern und -Managern. Das war offen und positiv mit dem Ziel, die Kräfte für die WM zu bündeln", sagte der 39-Jährige bei einer Pressekonferenz in Dortmund. Auf die Frage, ob Spieler zurückgetreten seien, antwortete er mit einem deutlichen "Nein!".

Prokop hatte nach dem verpassten EM-Halbfinale in Kroatien seinen Posten erst nach längerer Debatte behalten dürfen, es sollen auch Akteure mit Rücktritt gedroht haben. Die Jobgarantie für Prokop, den der Deutsche Handballbund (DHB) im Vorjahr für 500.000 Euro aus seinem Vertrag beim SC DHfK Leipzig herausgekauft hatte, soll langfristig bis 2022 gelten.

"Ich möchte auf gar keinen Fall zurückschauen, sondern den Fokus auf die WM und die Vorbereitung legen", erklärte Prokop nun, sagte dann aber doch noch einen Satz zum enttäuschenden neunten EM-Platz: "Wir haben die besten Spieler nominiert, aber es in zwei Wochen nicht geschafft, so zu spielen, wie wir vorher gespielt haben."

Zum Aufgebot für die Test-Länderspiele gegen Serbien am 4. April in Leipzig und am 7. April in Dortmund gehört auch Finn Lemke von der MT Melsungen. Dessen Nicht- beziehungsweise dann Nachnominierung für die EM hatte im Januar für viel Wirbel gesorgt.

Axel Kromer, Sport-Vorstand des DHB, setzt auf "einen neuen Startschuss: Wir freuen uns sehr auf dieses reizvolle Doppel-Länderspiel gegen Serbien und auf die tollen Kulissen in Leipzig und Dortmund. Wir wollen unsere Fans begeistern und die Vorfreude auf die Heim-WM 2019 schüren." Der Verband verwies auch darauf, dass für Dortmund bereits 8500 von 10.000 Karten verkauft seien, in Leipzig seien 50 Prozent der Tickets weg.

Gegen Serbien ist Linksaußen Matthias Musche vom SC Magdeburg nach längerer Pause wieder dabei und soll den Kieler Rune Dahmke (Schambeinverletzung) ersetzen. Für den Rückraum wurden der Gummersbacher Simon Ernst nach seinem überstandenen Kreuzbandriss und der Leipziger Niclas Pieczkowski nach seiner Schulterverletzung nominiert. Der bei der EM nicht berücksichtigte Fabian Wiede (Füchse Berlin) gehört ebenfalls zum Aufgebot. Auf Rechtsaußen fehlt der Melsunger Tobias Reichmann (Schulterprobleme), dafür soll Tim Hornke vom TBV Lemgo zum Einsatz kommen. "Uns ist bewusst, dass der Fokus auf uns liegt, auch wenn wir im Moment keine Pflicht- und Qualifikationsspiele haben", sagte Kromer.

Nach den Spielen gegen Serbien steht am 6. Juni in München die Testpartie gegen den WM-Zweiten Norwegen an. Vom 7. bis 18. Juni geht es nach Japan mit zwei Spielen gegen die Auswahl des früheren Bundestrainers Dagur Sigurdsson. Nach der Auslosung für die Qualifikationsspiele zur EM 2020 im April stehen dann auch die Gegner für den Oktober fest. Die WM 2019 in Deutschland und Dänemark startet am 10. Januar mit dem Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft in Berlin.

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