WM in Deutschland und Dänemark

Deutsche Handballer ungeschlagen zum Halbfinale nach Hamburg

Deutschlands Handballer feiern mit dem Publikum den Sieg über Spanien.

Deutschlands Handballer feiern mit dem Publikum den Sieg über Spanien.

Foto: dpa

Köln  Die deutschen Handballer bleiben bei der Heim-WM auf einer Euphoriewelle. Im letzten Hauptrundenspiel gelingt ein Sieg gegen Europameister Spanien, der Mut für die Vorschlussrunde macht.

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Bundestrainer Christian Prokop stand mit einem seligen Lächeln an der Seitenlinie, als die deutschen Handballer von den begeisterten Fans mit La Ola aus ihrem "Wohnzimmer" Köln verabschiedet wurden.

Mit einer tollen Tore-Party gegen Europameister Spanien hat sich die DHB-Auswahl für das WM-Halbfinale gegen Norwegen in Stimmung gebracht und die Hoffnung auf die erste WM-Medaille seit dem Gold von 2007 weiter geschürt. Das Prokop-Team kam am Mittwochabend vor 19.250 Zuschauern zu einem 31:30 (17:16) und fährt als ungeschlagener Hauptrundensieger nach Hamburg. Dort geht es am Freitag (20.30 Uhr/ARD) im Duell mit dem Vizeweltmeister von 2017 um das Endspielticket.

Im zweiten Halbfinale treffen Co-Gastgeber Dänemark und Rekord-Weltmeister Frankreich aufeinander. Bester Werfer im Duell mit den Spaniern, die lediglich um Rang sieben spielen, war Fabian Böhm mit fünf Toren.

"Wir wollten uns nicht gegen den Sieg wehren", meinte Prokop nach dem knappen Erfolg. "Wir wollten uns mit einem guten Gefühl verabschieden und mit Rückenwind nach Hamburg reisen." Kreisläufer Jannik Kohlbacher verneigte sich symbolisch vor den erneut begeistert mitgehenden Zuschauern: "Danke an die Fans. Ohne euch hätten wir das nicht so hinbekommen. Was hier abgegangen ist, war Weltklasse!"

Bei der Europameisterschaft im Vorjahr waren beide Teams ebenfalls im letzten Hauptrundenspiel aufeinander getroffen. Doch anders als vor zwölf Monaten, als die DHB-Auswahl mit einer 27:31-Niederlage ihre Medaillenchance vergab und als enttäuschter Neunter abreiste, hatte sie dieses Mal schon vor dem Anpfiff das Ticket für das Halbfinale sicher. Die Norweger profitierten von der 26:30-Niederlage der Schweden gegen die Dänen.

Dennoch verzichtete Prokop zu Beginn auf personelle Experimente. Lediglich Hendrik Pekeler erhielt eine Verschnaufpause und wurde im Abwehr-Innenblock durch Finn Lemke ersetzt. Für den schwer verletzten Martin Strobel, der nach seinem gegen Kroatien erlittenen Kreuzband- und Innenbandriss am Dienstag operiert worden war, rückte Paul Drux auf die Spielmacherposition.

Nachdem Titelverteidiger Frankreich zuvor beim 20:23 gegen Kroatien seine erste WM-Niederlage seit sechs Jahren kassiert hatte, konnte sich die deutsche Mannschaft im Kampf um den Gruppensieg sogar eine Pleite mit sieben Toren leisten. Trotz der komfortablen Ausgangslage begann die Prokop-Truppe schwungvoll. Schon früh riss Gensheimer die Zuschauer mit einem sensationellen Kontertor zum 2:1 von den Sitzen.

Nach zwölf Minuten kam dann der für Strobel nachnominierte Tim Suton zu seinem WM-Debüt und führte sich wenig später mit seinem ersten Tor gleich gut ein. Auch Pekeler durfte nun mittun, weil Prokop munter durchwechselte. Bereits nach 20 Minuten waren bis auf Steffen Weinhold, der nach seiner Zerrung im Adduktorenbereich noch nicht ganz fit zu sein scheint, alle deutschen Spieler im Einsatz. WM- Neuling Suton machte seine Sache sehr gut. "Es war auf jeden Fall ein super Einstand. Ich habe mich zwei Tage darauf gefreut - und das es so gut geklappt hat, war natürlich super", sagte der Mann vom TBV Lemgo.

Während die Defensive dem Europameister oft ungewohnt viele Lücken bot, lief es im deutschen Angriffsspiel ganz ordentlich, so dass die Partie im ersten Durchgang ausgeglichen blieb. "Wir spielen super vorne. In der Abwehr haben wir noch ein bisschen Luft nach oben, müssen unseren Torhütern etwas mehr helfen", befand Teammanager Oliver Roggisch in der Pause.

Während Prokop sein Team in der Kabine auf die zweite Halbzeit einschwor, feierten die Fans auf dem Parkett die Weltmeister von 2007. Und stimmungsvoll ging es weiter. Torwart Silvio Heinevetter zeigte nun gleich mehrere Glanzparaden - und vorne wurde weiter Druck gemacht. Lohn war eine erstmalige Vier-Tore-Führung beim 23:19 nach 41 Minuten. Erst in der Schlussphase ließ die Konzentration etwas nach.

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