Handball-Bundesliga

Dramatik im Handball: Der letzte Spieltag wird zum Krimi

Sebastian Hinze kann den Bergischen HC in den EHF-Pokal führen.

Sebastian Hinze kann den Bergischen HC in den EHF-Pokal führen.

Foto: Oliver Hardt

Solingen.   Das Fernduell zwischen Flensburg und Kiel um den Titel, der Bergische HC im Kampf um Europa und Gummersbach in Abstiegsnot. Ein Überblick.

In Sebastian Hinze brodelt die Vorfreude. Wegen Sonntag, aber vor allem wegen des anstehenden Urlaubs. Der Trainer des Handball-Bundesligisten Bergischer HC hat eine anstrengende Saison hinter sich. Gebeutelt von Verletzungen türmten sich in seinem Team von Woche zu Woche neue Baustellen auf. Häufig musste er improvisieren, Pläne wanderten in die Mülltonne, weil dann doch wieder alles anders kam. „Kompliment, wie die Mannschaft damit umgegangen ist“, sagt Hinze.

Und am Sonntag wird sie vielleicht auch noch das Zünglein an der Meisterwaage spielen, wenn sie im Düsseldorfer ISS Dome den Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt empfängt (15 Uhr/Sky). Nicht nur das: Unter Umständen kann sich der BHC sogar noch für den EHF-Pokal, den zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb, qualifizieren — sensationell als Aufsteiger.

Fernduell zwischen Flensburg und Kiel

Währenddessen wollen sich die Flensburger im Saisonfinale die zweite Meisterschaft in Serie sichern. Dafür genügt bereits ein Remis. Selbst ein Sieg des Verfolgers THW Kiel gegen den Zwölften TSV Hannover-Burgdorf würde dann nicht zum Titel reichen. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Trotzdem bleibt ein Fünkchen Hoffnung“, sagt THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler.

Die Bergischen Löwen sind als Tabellensiebter punktgleich mit den Füchsen Berlin (6.), die am Sonntag die HSG Wetzlar (10.) empfangen. Damit ist klar: Der BHC wird, um die Berliner oder MT Melsungen (5./gegen Lemgo) noch zu überholen, den großen Favoriten aus dem Norden schlagen müssen. „Wenn wir eine Chance haben wollen, dann müssen wir ins Tempospiel gehen und die einfachen Tore erzielen“, meint der 40-jährige Hinze. „Wir haben das Maximale aus dieser Saison herausgeholt, wenn wir gegen Flensburg unsere Leistung bringen.“ Egal, was am Ende dabei herausspringt.

VfL Gummersbach kann noch absteigen

Mittendrin im verzweifelten Ringen um den Klassenverbleib steckt der Traditionsklub VfL Gummersbach. Der Drittletzte muss in einem Abstiegsfinale zum Vorletzten SG BBM Bietigheim. Beide sind punktgleich (13:53). Ein Remis reicht dem um 20 Tore besseren VfL — sofern der Tabellenletzte Eulen Ludwigshafen (12:54) nicht bei GWD Minden gewinnt.

Es ist also alles bereitet für ein spannendes Saisonfinale. „Von der Dramaturgie hätte die Saison nicht besser laufen können“, sagt Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga. Alle Partien werden um 15 Uhr angepfiffen. „So ein Finale haben wir uns gewünscht, das Spiel zum Schluss gegen Flensburg ist die perfekte Konstellation“, sagt auch Hinze. Und dann geht es in den wohlverdienten Urlaub.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben