WM 2022

Riesen-Zoff um Ronaldo-Tor: Jetzt äußert sich Adidas

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Der Katar-Report: Deutschland vor Finale gegen Costa Rica

Der Katar-Report: Deutschland vor Finale gegen Costa Rica

Funke-Reporter Sebastian Weßling berichtet über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die sich auf das letzte Vorrundenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar gegen Costa Rica vorbereitet.

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Essen.  Portugal diskutiert nach dem vorzeitigen Achtelfinal-Einzug vor allem das Tor zum 1:0. Cristiano Ronaldo wurde es nicht zugeschrieben.

Dieses Tor dürfte Portugal noch beschäftigen. Superstar Cristiano Ronaldo oder doch Bruno Fernandes - wer Portugals Treffer zur 1:0-Führung im WM-Gruppenspiel gegen Uruguay erzielt hat, konnten selbst die Beteiligten hinterher nicht zweifelsfrei sagen. „Ich habe gejubelt, als ob Cristiano das Tor gehört hätte“, sagte Fernandes, der laut Weltverband Fifa nach einigem Hin und Her als offizieller Torschütze geführt wurde. Fest steht jedenfalls: Durch den 2:0-Sieg im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Uruguay am Montagabend steht der Ex-Europameister vorzeitig im Achtelfinale der WM.

Diskutiert wurde anschließend vor allem über die Szene in der 54. Minute: Fernandes flankte, Ronaldo versuchte zu köpfen, der Ball ging rein. Ronaldo ließ sich feiern, doch ob der Kapitän den Ball noch berührt hat, konnten selbst die Fernsehbilder nicht auflösen. „Egal, wie man es bewertet, es ist dasselbe. Es ist wichtig, dass wir das Tor gemacht haben“, sagte Fernandes, der später noch per Handelfmeter zum 2:0 traf (90.+3).

Sami Khedira nimmt Ex-Mitspieler Cristiano Ronaldo in Schutz

Diskutiert wurde darüber anschließend emotional in der ARD. Während Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (40) und Nationaltorhüterin Almuth Schult (31) Ronaldo kritisierten, nahm ihn sein Ex-Mitspieler bei Real Madrid, Sami Khedira (35), in Schutz. Hitzlsperger meinte: "Das war nicht sein Tor, da kann er sich auch mal für seinen Kollegen freuen. Bei ihm wirkt es immer so, dass er beleidigt ist, weil es nicht sein Tor ist. Da muss er aber sagen: Hey Kollege, überragende Flanke, dein Tor, Glückwunsch, wunderbar. Und dazu ist er nicht in der Lage, das ist ein bisschen schade."

Daraufhin konterte Khedira: "Da habt ihr die Rechnung ohne Cristiano gemacht. Er kämpft um jedes einzelne Tor. Da ist sein Ego wieder, was ihn wahrscheinlich auch da hingebracht hat. Es war Bruno Fernandes' Tor. Da sind wir uns einig. Irgendwo im tiefsten Inneren weiß das Cristiano auch, aber er gibt kein Tor ab. Er will dann den, keine Ahnung, 4800. Treffer haben. Er freut sich aber trotzdem, dass sie gewonnen haben, oder?"

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Hitzlsperger widersprach nur teilweise. "Natürlich, das gibt ihm ja auch die Chance, im Achtelfinale zu spielen. Deswegen freut er sich, aber man merkt sofort, dass er denkt: War es nicht doch mein Tor? Da könnte er mal mehr gönnen."

Etwas anders scheint das Ronaldo sehen, der laut portugiesischen Medien nach dem Schlusspfiff mit Gesten bedeutete, er habe den Ball noch berührt. Mit einem weiteren Treffer würde der 37-Jährige Eusebios Rekord von neun WM-Treffern für Portugal einstellen. Portugiesische Medien meldeten in der Nacht, der Weltverband werde die Szene noch einmal neu bewerten und die Frage nach dem tatsächlichen Torschützen dann beantworten.

Am Dienstag gab es dann die Auflösung. Die Connected Ball Technology, die im „Al Rihla Official Match Ball“ von Adidas untergebracht ist, habe „definitiv keinen Ballkontakt von Cristiano Ronaldo für das Eröffnungstor des Spiels“ gezeigt, sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen auf Anfrage. Der 500-Hz-IMU-Sensor im Inneren des Balls ermögliche eine sehr genaue Analyse. „Es konnte keine externe Kraft auf den Ball gemessen werden, wie das Fehlen des "Herzschlags" in unseren Messungen und in der beigefügten Grafik zeigt.“ (fs/dpa)

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