1. bis 4. Liga

Klubs im Vergleich: So viel kostet ein Tag im Fußballstadion

Fans der Fußballvereine Borussia Dortmund und MSV Duisburg. Die Preise für Ticket, Bier und Bratwurst variieren im Pott zum Teil stark.

Fans der Fußballvereine Borussia Dortmund und MSV Duisburg. Die Preise für Ticket, Bier und Bratwurst variieren im Pott zum Teil stark.

Foto: dpa/firo / Collage Meinhardt

Essen.  Wo ist das Bier am teuersten? Wo gibt es die günstigsten Karten? In unserem Stadion-Check vergleichen wir die Preise der Erst- bis Viertligisten.

Es ist der Höhepunkt eines jeden Fußballfans: der Stadionbesuch. Nirgendwo sonst liegen sich wildfremde Menschen vor Freude in den Armen oder brechen gestandene Männer nach einem Abstieg in Tränen aus. Doch egal ob Meisterschaftsrennen in der Bundesliga oder grauer Alltag in der Regionalliga West – wer einmal im Stadion war, kommt in der Regel immer wieder.

Aber was kostet die Treue zum Verein? Wo greifen Fans für Tickets, Bratwurst und Bier am tiefsten in die Tasche? Wir haben die Stadionpreise der Revierklubs mal genauer unter die Lupe genommen – mit überraschenden Ergebnissen:

1. Kosten für Bier, Cola und Bratwurst

Fans des MSV Duisburg müssen jetzt stark sein: Stolze 4,38 Euro zahlen Zuschauer in der Schauinsland-Reisen-Arena umgerechnet für einen halben Liter Bier. Damit belegen die Zebras in unserem Vergleich den letzten Platz. Auch in den meisten anderen Stadien kostet ein Bier mindestens vier Euro. Nur in Dortmund (3,90 Euro) und Oberhausen (3,75 Euro) kommen die Fans etwas günstiger weg.

Gerade noch Letzter, jetzt einsame Spitze: Mit drei Euro für einen halben Liter Cola hat der MSV Duisburg den mit Abstand günstigsten Preis für Softdrinks. Zum Vergleich: In der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf zahlen Zuschauer der Fortuna und des KFC Uerdingen satte 1,30 Euro mehr.

Auch bei den Kosten für eine Bratwurst belegt die Merkur-Spiel-Arena den letzten Platz. Hier können vor allem die drei Regionalligisten Rot-Weiss Essen, Rot-Weiß Oberhausen und der VfB Homberg punkten: 2,50 Euro kostet der Pausensnack.

2. Kosten für Tages- und Dauerkarten

Wer eine Stehplatz-Tageskarte für Dortmund (17,70 Euro) oder Schalke (15,50 Euro) möchte, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. Die Nachfrage bei den beiden Bundesligisten ist riesig. Trotz des großen Zuschauerinteresses unterscheiden sich die Ticketpreise aber nur leicht von denen der beiden Drittligisten Uerdingen und Duisburg (beide 14 Euro). Die billigsten Tickets gibt es in Essen (9 Euro) und Homberg (8 Euro).

Bei den Stehplatz-Dauerkarten zeigt sich ein ähnliches Bild: Die drei Regionalligisten Oberhausen (140 Euro), Essen (126 Euro) und Homberg (120 Euro) können auch hier mit den günstigsten Preisen punkten. Eine weitere Auffälligkeit: Obwohl der KFC Uerdingen als Drittligist im gleichen Stadion wie Bundesligist Fortuna Düsseldorf spielt, sind die Tages- und Dauerkarten etwas teurer als bei der Fortuna.

Wer mit seinem Kind ins Stadion möchte, muss bei den Bundesligisten Dortmund (54,70 Euro) und Schalke (54,50 Euro) am meisten bezahlen. Die Familienkarten (ein Erwachsener plus ein Kind) der beiden Vereine sind mehr als doppelt so teuer als die Karten der Konkurrenz. In Gladbach (26,90 bis 54,50 Euro) variiert der Preis je nach Gegner.

Wichtiger Hinweis: In Bochum, Essen und Düsseldorf gibt es an der Tageskasse einen Zuschlag von bis zu vier Euro. Wer Geld sparen möchte, kauft sich seine Karte deshalb am besten ein paar Tage vorher. Fans des VfB Homberg sollten beachten, dass die Preise für ein Heimspiel in der Schauinsland-Reisen-Arena etwas teurer sind als die in der Grafik angegebenen Preise für ein Spiel im PCC-Stadion.

3. Kosten für das aktuelle Heimtrikot

Stolze 85 Euro kostet ein unbeflocktes Herren-Trikot bei den drei Bundesligisten Dortmund, Schalke und Gladbach. Auch in Düsseldorf kommen die Fans nicht viel günstiger weg (80 Euro). Im Mittelfeld liegen Bochum, Essen und Duisburg mit jeweils 70 Euro, klarer Spitzenreiter ist Regionalliga-Aufsteiger VfB Homberg mit 45 Euro.

4. Kosten für eine Mitgliedschaft

Wer Mitglied beim VfB Homberg werden möchte, zahlt 120 Euro im Jahr – rund doppelt so viel als beispielsweise in Dortmund (62 Euro) oder Duisburg (61 Euro). Auch beim Drittligisten KFC Uerdingen (100 Euro) zahlen Fans verhältnismäßig viel für ihre Mitgliedschaft.

Der VfL Bochum, Rot-Weiss Essen und der FC Schalke 04 unterteilen Erwachsene in mehrere Altersklassen. Mitglieder im Alter von 18 bis 29 Jahren zahlen auf Schalke nur 25 Euro im Jahr – Bestwert in unserem Ranking. Auch junge Erwachsene in Essen (30 Euro) und Bochum (40 Euro) dürfen sich auf Vergünstigungen freuen.

5. Kosten für einen Tag im Stadion

Um bei all den Zahlen und Grafiken nicht den Überblick zu verlieren, haben wir die Kosten für einen gewöhnlichen Tag im Stadion zusammengerechnet (Stehplatzkarte, Bier und Bratwurst). Wie viel geben Zuschauer unterm Strich für ihr Fußball-Erlebnis aus? Die Antwort: zwischen 14,67 Euro (Homberg) und 24,40 Euro (Dortmund).

Besonders auffällig: Mit Ausnahme von Borussia Dortmund (24,40 Euro) liegen die Bundes-, Zweit-, und Drittligisten preislich auf einem ähnlichen Niveau. Fans von Fortuna Düsseldorf (20,60 Euro) zahlen sogar etwas weniger als beim KFC Uerdingen (21,60 Euro) oder MSV Duisburg (21,38 Euro).

6. Kosten für einen Familienbesuch

Wer lieber mit dem eigenen Kind ins Stadion geht, sollte sich bei den einzelnen Vereinen auf große Preisunterschiede einstellen. Für zwei Familientickets, zwei Bratwürste, ein Bier und eine Cola zahlen Fans des FC Schalke stolze 68,70 Euro. Deutlich günstiger ist der Stadionbesuch hingegen in Oberhausen (27,50 Euro) und beim VfB Homberg (32,34 Euro).

Sieger im Preis-Leistungs-Verhältnis ist Fortuna Düsseldorf (40,20 Euro): Obwohl der Klub in der Bundesliga spielt, liegen die Kosten für einen Familienbesuch auf Zweit- bis Drittliga-Niveau. Auch Borussia Mönchengladbach kann bei Gegnern der Preisstufe D (40,90 Euro) mit einem günstigen Angebot überzeugen. Wer hingegen Heimspiele gegen Topklubs wie den FC Bayern oder Borussia Dortmund sehen möchte, zahlt im Borussia-Park einen Zuschlag von 27,60 Euro.

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