BSC Winterberg

Bob: Das eint Laura Nolte mit Schneiderheinze und Kiriasis

Bei ihrem Weltcup-Debüt in Winterberg belegen Bobpilotin Laura Nolte (rechts) und Anschieberin Deborah Levi (beide BSC Winterberg) den dritten Rang. In La Plagne rasen sie zu ihrem ersten Weltcup-Sieg.

Bei ihrem Weltcup-Debüt in Winterberg belegen Bobpilotin Laura Nolte (rechts) und Anschieberin Deborah Levi (beide BSC Winterberg) den dritten Rang. In La Plagne rasen sie zu ihrem ersten Weltcup-Sieg.

Foto: Falk Blesken

Winterberg.  Nach ihrem Weltcupsieg steht Laura Nolte (Winterberg) plötzlich in einer Reihe mit Bob-Stars wie Anja Schneiderheinze und Sandra Kiriasis.

René Spies weiß nicht nur qua Amtes, wovon er spricht. Er gehörte schließlich selbst zu den besten Bobpiloten der Welt, bevor er seine Karriere als Trainer startete. Mittlerweile ist der Winterberger Chef-Bundestrainer des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland – und erlebte beim Bob-Weltcup im französischen La Plagne etwas Historisches. Dazu sagte der 46-Jährige anerkennend: „Das musst du erstmal so herunter fahren.“

Die Bobpilotin, welche Spies lobte, ist die erst 21-jährige Laura Nolte vom BSC Winterberg. Sie startete in La Plagne zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Karriere im Weltcup – und gewann das Rennen mit ihrer Anschieberin und Vereinskameradin Deborah Levi mit neuem Bahn- und Startrekord.

Für den Bahnrekord sorgte das Duo bereits im ersten Lauf mit 1:00,67 Minuten. In Führung liegend gingen sie als letzter Bob der Konkurrenz in den zweiten Lauf und stellten zum Auftakt den erst kurz zuvor von Stephanie Schneider und Leonie Fiebig gelaufenen Startrekord von 6,35 Sekunden ein. Mit der zweitbesten Laufzeit verteidigten Nolte/Levi ihren Vorsprung souverän und sorgten für den ersten Weltcup-Sieg eines Bobs aus dem Sauerland seit etwa acht Jahren.

Medaillenkandidatin bei der WM

Im Herbst ihrer Karrieren wechselten damals Anja Schneiderheinze vom BSC Winterberg nach Erfurt und Sandra Kiriasis von der RSG Hochsauerland nach Stuttgart. Seitdem stand keine Pilotin aus dem Sauerland mehr ganz oben auf dem Weltcuppodest. Anna Köhler vom BSC Winterberg schaffte es 2018 lediglich zweimal als Dritte auf das Treppchen.

Den Triumph von Nolte/Levi bejubelte Winfried Stork, der Präsident des Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverbandes, deshalb besonders: „Ich bin begeistert. Ein solches Resultat ist für unseren Stützpunkt von großer Bedeutung“, sagte Stork. Am Ende siegte das Duo mit 0,21 Sekunden Vorsprung vor den Kanadierinnen Christine de Bruin/Kristen Bujnowski. Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg) und Leonie Fiebig (BSC Winterberg) kamen auf Rang drei. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Mariama Jamanka (BRC Thüringen) landete mit Annika Drazek (TV Gladbeck) auf Platz fünf.

„Ich bin nur froh und stolz“, sagte Laura Nolte nach ihrem ersten Weltcup-Sieg und ergänzte auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft ab Mitte Februar in Altenberg: „Ich hoffe, dass es bis zur WM in Altenberg so weitergeht.“ Bereits ihre Weltcup-Premiere in Winterberg hatte Nolte auf dem dritten Platz beendet. Da sie die etablierten Pilotinnen schon in der nationalen Selektion und bei der DM auf der Bahn in Altenberg beherrschte, mausert sich die aus Unna stammende und in Dortmund wohnende Studentin mehr und mehr zur Medaillenkandidatin bei der WM.

Nächste Station Innsbruck

So weit möchte René Spies allerdings noch nicht gehen. „Sie hat in La Plagne die Nerven behalten“, sagte der Cheftrainer, „und wir freuen uns erstmal, dass sie die Nominierung rechtfertigt.“ Am besten macht sie dies erneut beim nächsten Rennen in Innsbruck-Igls.

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