Skeleton

Jacqueline Lölling bei historischem WM-Triumph auf Rang zwei

Ein zufriedenes Damen-Trio: Siegerin Tina Hermann (Mi.), die Zweitplatzierte Jacqueline Lölling (li.) und die Drittplatzierte Sophia Griebel.

Ein zufriedenes Damen-Trio: Siegerin Tina Hermann (Mi.), die Zweitplatzierte Jacqueline Lölling (li.) und die Drittplatzierte Sophia Griebel.

Foto: Darryl Dyck/dpa

Whistler/Winterberg.   Der erste Dreifacherfolg in der WM-Geschichte – welche deutsche Pilotin gewann, wie es Jacqueline Lölling erging. Und was Alex Gassner schaffte.

Für einen Moment schien die Titelverteidigung wieder möglich zu sein. Denn nachdem Jacqueline Lölling, Skeleton-Pilotin der RSG Hochsauerland, bei der Weltmeisterschaft in Whistler in den ersten drei der insgesamt vier Läufe jeweils auf Rang zwei hinter ihrer Teamkollegin Tina Hermann gelegten hatte, traf Lölling Lauf vier perfekt. In 53.10 Sekunden stellte sie einen neuen Bahnrekord auf – und setzte Hermann vor deren Finaldurchgang unter Druck.

Allerdings hielt die Athletin vom WSV Königssee diesem Stand und holte sich nach 2016 überlegen ihren zweiten WM-Titel. Nach insgesamt vier Läufen hatte sie 0,38 Sekunden Vorsprung vor der Siegerländerin Jacqueline Lölling. Dritte wurde die Suhlerin Sophia Griebel – die damit die deutsche Machtdemonstration im Hochgeschwindigkeitskanal in Kanada und den ersten Dreifach-Triumph bei einer WM überhaupt perfekt machte.

„Es war ein schönes Rennen, wir waren alle auf Augenhöhe, aber Tina hat es verdient“, sagte Lölling, die mit Griebel unmittelbar zu Hermann lief, um die neue Titelträgerin zu feiern. „Im letzten Lauf hat alles zusammengepasst“, erklärte Lölling und sagte dann: „Jetzt fliege ich erstmal nach Hause und bin froh, ein paar Wochen zu Hause zu sein.“

Extra-Kraft durch anwesende Familie

Schließlich waren die vergangenen Wochen alles andere als normal für die 24-Jährige. Sie reiste vor dem Weltcup-Finale aus Kanada ab, da ihre Oma im Sterben lag. Erst kurz vor den Titelkämpfen in Whistler traf die Olympia-Zweite von 2018 wieder beim Team in Whistler ein. Zu den Rennen weilten auch ihre Eltern sowie Freunde an der Strecke in Kanada. „Das ist für mich sehr wichtig. Das ist eine riesige Unterstützung und gibt mir extra Kraft“, sagte Lölling.

Darum ist Gassners siebter Platz stark

Alexander Gassner, Skeleton-Pilot des BSC Winterberg, schloss eine für ihn wechselhafte Saison mit einem starken siebten Platz ab. Kurz vor Weihnachten hatte Chef-Bundestrainer Dirk Matschenz den Sauerländer aus dem Weltcup-Team gestrichen und ihn erst kurz vor den Titelkämpfen in das WM-Quartett berufen.

„Die vergangenen Wochen waren extrem schwer, weil du versuchst, deine Form aufzubauen, und nicht weißt, ob du tatsächlich nominiert wirst“, sagte Gassner vor der Abreise. In Whistler verpasste Gassners Teamkollege Christopher Grotheer mit Rang vier eine große Überraschung. Dem 26-Jährigen fehlte lediglich eine Zehntelsekunde zu Bronze. Der zweimalige Junioren-Weltmeister musste sich nur Titelverteidiger Martins Dukurs (Lettland) sowie Nikita Tregubow aus Russland und Olympiasieger Yun Sungbin (Südkorea) geschlagen geben.

Der Winterberger Gassner durfte unter den Umständen aber mit Rang sieben (+2,08) voll zufrieden sein. Für Deutschlands vermeintlichen Top-Piloten Axel Jungk (+2,28) reichte es nur zum völlig enttäuschenden zehnten Platz. Nachwuchsmann Felix Keisinger (+2,77) schloss als 13. ab.

„Ich konnte mich zum ersten Tag nochmal steigern und gute Fahrten zeigen“, sagte Gassner nach der Siegerehrung. Er ergänzte: „Ich kann zufrieden sein und bin super happy über den siebten Platz. Jetzt haben wir uns alle eine leichte Auszeit verdient. Aber die neue Saison kommt – und da wollen wir wieder angreifen.“

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