Biathlon

Maren Hammerschmidt: Das prognostiziert der Bundestrainer

Ein eher trauriger Blick: Maren Hammerschmidt, SK Winterberg, beim Weltcup in Ruhpolding. Laut Bundestrainer Kristian Mehringer gibt es dafür keinen Grund.

Ein eher trauriger Blick: Maren Hammerschmidt, SK Winterberg, beim Weltcup in Ruhpolding. Laut Bundestrainer Kristian Mehringer gibt es dafür keinen Grund.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Winterberg.  Die Saison ist für Biathletin Maren Hammerschmidt vorbei. Was Bundestrainer Mehringer über die Winterbergerin sagt - und welche Tipps sie gibt.

Er wollte sich nicht in die Karten schauen lassen. „Dort haben wir ja die Möglichkeit, bis zu acht Startplätze zu besetzen“, sagte Kristian Mehringer, Bundestrainer der deutschen Biathletinnen, vor Wochenfrist. Ob die Saison für Maren Hammerschmidt also vor dem Weltcupfinale in Oslo bereits beendet sei? „Wir müssen es abwarten“, antwortete der Coach vielsagend. Mittlerweile gibt es in dieser Frage nichts mehr abzuwarten.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist auch im Biathlon frühzeitig Schluss. Statt sich auf den – wahrscheinlichen – Start beim Weltcupfinale vorzubereiten, absolvierte die für den SK Winterberg startende Hammerschmidt ein letztes Rennen mit den deutschen Ski-Langläufern.

Comeback läuft anders als geplant

Doch wie bleibt die Saison der Sauerländerin in Erinnerung?

„Insgesamt war es für Maren kein leichtes Jahr“, sagte Kristian Mehringer auf Nachfrage und ergänzte: „Nach ihrer Verletzungsphase hat sie gesehen, wo sie steht.“

Die Verletzungsphase – sie zog sich nach einer Fuß-Operation über die gesamte Saison 2018/19. Zwar plante die Sauerländerin anfangs ein Comeback zu Beginn des vergangenen Jahres, doch als sich die Rückkehr mehr und mehr hinauszögerte, hakte Hammerschmidt die Saison komplett ab. Stattdessen fokussierte sie sich auf die Sommervorbereitung. „Ich bin im Mai in die Saison-Vorbereitung eingestiegen, ich habe super trainiert und konnte alle Rennen machen“, resümierte die 30-Jährige die Zeit bis zur Deutschen Meisterschaft, bei denen sie ihr Wettkampf-Comeback nach rund eineinhalbjähriger Pause feierte. Allerdings verpasste Hammerschmidt knapp die direkte Qualifikation für die deutsche Weltcup-Mannschaft – und ärgerte sich. „Ich wollte in das Weltcup-Team – und natürlich war ich erstmal enttäuscht, weil es nicht geklappt hat. Zudem war ich ja nicht meilenweit von einem Platz im Team entfernt“, sagte sie anschließend.

Dass sie nach ihrer langen Auszeit allerdings noch ein gutes Stück weiter als erhofft von der Weltspitze entfernt war, merkte die Sauerländerin bereits bei ihren Starts im zweitklassigen IBU-Cup. Zwar gelang das Comeback mit einem dritten Platz im Sprint in Sjusjoen, doch die Ernüchterung folgte prompt. Dennoch erklärte die Winterbergerin: „Ich habe richtig fighten können, ich bin voll in Angriffslaune. Der dritte Platz war ein gelungenes Comeback und es war wichtig zu zeigen: Hey, ich bin noch da!“

Es folgte noch vor Weihnachten das Comeback im Weltcup, die Rückkehr in den IBU-Cup – alles in allem eine emotionale Achterbahnfahrt, die mit dem Verpassen der Qualifikation für die Weltmeisterschaft endete.

Kleine Baustellen

„Ich denke, sie kann sehr viel aus dieser Saison für die nächste beziehungsweise für die weiteren Jahre lernen“, sagte Bundestrainer Kristian Mehringer: „Sie muss an kleinen Baustellen arbeiten, damit sie wieder voll konkurrenzfähig ist. Aber ich denke, sie ist jetzt eine Saison gelaufen und wird sich in der kommenden etwas leichter tun.“

In der Weltcup-Gesamtwertung belegte Hammerschmidt, deren Hauptproblem fehlende Spritzigkeit in der Loipe war, Rang 79, im IBU-Cup Platz zehn. „Wir schauen der nächsten Saison positiv entgegen“, sagte Mehringer noch und ergänzte quasi mit offenen Karten: „Und wir gehen davon aus, dass sie uns in der Nationalmannschaft weiter unterstützen kann.“

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