Springen bleibt ein Albtraum

Steffen Tepel und Stefan Tuss: Läuferisch top, auf Schanze schwach / Olympia ist das Ziel

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Winterberg. Sie marschieren im Gleichschritt. Und das Ziel ist klar: Die Winterspiele 2010 in Vancouver. Doch der Weg bis dorthin ist noch sehr weit. „Wir werden es trotzdem versuchen. Jeder hat eine Chance”, geben sich die Nordisch Kombinierten Steffen Tepel und Stefan Tuss vom Skiklub kämpferisch.

Beide Sportler leben inzwischen in Freiburg und trainieren in Hinterzarten im Schwarzwald. Steffen (23) beginnt ab 20. April mit dem Studium (Sportwissenschaften) und Stefan (21) ist ihm im Juni 2008 nach Freiburg gefolgt. „In Winterberg hätte ich ohne Steffen doch vornehmlich allein trainieren müssen. In Hinterzarten gibt es dagegen eine starke Trainingsgruppe um Olympiasieger Georg Hettich. Da kann man viel lernen und der Konkurrenzkampf motiviert”, begründet der Sportsoldat den Wechsel. Außerdem ist dort mit Jens Deimel noch ein weiterer Winterberger als Nachwuchscoach tätig. Tipps gibt es trotz der großen Entfernung immer noch von den Heimtrainer Dirk Drebs und Günter Abel. Und darauf wollen beide auch nicht verzichten. „Wenn wir in der Heimat sind, läuft das Training so wie früher ab”, ergänzt Steffen Tepel. Die heimischen Kombinierten blicken auf eine wechselhafte Saison zurück. Steffen konnte wegen einer Verletzung erst spät ins Training einsteigen. „Ich glaubte, dass ich mich sprungmäßig genug vorbereitet hatte. Doch das war zu optimistisch gedacht. Da hat die ganze Saison über wenig gestimmt” Am Ende sprangen als beste Platzierungen ein 24. Rang im Weltcup in Schonach und ein 3. Platz beim Continentalcup (COC), auch B-Weltcup genannt, in Vancouver heraus. Beschönigt wurde die Bilanz durch Gold im Einzel und Silber im Team bei der Studenten-WM. Allein auf's Laufen konnte sich der 23-Jährige verlassen. Hier fürchtet er auch Weltklasseleute wie Björn Kircheisen oder Sebastian Haseney nicht. „An guten Tagen habe ich sie schon geschlagen.” Bei neun Starts in dieser Saison war er siebenmal Laufbester, zweimal unter den besten Drei. Eine tolle Bilanz. Klar, dass er nun verstärkt am Sprung arbeiten muss, wenn er überhaupt eine Olympia-Chance haben will. „Ich muss im Training noch bissiger werden, darf nichts dem Zufall überlassen”, lautet die Devise. Mit ähnlichen Problemen schlägt sich Stefan Tuss herum. In der Loipe holte er stehts noch etwas heraus, wenn es an der Schanze mal wieder nicht klappen wollte. „Ich muss die Leistungen aus dem Training auch mal in den Wettkampf rüberbringen. Manchmal fehlen nur Kleinigkeiten. Wenn man glaubt, eine Sache ausgemerzt zu haben, kommt wieder eine andere. So fehlt es an Selbstsicherheit.” Mit gezieltem Traing will Stefan hier Abhilfe schaffen. Läuferisch ist er noch nicht ganz so weit wie der zwei Jahre ältere Steffen. Doch auch seine Bilanz kann sich sehen lassen: Bei allen COC-Starts gehörte er immer zu den zehn Schnellsten. Seine besten COC-Platzierungen: Dritter in Eisenerz, zweimal Vierter in Wisla. Bevor Ende April das Training wieder beginnt, geht es erst mal für drei Wochen in die USA. Urlaub machen. Sollte es mit den Olympia-Tickets (nur fünf von etwa 15 Aspiranten im A- und B-Kader treten die Vancouver-Reise an) nichts werden, bricht die Welt nicht zusammen. Denn nach 2010 werden so arrivierte Sportler wie Ackermann, Haseney und Hettich wohl aus Altersgründen zurücktreten. Das ist die Chance für den Nachwuchs und damit auch für Tuss und Tepel.

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