Judo

Szaundra Diedrich feiert Comeback und jagt Olympia-Ticket

Sie greift wieder zu: Szaundra Diedrich (rechts) kämpft hier vor Jahresfrist in Düsseldorf gegen die Belgierin Roxane Taeymans

Sie greift wieder zu: Szaundra Diedrich (rechts) kämpft hier vor Jahresfrist in Düsseldorf gegen die Belgierin Roxane Taeymans

Brilon/Köln.   Nach einer siebenmonatigen Verletzungspause feiert Judoka Szaundra Diedrich ihr Comeback. Welchen Dreikampf sie zum Vierkampf machen möchte.

Dieses Schicksaldatum nennt sie, ohne ansatzweise nachdenken zu müssen. „4. September 2018“, sagt Szaundra Diedrich. Es war ein Dienstag, an dem die sportliche Karriere der aus Brilon stammenden Judoka mal wieder einen herben Rückschlag erfuhr. Sie verletzte sich am linken Ellbogen und verabschiedete sich zur Reha von der Matte – bis jetzt.

Beim Grand Prix im türkischen Antalya feiert die 25-jährige Wahl-Kölnerin an diesem Samstag ihr internationales Comeback nach einer siebenmonatigen Pause. „Ich hoffe einfach, dass ich jetzt schnell wieder den Anschluss an die Weltspitze finde“, sagt Diedrich, die für den JC Bushido Köln startet, im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die Pause war natürlich ziemlich doof für mich.“

Denn Diedrich, die die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro nach einem Kreuzbandriss im Knie verpasste, will im kommenden Jahr im Zeichen der fünf Ringe in Tokio starten und sich somit ihren olympischen Traum erfüllen. Doch das – möchten neben der Sauerländerin in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm vor allem auch Laura Vargas-Koch, Giovanna Scoccimarro und Miriam Butkereit.

Aus Drei- einen Vierkampf machen

Diese vier Judoka liefern sich ein Fernduell um lediglich eine Olympia-Fahrkarte, da dem Deutschen Judo-Bund pro Gewichtsklasse nur ein Startplatz zur Verfügung steht. Und Diedrich, in der Weltrangliste hinter dem Trio viertbeste Deutsche, aber auf Rang 43 abgestürzt, startet zudem mit Verspätung in die Qualifikationsphase, die im Mai 2020 endet.

„Ich habe eben noch kein Turnier gekämpft, was für die Qualifikation zählt, während die nationale Konkurrenz schon gute Ergebnisse erzielen konnte“, sagt Szaundra Diedrich. Beim Grand Slam in Düsseldorf gewann zum Beispiel Miriam Butkereit Silber und am vergangenen Wochenende holte sich Laura Vargas-Koch, die Dritte der Olympischen Spiele 2016, beim Grand Prix im georgischen Tiflis den zweiten Platz.

In Antalya möchte Diedrich, deren Karriere einst beim TV Brilon begann, nun ihre Aufholjagd starten und den bisherigen Dreikampf zum Vierkampf ausweiten. Denn noch ist das Rennen um das Olympia-Ticket komplett offen. „Bisher zählen die Punkte nur zu 50 Prozent“, erklärt Diedrich, „ab Mai zählen sie zu 100 Prozent, so dass noch alles drin ist.“

Das sagt Diedrichs Trainer

Auch ihr Trainer am Olympiastützpunkt Rheinland in Köln, Martin Drechsler, ist optimistisch. „Wenn Szaundra komplett fit ist, und das ist sie, wissen wir, wozu sie in der Lage ist“, sagt er. Außerdem: „Die Quali ist wirklich lang. Da kann und wird noch viel passieren. Szaundra wird sicher noch ein gewichtiges Wort mitreden können.“

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