Rudern

Alexandra Föster: Mit klarer Ansage in das WM-Halbfinale

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Alexandra Föster, Top-Ruderin aus Meschede, startet an diesem Freitag bei der WM im Halbfinale.

Alexandra Föster, Top-Ruderin aus Meschede, startet an diesem Freitag bei der WM im Halbfinale.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Racice/Meschede.  Corona-Fälle, Zwist im Verband: Alexandra Föster (Meschede) blendet alles aus. Für sie gibt es im WM-Halbfinale nur ein Ziel. Das sagt sie klar.

Erneut warb Brigitte Bielig irgendwann um Nachsicht. „Wir befinden uns in einem Jahr des Neubeginns und des Übergangs. Von daher haben wir keine Wunder erwartet“, sagte die Cheftrainerin des Deutschen Ruderverbandes (DRV), nachdem sich bei der aktuell laufenden Weltmeisterschaft im tschechischen Racice weitere Boote aus dem Wettbewerb verabschiedet hatten. Die deutschen Hoffnungen ruhen einmal mehr – auf Alexandra Föster. Doch die Einer-Ruderin aus Meschede muss nicht nur ihre Gegnerinnen auf dem Wasser im Auge behalten.

Föster: „Weil wir es wollen“

An diesem Freitag (11.46 Uhr) rudert die 20-jährige Sauerländerin in ihrem Halbfinale um den Einzug ins A-Finale, in dem sie dann um eine Medaille kämpfen kann. Klare Favoritin im Lauf von Föster (RC Meschede) ist die Olympiasiegerin Emma Twigg (Neuseeland). „Alex hat auch weitere starke Gegnerinnen“, sagte Trainer Sebastian Kleinsorgen. Doch seine Athletin ergänzte selbstbewusst: „Wir fahren nicht ins Finale weil wir es können, sondern weil wir es wollen!“

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Nach den zurückliegenden Monaten weiß Föster, die für den Finaleinzug unter die besten Drei kommen muss, um ihr Potenzial. Beim Weltcupfinale in Luzern überraschte sie mit einem Sieg. Bei der U23-Weltmeisterschaft verteidigte sie ihren Titel. Und bei der Europameisterschaft im Rahmen der European Championships in München sicherte sie sich dank eines sensationellen Schlussspurts im Finale die Bronzemedaille. Föster – rudert auf der Erfolgswelle.

Training zahlt sich aus

Wenngleich ihr zu hohe Wellen auf der Regattastrecke noch das eine oder andere Mal Schwierigkeiten bereiten. Besonders bei der EM in München haderte die Sauerländerin mit den äußeren Umständen und musste den Umweg über den Hoffnungslauf ins Halbfinale nehmen. In Racice wirkte sich der Trainingsblock zwischen den beiden Saisonhöhepunkten in Dortmund aus, denn trotz Sturms gewann Föster ihren WM-Vorlauf souverän und ersparte sich die Zitterpartie.

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Dennoch verliefen die vergangenen Tage nicht sorgenfrei. „Wir haben versucht, uns körperlich fit zu halten“, erzählte Sebastian Kleinsorgen. Das bedeutete: Er fuhr mit seiner Ruderin jeden Tag vom Hotel in Prag zur Strecke, um dort zu trainieren. Im Hotel bemühte Föster das Spinningrad.

Die Corona-Gefahr

Gesund zu bleiben – das war die größere Schwierigkeit. „Erstaunlich ist, dass Corona für sehr viele Nationen wohl kaum noch eine Rolle spielt“, sagte Sebastian Kleinsorgen. Jeden Tag musste das Duo die 45-minütige Fahrt zur Strecke mit einem Bus zurücklegen. „Ein Mund-Nasenschutz wird trotz Pflicht von vielen Sportlern im Bus nicht getragen. Da wir uns den Transfer zur Strecke mit anderen Nationen teilen, ist hier die Gefahr einer Ansteckung besonders groß. Auch wenn wir geimpft sind, sind die Erinnerungen aus dem letzten Jahr noch präsent“, sagte Kleinsorgen weiter.

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Doch während um sie herum immer wieder Coronafälle gemeldet wurden, blieben Föster und ihr Trainer bislang verschont. „Im Achter gibt es aber einen Fall. Das macht die Gesamtsituation natürlich nicht entspannter“, erklärte Kleinsorgen. Das – und die Erfolglosigkeit des restlichen Teams. Selbst dem über Jahre erfolgreichen Achter droht Ungemach. Erstmals seit Peking 2008 könnte das Finale einer internationalen Top-Regatta ohne das DRV-Paradeboot stattfinden, wenn dieses im Hoffnungslauf an diesem Freitag patzt.

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