Leichtathletik

Beim 24-Stunden-Lauf in Arnsberg werden Grenzen ausgelotet

Traildorado in Arnsberg

Traildorado in Arnsberg

Foto: Ted Jones

Arnsberg.  In Arnsberg findet am Wochenende der 24-Stunden-Traillauf statt.

„24 Stunden am Stück laufen? Das ist doch Wahnsinn, das kann ich nicht“, denken sich laut Dr. Michele Ufer viele Menschen immer wieder, wenn sie zum ersten Mal vom Traildorado hören. Der Herdecker Extremläufer und Sportpsychologe organisiert gemeinsam mit einem Team aus etwa 40 Helfern den laut Ufer deutschlandweit ersten und bisher einzigen 24-Stunden-Traillauf. Die nächste Auflage steht nun von Samstag, 12., bis Sonntag, 13. Oktober, auf dem Programm.

Eines ist Michele Ufer wichtig zu betonen. „Die Teilnehmer müssen nicht die komplette Zeit durchlaufen“, erklärt er, der das Event im Arnsberger Wald als „schönes Grenzerfahrungslabor“ bezeichnet. Das Reizvolle an dem Lauf sei, „dass es keine Verlierer gibt. Man muss keine Angst haben, das Ziel nicht zu erreichen. Manche nutzen die Gelegenheit, ihre Grenzen auszuloten und ihre Leistung zu steigern. Andere lernen hier, mal bewusst einen Gang runter zu schalten. Auch dazu gibt es die Gelegenheit. Das ist total tiefenentspannt“, betont der Ultramarathonläufer.

Auf der 4,1 Kilometer langen Rundstrecke mit 140 Höhenmetern im Arnsberger Hasenwinkel kann demnach jeder Teilnehmer so viele Runden laufen, wie er oder sie möchte und auch jederzeit Pausen machen. „Jeder soll hier auf seine Art glücklich werden“, betont Ufer.

Alle Sportler sind willkommen

Dabei können die Teilnehmer auch ihr Tempo selbst wählen, die Grenzen zwischen Laufen und Walken seien fließend. Manche Läufer seien sehr viel auf Achse, legen 200 Kilometer und 6000 Höhenmeter zurück. Andere walken lieber in Ruhe, genießen die Strecke und machen zwischendurch längere Pausen. „Bei uns ist wirklich jeder willkommen, egal ob alter Hase, Einsteiger oder Wanderer. Am SGV-Jugendhof richten wir eine Art Basecamp mit üppig ausgestattetem Verpflegungsstand für die Sportler, Sitzmöglichkeiten, Live-Musik und Lagerfeuer ein“, erklärt Ufer.

Als zusätzliches „Schmankerl“ haben der Herdecker und sein Team die Deutsche Meisterschaft im 24-Stunden-Trailrunning (TRA) ausgerufen. „So etwas gab es vorher noch nicht. Wir haben das am Anfang mit einem Augenzwinkern gemacht. Hinterher haben wir auch den Kontakt zu Verbandsstrukturen gesucht, aber das war nicht zielführend. Darum machen wir jetzt unser eigenes Ding“, betont Ufer. Die Meisterschaft motiviere einige Sportler noch zusätzlich: „So kann es passieren, dass ein Teilnehmer nach einer längeren Pause wieder einsteigt und plötzlich neben einem DM-Teilnehmer herläuft, der schon zehn Stunden hinter sich hat. Das ist doch toll. So ergeben sich total motivierende und inspirierende Begegnungen“, sagt Michele Ufer.

Teilnehmerzahl bewusst begrenzt

Die Idee zum Traildorado war ihm nach seinem ersten Ultramarathon bei einem 24-Stunden-Lauf am Seilersee gekommen, sagt Ufer. „Das war total nett und entspannt. Aber die Strecke führte über Asphaltboden und durch ein Stadion. Das wollte ich anders machen, lieber mitten in der Natur.“ Nach Stationen in Dortmund und Breckerfeld ist Ufer mit seinem Team in Arnsberg fündig geworden. „Wir fahren richtig auf. Bei welchem Lauf gibt es schon frischen Chia-Pudding mit Granatapfelkernen?“, fragt er. Obwohl er von der landschaftlich schönen Gegen in Arnsberg begeistert ist, würde er den Traillauf in Zukunft gerne wieder näher an seiner Heimat Herdecke veranstalten. „Das wäre auch organisatorisch viel einfacher für uns.“

Doch jetzt steigt erstmal die Vorfreude auf den Lauf an diesem Wochenende. Die Teilnehmerzahl ist mit 200 Läufern bewusst begrenzt gehalten, erklärt Ufer: „Die Tickets sind eigentlich ausverkauft. Aber wer gerne mitmachen möchte, kann sich melden. Vielleicht können wir ja noch eine Ausnahme machen.“

Der Gewinner des Vorjahres, Fabian Breitsamer, tritt nun erneut an, um seinen Titel zu verteidigen. Er konnte mit 172,62 km und 5460 Höhenmetern das Rennen für sich entscheiden. Den Streckenrekord hält mit 201,39 km und 6370 Höhenmetern indes Tobias Hegmann (TSG Kleinostheim), der aber diesmal nicht startet.

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