Fussball

Berlinski und Hofmann ein (fast) unschlagbares Trainer-Team

Heiko Hofmann und Daniel Berlinski (rechts).

Heiko Hofmann und Daniel Berlinski (rechts).

Foto: FS

Lippstadt/Sauerland.   Sie sind das Trainer-Duo des SV Lippstadt 08: Die Sportredaktion hat ein Doppel-Interview mit Daniel Berlinski und Heiko Hofmann geführt.

Sie kamen, sahen und siegten. Zwei Trainer aus dem Fußball-Sauerland haben den SV Lippstadt 08 zur Oberliga-Meisterschaft und in die Regionalliga geführt. Die Sauerlandsportredaktion hat ein Doppel-Interview mit dem Marsberger Daniel Berlinski (32), seit Herbst 2017 Chef-Coach und Nachfolger von Stefan Fröhlich (ab Sommer Trainer des SV Brilon), sowie dem Herdringer Heiko Hofmann (43), seit Anfang des Jahres Co-Trainer in Lippstadt, geführt.
Tabellenelfter der Oberliga im Oktober 2017, Spitzenreiter und Aufsteiger am Saisonende. Was sich anhört wie ein Fußball-Märchen, ist Realität geworden. Was hat Sie, Daniel Berlinski, dazu veranlasst, von Landesligist RW Erlinghausen zum SV Lippstadt 08 zu wechseln?
Daniel Berlinski: Fakt ist, wenn man als Landesliga-Trainer die Chance bekommt, einen Oberligisten zu übernehmen, dann muss man nicht zweimal überlegen. Mein Dank an dieser Stelle gilt nochmals Hans-Joachim Watzke, dem Präsidenten von RW Erlinghausen, der mir trotz gültigem Vertrag keine Steine in den Weg gelegt hat.


Der SV Lippstadt 08 steigt nun zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte nach 2013 in die Regionalliga auf. Was hat sich in den vergangenen Monaten getan und was war der Schlüssel zum Erfolg?
Daniel Berlinski: Wir sind als Mannschaft ganz eng zusammengerückt. Wir haben versucht, das Kollektiv zu vermitteln und darauf hingewiesen, dass Einzelspieler nur wenig zählen. Das ist uns gut gelungen, zumal wir in der Winterpause auch die Physis der Spieler verbessert haben, mit harten aber herzlichen Trainingseinheiten. Die Jungs waren damit körperlich topfit, dazu hatten wir die nötige Qualität im Kader und am Ende hat es dann gereicht.


Welche Fußball-Philosophie kommt der von Daniel Berlinski am nächsten?Daniel Berlinski: Der Fußball, den ich sehen will, ist gekennzeichnet durch viel Ballbesitz, mit aggressivem Pressing und schnellen Balleroberungen.
Heiko Hofmann: Die Spielidee, die Daniel gerade genannt hat, ist auf die Mannschaft zugeschnitten und war der Schlüssel zum Erfolg.
Mit einem Sieg im Entscheidungsspiel gegen den SV Rödinghausen wäre für den SV Lippstadt 08 nach dem Titelgewinn in der Oberliga auch der Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde perfekt gewesen. Sehr traurig, angesichts der 1:3-Niederlage und der entgangenen Geldspritze von 159.000 Euro?
Daniel Berlinski: Natürlich hätte der Verein das Geld gut gebrauchen können, aber wir müssen uns nicht grämen. Rödinghausen war besser und hat verdient gewonnen. Für uns war das schon einmal ein Vorgeschmack, auf das, was uns künftig in der Regionalliga erwartet.


In der neuen Saison heißen die Gegner Alemannia Aachen, RW Essen und RW Oberhausen. Hat die Mannschaft die Qualität, um in der Regionalliga zu bestehen?Daniel Berlinski: Machen wir uns nichts vor, es wird schwer. Spielerisch können wir mit vielen Mannschaften mithalten, aber wir müssen uns weiter verbessern und zwar in erster Linie im Zweikampfverhalten. Wir müssen die Fehlerquote im Spielaufbau minimieren, nur dann haben wir eine Chance. Aber die Mannschaft ist jung und hat jede Menge Entwicklungspotential.


Mit Yannick Langesberg und Robin Hoffmann stehen zwei Neheimer im Kader des SV Lippstadt 08. Wie wichtig ist das Duo für das Team? Daniel Berlinski: Yannick ist als Innenverteidiger unersetzlich. Er hat eine überragende Saison gespielt. Man sagt nicht umsonst, die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. Der Junge hat einen nicht unerheblichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte. Robin hat uns leider in den letzten acht Wochen verletzungsbedingt gefehlt. Davor hat er oft bewiesen, wie wichtig er für uns ist. Er ist ein Führungsspieler, der ein Spiel an sich reißen kann. Ich hoffe, dass er zur Saisonvorbereitung wieder fit ist.
Schauen wir zurück auf Ihre ehemaligen Vereine. RW Erlinghausen hat die Landesliga-Saison auf Platz sechs beendet und der SSV Meschede den Klassenerhalt in der Bezirksliga geschaft. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Daniel Berlinski: Es freut mich tierisch, dass es noch so erfolgreich geworden ist für RW Erlinghausen. Ich wusste, die Mannschaft hat das Potential dazu. Mein Nachfolger, Sven Willeke, hat es aus ihr heraus gekitzelt. Sven ist der richtige Mann an der richtigen Stelle. Wir kennen uns sehr gut, denn wir sind auch Arbeitskollegen und wissen, wie der andere tickt.
Heiko Hofmann: Vielleicht war es gut, dass ich im Dezember 2017 beim SSV Meschede die Brocken hingeschmissen habe. Rafael Bremer hat noch einmal frischen Wind in die Truppe gebracht und am Ende freut es mich für ihn und die Mannschaft, dass der Durchmarsch in die Bedeutungslosigkeit verhindert werden konnte. Zum Schluss bitte folgenden Satz vervollständigen: Es macht Spaß mit Heiko Hofmann im Trainerteam zusammenzuarbeiten, weil... Daniel Berlinski: ... ich bei Heiko weiß, was ich an ihm habe. Wir kennen uns schon seit Jahren und waren immer im regen Austausch. Heiko hat sich in Lippstadt gut eingelebt und wir sind froh, dass er bei uns ist.


Es macht Spaß, mit Daniel Berlinski im Trainerteam zusammenzuarbeiten, weil... Heiko Hofmann: ... es zwischen uns passt. Daniel verfügt über eine enorme Fußball-Fachkompetenz. Er kann gut vermitteln und hat ein Händchen im Umgang mit den Spielern.

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