Fussball

Berlinski will nicht etwas machen, nur um etwas zu machen

Daniel Berlinski

Daniel Berlinski

Foto: Micha Korb

Marsberg-Erlinghausen.  Die Sauerlandsport-Redaktion hat mit dem Marsberger Daniel Berlinski unter anderem über seine sportliche Zukunft als Fußball-Trainer gesprochen.

Es ist ein wenig ruhiger geworden um Daniel Berlinski. Der 33-jährige Trainer aus Marsberg-Erlinghausen macht zurzeit vom Fußball Pause, nachdem er seinen Vertrag beim West-Regionalligisten SV Lippstadt 08 nicht verlängert hat.

„Die Pause fällt mir nicht schwer, denn die vergangenen eineinhalb Jahre waren sehr intensiv“, berichtet Daniel Berlinski. Der Sauerländer, der im polnischen Chorzow geboren ist, hatte den SV Lippstadt 08 in der Saison 2017/18 nach seinem Amtsantritt Mitte Oktober vom elften Platz in der Oberliga noch zur Meisterschaft und dem Aufstieg in die Regionalliga West geführt. „Das war schon ein kleines Wunder“, erinnert sich der Berlinski. „Ein noch größeres Wunder war dann der Klassenerhalt in der Regionalliga. Eigentlich war das nicht möglich, aber wir haben es trotzdem geschafft.“

Unterschiedliche Ansichten

Ab Sommer wollte Daniel Berlinski mit dem SV Lippstadt 08 nun eigentlich den nächsten Schritt machen. „Da gab es aber unterschiedliche Ansichten, was die Gestaltung der Zukunft anbetrifft. Am Ende war ich vom Projekt des Vereins nicht überzeugt und habe nach reiflicher Überlegung entschieden, in Lippstadt nicht weiterzumachen“, sagt der ehemalige Mittelfeldspieler von Landesligist RW Erlinghausen.

Seitdem hat Daniel Berlinski, der von der Sauerlandsport-Redaktion zweimal als HSK-Fußballer und einmal als Trainer der Saison ausgezeichnet worden ist, zahlreiche Anfragen von Beratern und Spielervermitteln erhalten. „Man hat schon gemerkt, dass der Erfolg der letzten Jahre Begehrlichkeiten geweckt hat“, teilt der A-Lizenz-Inhaber mit. „Zwei Angebote waren konkret, sind aber nicht zustande gekommen. Es muss ja auch familiär passen. Außerdem will ich nicht etwas machen, nur um etwas zu machen. Ich muss von der ganzen Sache schon zu 100 Prozent überzeugt sein“, unterstreicht der zweifache Familienvater, der sich jetzt in der Sommerpause Vorbereitungsspiele von Fußball-Zweit-, Dritt- und Regionalligisten anschauen wird – und danach erst einmal mit seiner Familie in den Urlaub an die Ostsee fährt. „Meine Frau und die Kinder sind in letzter Zeit viel zu kurz gekommen“, sagt Berlinski.

Nach dem Urlaub geht es dann in seinem Hauptberuf bei der Firma Watex in Marsberg weiter, wo er im Vertrieb als kaufmännischer Angestellter im Unternehmen von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke arbeitet. Inzwischen wird das Unternehmen, das Arbeits- und Schutzkleidung in Marsberg herstellt, von Watzkes Ehefrau Annette geführt. „Natürlich kenne ich ,Aki’, schon allein aus meiner Zeit als Spieler sowie Trainer bei RW Erlinghausen“, sagt Daniel Berlinski. „Damals war ,Aki’ mein Präsident und er ist auch heute noch Vorsitzender von RWE.“ Man kennt sich, man duzt sich. „Mehr ist da aber nicht“, betont Daniel Berlinski. Sein Ziel, mittel- und langfristig vom Beruf als Fußballtrainer leben zu können, verfolgt er weiter zielstrebig, aber ohne dabei auf den BVB-Boss als Fürsprecher zu setzen.

Hospitanz ist möglich

Wie geht es nun weiter mit Daniel Berlinski und seiner Karriere als Fußballtrainer? „Vielleicht werde ich im September eine Hospitanz bei einem Verein machen. Ich arbeite daran, spruchreif ist aber noch nichts“, erklärt der Pizza- und BVB-Fan und ergänzt: „Ansonsten will ich natürlich zeitnah wieder in den Trainerjob einsteigen. Der Zeitpunkt ist egal, zumal man das wenig beeinflussen kann. Denn der Trainermarkt hat nun mal seine eigenen Gesetze.“

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