Handball

Darum hält der TV Arnsberg am Oberliga-Coach der Frauen fest

Bislang zu selten durchsetzungsstark: Den Oberliga-Handballerinnen des TV Arnsberg (blaue Trikots) droht der Abstieg.

Bislang zu selten durchsetzungsstark: Den Oberliga-Handballerinnen des TV Arnsberg (blaue Trikots) droht der Abstieg.

Foto: Thomas Nitsche

Arnsberg.  In der Handball-Oberliga der Frauen droht dem TV Arnsberg der Abstieg. Was Abteilungsleiter Fabian Niehaus zur prekären Lage und dem Coach sagt.

Sind die Tage in der Oberliga für die Handballerinnen des TV Arnsberg gezählt? Es sieht jedenfalls ganz danach aus, dass die fünfte Saison in dieser Spielklasse für den Frauen-Marktführer im Hochsauerlandkreis gezählt sind, liegt er doch ohne Punktgewinn nach acht Runden und einem miserablen Torverhältnis von Minus 84 auf dem letzten Platz. TVA-Abteilungsleiter Fabian Niehaus nimmt im Gespräch mit dieser Zeitung Stellung zur kritischen Lage. Er spricht über den Trainer und mögliche Perspektiven.

In der Vorsaison noch sind die TVA-Frauen in der Anfangsphase gar Spitzenreiter gewesen, jetzt schleppen sie die Rote Laterne mit sich herum, haben gegen die direkte Konkurrenz um den Klassenverbleib verloren und derzeit recht wenig Aussichten, bis zur Winterpause zu punkten. Wie ist dieser Abwärtstrend zu erklären?

Fabian Niehaus: Für uns kam das keineswegs überraschend, denn wir haben ja einen personellen Umbruch hinter uns und wussten, welche Risiken die Verjüngung des Teams mit sich bringen.

Ihnen war also klar, dass das Team so weit unten stehen würde?

Natürlich hatten wir gehofft, konkurrenzfähiger zu sein, aber wir mussten den kurzfristigen Abgang von Jule Bachen zum ASC Dortmund ebenso verkraften wie die Kreuzbandrisse von Miriam Köster, die ja erst mit Meisterschaftsbeginn wieder einsteigen konnte, und Marie-Sophie Miese, die ebenso wie die junge Mutter Melina Dielitz noch gar nicht einsatzfähig ist. Entsprechend groß war der Schock, als sich Delia Topp in der Vorbereitung einen Finger brach. Sie ist als Führungsspielerin eigentlich unverzichtbar. Dass sich nach wenigen Wochen auch Sina Wolf verabschiedet hat, um nach Ruhrtal zurückzugehen, hat unsere personellen Alternativen weiter eingeschränkt.

Mittlerweile aber sind bis auf Marie-Sophie Miese und Melina Dielitz alle Spielerinnen fit und auch Hannah Vorberg kehrte zurück. Trotzdem setzte es zuletzt in Dortmund eine deftige 15:37-Rekordschlappe. Gibt es da überhaupt noch Hoffnung, dem Abstieg zu entgehen?

Die Partie in Dortmund lasse ich bei der Bewertung mal außen vor, denn wenn man sich von vorneherein keine Erfolgschance ausrechnet, lässt auch mal der Einsatzwille nach. Wir wissen, dass eine Mammutaufgabe vor uns steht, denn die lange Misserfolgsserie nagt natürlich am Selbstvertrauen der Spielerinnen, die sich wenig zutrauen und so ihr wahres Offensivpotenzial nicht abrufen. Aber aufgeben ist für uns keine Option. Wir werden alles versuchen, um in der Oberliga zu bleiben, dazu gehören auch Überlegungen, uns im Winter extern zu verstärken. Das wird allerdings, wenn überhaupt, im ganz kleinen Rahmen geschehen, denn wir haben einen hervorragenden Nachwuchs und bleiben unserer Linie treu, eigene Kräfte für die erste Mannschaft auszubilden und dort auch spielen zu lassen.

Wie groß ist Ihr Vertrauen in den erst im Sommer verpflichteten Trainer Oliver Maaßen?

Der Trainer steht bei uns außerhalb jeglicher Diskussionen. Es sprich für ihn, dass er sich bei der Analyse selbst in Frage gestellt hat, aber der Vorstand und, besonders wichtig, die Mannschaft selbst ist fest davon überzeugt, dass es keine bessere Lösung gibt und wir den Weg gemeinsam gehen – notfalls auch in der Verbandsliga.

Wäre ein Abstieg nicht sogar besser, um die eigenen Talente rascher integrieren zu können und sportlich wieder positive Schlagzeilen zu produzieren?

Natürlich kann man solche Überlegungen anstellen, aber mit Plan B beschäftigen wir uns erst, wenn es so weit ist. Ich bleibe dabei: Der Verbleib in der Oberliga ist das erklärte Ziel, denn auf diesem Niveau lernen unsere Spielerinnen am meisten. Der Kernpunkt unserer Aktivitäten im Winter wird sein, einen erneuten Umbruch der Mannschaft für die kommende Saison zu vermeiden. Am liebsten würden wir alle behalten, denn ich bin mir sicher, dass dieser Kader großes Entwicklungspotenzial hat.

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