Fußball

Die Generalabsage und die Sperren im Kreis Arnsberg

Im Fußballkreis Arnsberg ruht nach der Generalabsage an diesem Wochenende der Punktspielbetrieb in der A-, B-, C- und D-Kreisliga.

Foto: WAZ / FotoPool Kurt Michelis

Im Fußballkreis Arnsberg ruht nach der Generalabsage an diesem Wochenende der Punktspielbetrieb in der A-, B-, C- und D-Kreisliga. Foto: WAZ / FotoPool Kurt Michelis

Arnsberg.   In den Fußball-Kreisligen im Kreis Arnsberg ruht am Wochenende nach der Generalabsage der Ball. Die Meinugen dazu sind geteilt.

In den Fußball-Kreisligen im Kreis Arnsberg ruht am Wochenende der Ball. Nach der Generalabsage des Kreisvorstandes geht es mit dem Punktspielbetrieb in der A-, B-, C- und D-Liga erst nach dem 12. November weiter.

Der Kreisvorstand des Kreises Arnsberg hatte sich zu dem drastischen Schritt der Spieltagsabsage entschlossen, weil es seit Saisonbeginn nicht nur zwei Spielabbrüche nach tätlichen Angriffen gegen den jeweiligen Schiedsrichter gegeben hatte (D-Liga-Partie Balve III - Erlenbruch II und B-Liga-Partie Langscheid II - Neheim II), sondern weil es auch immer wieder zu Pöbeleien sowie Beschimpfungen gegen die Unparteiischen, Spieler und Offiziellen auf und außerhalb des Sportplatzes gekommen war.

Zumindest in der A-Liga Arnsberg gibt es geteilte Meinungen zur Generalabsage. Aufgrund der Zehn-Tage-Regelung umgehen beispielsweise alle Spieler, die am vergangenen Wochenende die fünfte Gelbe Karte gesehen hatten, durch die Generalabsage eine Sperre. Außerdem haben am 18. Februar 2018, wenn der abgesetzte Spieltag nachgeholt wird, die Westfalen-, Landes- und Bezirksligen noch Pause. So könnten Reserve-Teams auf Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft zurückgreifen.

Kuhlmann: „Regelwidrig und falsch“

„Ich halte die getroffene Absetzung für regelwidrig und falsch. Schon aus Gründen der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung müssten die Spiele der unbeteiligten Mannschaften und Vereine stattfinden. Hier kommt es durch den Ausfall vieler Orts zu Benachteiligungen und Beeinträchtigung des Wettbewerbs. Es werden die Falschen bestraft“, erklärt Tim Kuhlmann, Fußball-Abteilungsleiter von A-Liga-Spitzenreiter TuS Bruchhausen. „Wenn man den Schiedsrichtern den Rücken stärken will, muss man endlich einmal den Schutzmantel für Tätervereine ablegen und die verantwortlichen Vereine und Teams bestrafen.“

„Wir verurteilen die Vorfälle auf das Schärfste und hoffen, dass sich der junge Schiedsrichter durch diese Dummköpfe nicht von seinem Weg abbringen lässt. Die Kollektivstrafe ist aber ein falsches Signal, weil man damit die Falschen bestraft“, sagt Andreas Düllberg, 1. Vorsitzender des A-Ligisten SV Arnsberg 09. Gleicher Meinung ist Mehmet Kurt, Trainer von Arnsberg 09: „Ich finde die Entscheidung nicht in Ordnung, da andere Vereine, die nichts damit zu tun hatten, durch die Generalabsage benachteiligt werden. Ich hätte an Stelle des Fußballkreises Arnsberg eine Strafe gegen die beteiligten Vereine verhängt. Solidarität ist schön und gut, aber was können die Spieler in den anderen Ligen dafür, wenn solche Idioten sich nicht auf oder auch außerhalb des Spielfeldes benehmen können?“

Als falsch bezeichnet auch Niko Blüggel, Sportlicher Leiter der SG Balve/Garbeck, die Absetzung: „Am 18. Februar ist erfahrungsgemäß ein Spielbetrieb, wenn überhaupt, nur vereinzelt möglich. Nebenbei hat man in den laufenden Spielbetrieb eingegriffen, was Sperren oder verletzte Spieler angeht. Nur wegen einzelner Idioten in vier Ligen einen kompletten Spieltag zu streichen, halte ich für den falschen Weg.“

Fußball lebt von Emotionen

Michael Ternes, Vorsitzender des Fußballausschusses des Kreises Arnsberg und zudem Staffelleiter der A-Liga, hat die Stimmen zur Kenntnis genommen und teilt kurz und knapp mit: „Ganz ehrlich: Wer so argumentiert, der hat nicht verstanden, worum es uns eigentlich geht. Wir wollen, dass Spieler, Offizielle und Zuschauer sich wieder besinnen, dass Fußball zwar von Emotionen lebt, aber nicht von Pöbeleien, Beschimpfungen und tätlichen Angriffen. Der Abbruch in Langscheid hat am Ende das Fass zum Überlaufen gebracht.“

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