Handball

Die Kellerkinder sind im Aufwind

Die Spieler des TV Neheim bejubeln ihren Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Die Spieler des TV Neheim bejubeln ihren Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Foto: Thorsten Heinke

Sauerland.  Die beiden heimischen Kellerkinder TV Neheim und HV Sundern haben in der Handball-Bezirksliga der Herren Erfolgserlebnisse gesammelt.

Kleine Revolution der heimischen Kellerkinder in der Handball-Bezirksliga: Während der dringend benötigte Heimsieg des TV Neheim im Derby gegen den VfS Warstein durchaus zu erwarten war, kommt der Erfolg des HV Sundern über den bis dahin erst einmal (in Arnsberg) bezwungenen Spitzenreiter HSG Herdecke/Ende einer Sensation gleich.

TV Neheim – VfS Warstein 27:25 (16:15). Aufatmen beim TVN, als er beim Warmmachen registrierte, dass die Warsteiner weiterhin auf ihre Torjäger Schröder und Becher verzichten mussten und daher im Rückraum also ebenso wie die Neheimer selbst nur eine Wechsel-Alternative besaßen.

Allerdings kamen die Hausherren denkbar schlecht aus den Startlöchern und lagen schon mit 0:4 in Rückstand, ehe Moritz Pater mit einem auch erst im Nachwurf verwandelten Siebenmeter den Bann brach. Mit zwei schnellen Gegenstößen verkürzten die Klinkemeier-Schützlinge auf 3:4, aber ihre Abwehrarbeit blieb verbesserungswürdig, was zum 6:10 führte.

Danach aber kam der TVN ins Rollen, kombinierte nun dynamischer. Zwar hatte der auf halbrechts eingesetzte Warsteiner Lars Schmidt zu viel Platz, konnte seine Farben noch dreimal in Front bringen, aber zur Pause führten die Neheimer bereits, weil Linkshänder Caruso einen Konter über den linken Flügel erfolgreich abschließen konnte. In Durchgang zwei lief es von Beginn an besser für den TV Neheim. Die aufmerksame Abwehr hatte mit den ideenlosen Warsteiner Angriffen nur selten Probleme, zudem konnte sich Keeper Baukmann mehrfach auszeichnen. Kochs „Not-Heber“ landete via Innenpfosten zum 20:16 im Netz, Felix Pater und Caruso erhöhten später auf 26:19. Der Ex-Landesligist schien besiegt, setzte aber durch seine Youngster N. Schmidt und Kreisläufer Becher zu einer Aufholjagd an, während den Neheimern sichtbar die Puste ausging. Von daher war das 27:22 durch den starken Kreisläufer Thorben Frohne Gold wert.

TV Neheim: Grau, Baukmann; Koch (8/4), T. Frohne (4), S. Frohne (3), F. Pater (3), Caruso (3), M. Pater (2), Coeppicus-Röttger (2), Ilskens (1), Spitthoff (1).

HV Sundern – HSG Herdecke/Ende 21:18 (15:10). Erneuter Paukenschlag des HV Sundern, der nach Attendorn jetzt auch den zweiten starken Mitaufsteiger und derzeitigen Spitzenreiter bezwang. Und das, obwohl er doch auf Leistungsträger Maassen verzichten musste. „Die Jungs haben gekämpft wie die Löwen und sicher davon profitiert, dass uns Herdecke unterschätzt hat“, bemühte sich HV-Trainer Frank Schaden um Erklärungen für den verblüffenden Spielverlauf.

Sein Topschütze Spielmann und Keeper Vucic, der im Zuge dieser Begegnung vier Siebenmeter abwehrte, waren die herausragenden Protagonisten einer Mannschaft, die den Favoriten mit einem 10:4-Start (12.) überraschte und sich in der Folge auch nicht vom Herdecker 15:15-Ausgleich schocken ließ. Mit geduldigen Offensivaktionen gelang es den Hausherren danach, wieder auf 19:16 zu enteilen und mit dem 21:18-Heimsieg die Aussichten auf den Klassenverbleib weiter zu erhöhen.

HV Sundern: Vucic, Bies; Spielmann (11/2), Schindler (3), Beste (3/2), Grote (2), Bartenstein (1), Hemsath (1), Brechmann, Behme, Waelter, Maas, Noss.

SG Ruhrtal vergibt drei Siegchancen

Kleiner Flecken auf die bislang makellose Heimbilanz: Im Topspiel der Handball-Bezirksliga hat sich die SG Ruhrtal mit einem Remis gegen die SG Attendorn-Ennest begnügen müssen. Derweil hatte der TV Arnsberg in der Partie bei der HSG Gevelsberg-Silschede II das Nachsehen.

SG Ruhrtal – SG Attendorn-Ennest 26:26 (13:12). Vor voller Tribüne in der Oeventroper Ruhrtalhalle liefen die Hausherren in Halbzeit eins lange hinterher. Die Gäste brachten Ruhrtals Offensive durch permanente Manndeckung für Spielmacher Alex Blanke ins Stocken. Vor allem die linke Angriffsseite blieb blass, während Struwe und Röttger aufdrehten und wesentlich dazu beitrugen, dass aus dem 9:11 (22.) ein 13:11 (27.) wurde. In Durchgang zwei startete der Aufsteiger erneut besser. Vor allem der Halblinke Müller bereitete der Ruhrtaler Abwehr Kopfzerbrechen. Nach dem 15:19 (39.) griff auch SGR-Coach Frank Moormann zum Mittel der Sonderbewachung für Regisseur Domjanic.

In der dramatischen Schlussphase wollte nach dem 26:26 durch Tilmann Weber (56.) kein Tor mehr fallen. Kurios: Die Hausherren scheiterten in Überzahl beim finalen Angriff sage und schreibe dreimal am Attendorner Torgestänge. SGR: Basler; Struwe (7), Röttger (6), Blanke (5/3), T. Weber (2), Probst (2), Lehmenkühler (1), Gräbener (1), Bauerdick (1), Schmidt (1), M. Weber, Rapude, Weiss.

HSG Gevelsberg-Silschede II – TV Arnsberg 30:24 (14:12). „Das Ding haben wir im Angriff vergeigt“, befand Arnsbergs Trainer Frank Mähl. Seine ersatzgeschwächte Mannschaft war zu sehr auf die Abschlüsse von Goalgetter Johannes Dame angewiesen, weil Phillipp Mähl unter Form agierte. Nach ausgeglichener erster Hälfte verschaffte sich Gevelsberg durch den überragenden Cramer (11) zum 18:14 ein erstes Polster. Und weil beim Gast Yannick Mähl verletzt ausschied, war an eine Wende nicht zu denken.

TV Arnsberg: Mittelstädt, Rüther; Dame (9), P. Mähl (4/3), Y. Mähl (3), Erk (3), Pauleck (2), P. Capristo (1), Röhrig (1), D. Capristo (1), Fischer, Regniet, Giacosa.

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