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Golfclub Sauerland: Präsidentin Gehring hat alles im Griff

Will dem Verein permanente Strahlkraft verleihen: Dr. Frauke Gehring, Präsidentin des GC Sauerland.

Will dem Verein permanente Strahlkraft verleihen: Dr. Frauke Gehring, Präsidentin des GC Sauerland.

Foto: Georg Giannakis

Arnsberg-Herdringen.  Frauke Gehring ist als Präsidentin des Golfclubs Sauerland eine Alleskönnerin. Das hat die Neheimerin seit Amtsantritt bereits geleistet.

Ideen haben und diese umsetzen – das ist das Credo, welches Dr. Frauke Gehring seit ihrem Amtsantritt als Präsidentin im Jahr 2012 verfolgt, um dem Golfclub Sauerland, der deutschlandweit einer der wenigen Golfclubs ist, der über eine 10-Loch-Platzanlage verfügt, so eine permanente Strahlkraft zu verleihen.

Vorhaben in die Tat umgesetzt

Vor allem eines war und ist der promovierten Ärztin, die fernab des großflächigen und stilvollen Golfsportareals nahe des Herdringer Jagdschlosses als niedergelassene Allgemeinmedizinerin in Neheim ihre berufliche Tätigkeit ausübt, sehr wichtig: „Ich wollte nicht mehr, dass wir als elitärer Kreis in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ich habe den Fokus bewusst darauf gelegt, dass wir uns nach außen hin mehr und mehr öffnen und den Golfsport für Jedermann zugänglich machen“, betont die 60-Jährige, die dieses Vorhaben inzwischen auch in der Tat umgesetzt hat.

Das ständige „Ärmelhochkrempeln“ hat sich in den vergangenen Jahren ausgezahlt. Zahlreiche Aktionen, in enger Zusammenarbeit unter anderem mit dem Stadtsportverband Arnsberg und mit diversen Schulen aus der Umgebung, haben dem Golfclub Sauerland einen gehörigen Mitgliederzuwachs beschert. „Zuletzt haben wir 50 bis 60 Mitglieder dazu gewinnen können. Damit können wir sehr zufrieden sein“, erklärt sie.

Als sogleich erste Frau, die in der seit 1958 bestehenden Clubhistorie das Amt der Präsidentin bekleidet, hat Frauke Gehring gemeinsam mit ihrer Vorstandsriege im Verein viel bewegen und mit entsprechenden Investitionen die Attraktivität der idyllisch gelegenen Anlage steigern können. Dass sie die einzige Frau im ansonsten von Männern dominierten Führungskollektiv ist, damit haben sowohl Frauke Gehring als auch ihre männlichen Kollegen überhaupt keine Probleme. „Wir schätzen uns sehr und verstehen uns super. Die Arbeit macht mir viel Freude, auch wenn man am Abend manchmal mit Sorgen ins Bett geht. Schließlich haben wir eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wir leiten hier quasi ein eigenständiges Unternehmen mit entsprechendem Finanzvolumen. Da muss man immer mit 100 Prozent bei der Sache sein“, sagt die Präsidentin vom Golfclub Sauerland.

Im März 2020 ist Schluss

Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin ist ein wahres Multitalent. „Vollgas“ gibt sie nicht nur alltäglich in ihrer Arztpraxis und auf dem Golfplatz, sondern sie bringt sich mit ebenso viel Elan in einem Kammerchor als Sängerin ein und ist zudem als freie Journalistin aktiv. „Ich schreibe unter anderem für die zweitgrößte deutsche Ärztezeitung (Medical Tribune; Anmerkung der Redaktion) eine Kolumne. Früher habe ich auch für das Focus-Magazin geschrieben und Beiträge für den Fernsehsender Sat1 gemacht. Das machte mir immer schon viel Spaß“, berichtet Gehring.

Hut ab, vor dieser bemerkenswerten und beinahe unerschöpflichen Agilität. Trotz genügend körperlicher und geistiger Energie wird Frauke Gehring im März kommenden Jahres ihr Amt als Präsidentin niederlegen. „Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Ich möchte meine vielen anderen Interessen nicht zu kurz kommen lassen. Außerdem verreisen mein Mann und ich gerne. Wir wollen noch viel von der Welt sehen“, gibt sie offen zu.

Ihre große Leidenschaft für den Golfclub wird aber nie abreißen. „Der Club liegt mir sehr am Herzen. Künftig werde ich wieder vermehrt selbst den Schläger in die Hand nehmen und als aktive Spielerin in Aktion treten. Und weit habe ich es ja zum Golfplatz nicht. Ich wohne quasi um die Ecke und bin in fünf Minuten am Gelände“, verrät sie und bekräftigt schmunzelnd und zugleich mit einem kurzen Augenzwinkern: „Mit einem Handicap von 18,9 kann ich mich auf dem Platz durchaus auch mal blicken lassen. Dass nur 15 Prozent der Golferinnen in Deutschland besser sind als ich, stört mich eigentlich nicht.“

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