Handball

Ein Bezirksliga-Derby in Neheim mit ganz viel Prestige

Augen zu und durch: Sören Frohne (Mitte) ist einer der zentralen Leistungsträger des TV Neheim. Er wird nun gegen den TV Arnsberg gefordert.

Augen zu und durch: Sören Frohne (Mitte) ist einer der zentralen Leistungsträger des TV Neheim. Er wird nun gegen den TV Arnsberg gefordert.

Foto: Nitsche

Arnsberg/Sundern.  Es wird ein heißes Lokalduell zwischen den Handballern des TV Neheim und TV Arnsberg in der Bezirksliga. Landesligist SG Ruhrtal spielt auswärts.

Bereits der zweite Spieltag der Handball-Bezirksliga der Herren beschert den heimischen Fans ein reizvolles Derby: Zur ungewohnten Anwurfzeit prallen am Sonntag, 22. September, um 18 Uhr die Lokalrivalen TV Neheim und TV Arnsberg aufeinander. Auch die Fans des HV Sundern werden erst für den Sonntag mobilisiert, wenn ihr HVS zum Saisoneinstand Neuling HVE Villigst-Ergste II erwartet.

HV Sundern – HVE Villigst-Ergste II (So., 16.45 Uhr). Ursprünglich hätte die Partie in Schwerte stattfinden sollen, doch es kam zum Heimrechttausch, was Trainer Frank Schaden wohlwollend registriert: „In unserer Halle sind die Erfolgschancen sicher deutlich größer, denn die HVE-Reserve ist ja Harzbenutzung gewohnt und muss sich dementsprechend umstellen.“ Schaden war durchaus beeindruckter Augenzeuge des HVE-Saisonstartes, der fast mit einem Paukenschlag, nämlich einem Sieg in Wickede, geendet hätte. „Ich kenne die Mannschaft noch von gemeinsamen Partien in der Kreisliga und muss sagen, dass sie sich ohne größere personelle Veränderungen deutlich weiterentwickelt hat“, lobt Schaden die Arbeit seines Kollegen Christian Scharf.

Der HVS-Coach weiß aber auch, dass diese positive Einschätzung ebenfalls auf sein Team zutrifft, das als Liganeuling vergangene Saison fast allen Gästeteams das Fürchten lehrte. „Wir müssen den Druck auf die Villigster Deckung hochhalten und sie zusätzlich mit unseren Steilangriffen beeindrucken“, lautet Schadens taktische Vorgabe. Maassen und Lammert sind im Gegensatz zum Pokal dabei und somit spielt der HV Sundern bis auf Hemsath in seiner Bestformation.

TV Neheim - TV Arnsberg (So., 18 Uhr). Nachbarschaftsduelle stehen schon deshalb unter einem besonderen Stern, weil Stärken und Schwächen des Gegners bestens bekannt sind und der Heimvorteil geringe Bedeutung hat. So ging im Vorjahr jeweils der Gast als Sieger vom Feld – eine Konstellation, die sich Neheims Trainer Klaus-Dieter Erbuth nicht wieder wünscht, denn nach dem missratenen Start mit 39 Gegentoren in Gevelsberg soll sein Heimeinstieg mindestens einen Punkt bescheren. „Wir kennen ja die Rückraum-Qualitäten des TVA und lassen uns allerhand einfallen“, verspricht Erbuth eine mutige Abwehrformation. Der TVN wolle mit offensiven Spielsystemen von 3:2:1 bis 3:3 den Kombinationsfluss der Gäste stören und vor allem Distanzwürfe von Torjäger Johannes Dame verhindern.

Diese Aussage bereitet Frank Mähl, Trainer des TVA, keine Sorgen. „Wir sind darauf vorbereitet“, so Mähls Antwort. Für die eigene Defensive setzt der erfahrene Trainer auf eine 6:0-Formation, da er die Anspiele an Neheims Kreisläufer Torben Frohne und Durchbrüche der bestens aufeinander eingespielten Pater-Brüder verhindern will.

Was die individuellen Fähigkeiten anbelangt, gibt es durchaus Parallelen. So zählen jeweils die Linksaußen (Hannes Koch und Yannick Mähl) ebenso zu den Leistungsträgern wie die Spielmacher Moritz Pater und Phillipp Mähl. Frank Mähl hat das erste Erbuth-Spiel beim TV Neheim verfolgt und meint: „Eine so schwache erste Hälfte wie im ersten Spiel dürfen wir uns nicht leisten.“

Landesligist SG Ruhrtal will „Power und Präzision zeigen“

Der Mann mit der Videokamera, der am vergangenen Samstag in Arnsberg-Oeventrop das Handball-Landesliga-Debüt der SG Ruhrtal gegen Eintracht Hagen III gefilmt hat, war kein anderer als Sascha Schmoll, Trainer der TS Evingsen, die an diesem Samstag (18.30 Uhr) die SGR empfangen.

Er dürfte ziemlich beeindruckt gewesen von der Power und Präzision, mit der die Ruhrtaler zum 35:25-Kantersieg kamen. Einen Erkenntnisvorsprung hat er allerdings kaum, denn auch SGR-Coach Frank Moormann ließ die Altenaer bei ihrem missratenem Saisonstart in Voerde (28:37) beobachten. „Die haben eine Halbzeit lang voll dagegengehalten, sind dann allerdings eingebrochen. Das heißt für uns, dass wir von Beginn an mit viel Tempo ans Werk gehen und darauf setzen, den längeren Atem zu haben.“

Dass auch sein Team in Abschnitt zwei stark nachließ, führt Moormann auf Leichtfertigkeiten aufgrund der klaren Führung zurück. „Wir müssen in puncto Konzentration und Konstanz etwas drauflegen“, fordert er. Froh ist der SGR-Coach über den gelungenen Einstieg von Zugang Tobias Tillmann: „Seine Shooterqualitäten hat er auch im Training schon unterstrichen. Durch ihn sind wir für unsere Gegner noch unberechenbarer.“ Nur Humpert und Bauerdick fallen weiter aus.

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