Fußball/Leichtathletik

FLVW-Kreischef Michael Schütte: „Die Zeiten werden härter“

Michael Schütte, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Hochsauerlandkreis, wünscht sich eine dritte Amtszeit.

Michael Schütte, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Hochsauerlandkreis, wünscht sich eine dritte Amtszeit.

Foto: Tobias Aufmkolk

Sauerland.   Michael Schütte, Chef des Fußball- und Leichtathletikkreises HSK, spricht über Herausforderungen, eine eingleisige A-Liga und eine Fusion.

Der Kreistag des Fußball- und Leichtathletikkreises Hochsauerlandkreis findet am Samstag, 13. April, um 15 Uhr in der Schützenhalle in Schmallenberg-Fleckenberg statt. Kreischef Michael Schütte spricht im Vorfeld der Pflichtveranstaltung für die Vereine unter anderem über die Herausforderungen der nächsten Jahre, eine eingleisige Kreisliga A und darüber, wie er zu einem Zusammenschluss mit dem FLVW-Kreis Arnsberg steht.


Michael Schütte, wie fällt Ihr Fazit nach Ihrer zweiten Amtszeit als Kreisvorsitzender aus?Michael Schütte: Die Zeiten werden härter. Damit meine ich die Bereitschaft, sich in Funktionärsämtern einzubringen. Wir brauchen jedoch einen funktionierenden Kreis, ansonsten gibt es auf Kreisebene keinen geregelten Spielbetrieb. Außerdem war und ist es schwierig, Dinge auf den Weg zu bringen und umzusetzen. Vielleicht muss man daher einfach ab und zu damit zufrieden sein, zu erhalten anstatt zu gestalten, wobei ich dies nicht unbedingt negativ meine und sehe. In kleinen Schritten kann man manchmal mehr erreichen, als wenn man allen zu viel zumutet.


Sie stellen sich trotzdem erneut zur Wahl. Die Aufgabe muss Ihnen immer noch Spaß machen, oder?
Grundsätzlich macht die Aufgabe Spaß. Ich habe als Kreisvorsitzender sowohl im Kreis als auch darüber hinaus im Verband Menschen getroffen, die ich ohne dieses Amt nie kennengelernt hätte. Allerdings muss ich auch sagen, dass das Amt schon anspruchsvoll und zeitintensiv ist. Vom Kreistag 2016 bis 2019 habe ich nachgehalten, dass ich annähernd 200 Termine im Kreis für und mit unseren Vereinen wahrgenommen habe. Dazu kommen noch die Termine in Kaiserau. Negativ sind aus meiner Sicht die vergangenen Vorfälle von Auseinandersetzungen auf dem Sportplatz, die im Nachgang stattfindenden Kreissportgerichtssitzungen und dann ganz besonders das Nachkarten der Beteiligten. Das geht schon ab und an unter die Haut, vor allem wenn es Vorwürfe gibt, die unsachlich und durch nichts zu begründen sind. Da zweifelst Du schon ab und an, ob Du das wirklich weitermachen willst. Dennoch: Zumeist überwiegen die positiven Dinge.


Wird es beim Kreistag in Schmallenberg-Fleckenberg Veränderungen im Vorstand geben und wenn ja, welche?
Es wird im Kreisvorstand, sofern die Delegierten unseren Vorschlägen folgen, keine großartigen Veränderungen geben. Josef Osebold vom SuS Reiste, ein langjähriger verdienter Mitarbeiter sowohl des Kreises Hochsauerlandkreis, als auch davor im Kreis Meschede, hört auf eigenen Wunsch auf. Er hatte in den vergangenen Jahren das Amt des Freizeit- und Breitensport-Ausschussvorsitzenden inne. Der Verband hat aber eine neue Vorstandsstruktur beschlossen und aus dem Freizeit- und Breitensport-Vorsitzenden ist jetzt der Ausschussvorsitzende für Vereins- und Kreisentwicklung geworden. Hier wird es, wie im Kreis Arnsberg, in dem der Posten beim Kreistag vakant geblieben ist, schwierig sein, diese Position zu besetzen. Alle Angesprochenen haben bisher abgewunken. Vielleicht passiert ja in der Versammlung noch etwas. In den Ausschüssen und der Sportgerichtsbarkeit wird es auch einige personelle Änderungen geben. Beim Kreissportgericht wird beispielsweise Johannes Rütten als altgedienter und ein für mich sehr verlässlicher und von mir geschätzter Vorsitzender aufhören.


Wo liegen die größten Herausforderungen in den nächsten Jahren? Ich glaube, die liegen, neben dem Werben um das Funktionärsamt, im sportlichen Bereich. Schaut man mal auf das Mannschaftssterben, damit meine ich den Rückgang der am Spielbetrieb teilnehmenden Teams, dann kann einem schon Angst und Bange werden. Schauen wir dann auf die Entwicklung im Juniorenbereich, dann sieht man dort, dass die Spielgemeinschaften immer größer werden und dennoch die Anzahl der Spieler zum Teil nicht ausreicht, um alle Altersklassen zu besetzen. Das wird sich dann auch irgendwann im Seniorenbereich niederschlagen, so dass nicht unbedingt zu erwarten ist, dass die Mannschaftsabmeldungen drastisch zurückgehen.

Was könnten da Lösungen sein? Wir werden früher oder später bestimmt wieder über die Klasseneinteilungen nachdenken müssen.Wir haben aber nicht nur Fußballer, sondern auch Leichtathleten im Kreis. Während unsere Fußballer zum größten Teil tolle Sportanlagen haben, herrschen bei den Leichtathleten ganz andere Sorgen und damit meine ich die hier zur Verfügung stehenden Sportstätten und Anlagen. Aktive und Vereine bemängeln zu Recht die fehlenden Sportstätten, um vernünftige Leichtathletikveranstaltungen durchführen zu können. Hier müssen unsere beiden Kreise – da die Leichtathleten mit dem Kreis Arnsberg einen gemeinsamen Ausschuss bilden – vielleicht noch ein wenig enger zusammenrücken und gemeinsam mit der Politik sowie den Vereinen versuchen, Verbesserungen zu erreichen.

Im FLVW-Kreis Hochsauerlandkreis gibt es zwei Fußball-A-Ligen. Nach der Saison finden Relegationsspiele zwischen den Ost- und West-Meistern statt. Wäre es nicht sinnvoll, eine gemeinsame A-Liga zu bilden? Der Meister würde direkt in die Bezirksliga aufsteigen, der „Vize“ an einer Relegationsrunde teilnehmen – und es gäbe wohl mehr Spannung. Ein altes Thema – immer wieder aktuell. Eine eingleisige A-Liga wäre aus meiner Sicht ein guter Unterbau zur Bezirksliga. Letztlich haben sich unsere Vereine im Anschluss an den vergangenen Kreistag mehrheitlich für die Beibehaltung der zweigleisigen A-Liga ausgesprochen. Diese demokratische Entscheidung ist zu akzeptieren. Das bedeutet jedoch auch, dass es weiter Relegationsspiele gibt.

Und diese Relegationsspiele gefallen längst nicht jedem... Ende Mai kommt immer wieder die Diskussion auf, wie ungerecht dies ist, dass ein Meister – oder nennen wir ihn hier mal Gruppensieger – nicht aufsteigt. Letztlich, rein sachlich gesehen, steigt der Meister auf. Denn der A-Liga-Meister ist die Mannschaft, die sich in der Aufstiegsrelegation durchsetzt. Wir haben zurzeit 1,5 Aufsteiger und so wird der Verlierer um die A-Liga-Meisterschaft damit auch weiter Relegationsspiele gegen den Vize-Meister der eingleisigen A-Liga aus dem Kreis Siegen/Wittgenstein austragen. Ob wir auch weiter 1,5 Aufsteiger haben werden, entscheidet sich auch dadurch, wie sich die Teammeldungen entwickeln.

Fusion befürwortet

Dass sich eines Tages die FLVW-Kreise Arnsberg und Hochsauerlandkreis zu einem Großkreis zusammenschließen werden, hält Michael Schütte, Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikkreises Hochsauerlandkreis, für ein durchaus mögliches Szenario. „Man soll nie Nie sagen. Vor der Kreisfusion der Altkreise Meschede und Brilon zum Hochsauerlandkreis ist dies ja wohl schon Thema gewesen.“

Zu seinen Arnsberger Kollegen und insbesondere zum Kreischef-Kollegen Uli Lemmer pflege er „ein sehr gutes Verhältnis. Ich schätze insbesondere Uli Lemmer sehr. Wir verstehen uns sehr gut. Grundsätzlich fände ich es persönlich gut, wenn der politische Hochsauerlandkreis mit dem sportlichen Hochsauerlandkreis übereinstimmen würde. Das ist aber zunächst einmal meine rein persönliche Meinung und darüber ist bislang in keiner Weise gesprochen worden“, betont Michael Schütte.

Zwei Wünsche

Sollte er an diesem Samstag beim Kreistag des FLVW-Kreises Hochsauerlandkreis wie erwartet als Vorsitzender wiedergewählt werden, dann würde Schütte in seine dritte Amtsperiode starten. Hätte er für diese Zeit einen Wunsch frei, dann wünsche er sich „weniger Auseinandersetzungen auf unseren Sportplätzen“, sagt Schütte: „Damit meine ich sowohl körperliche als auch verbale Attacken. Da hatten wir in der Vergangenheit leider einige negative Beispiele.“ Zudem hofft er, dass künftig alle Funktionärsämter besetzt werden, um so die Arbeit aufteilen zu können. „So verliert der Einzelne auch nicht die Lust auf das Amt“, sagt Michael Schütte.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben