Fußball

Gestatten: Das ist der SC Neheim!

Muntere Zweikämpfe, so dass der Sand auf dem Kunstrasen im Binnerfeld aufpeitscht: In dieser Szene nehmen es die Neheimer David Wagner (vorne links) und Lukas Wulf (hinten links) mit der Abwehr des Oberligisten TSG Sprockhövel auf. Am Ende kommt der SC verdient eine Runde weiter.

Muntere Zweikämpfe, so dass der Sand auf dem Kunstrasen im Binnerfeld aufpeitscht: In dieser Szene nehmen es die Neheimer David Wagner (vorne links) und Lukas Wulf (hinten links) mit der Abwehr des Oberligisten TSG Sprockhövel auf. Am Ende kommt der SC verdient eine Runde weiter.

Foto: Philipp Bülter

Arnsberg-Neheim.  Die TSG Sprockhövel kannte den SC Neheim vor dem direkten Duell in der ersten Runde des Fußball-Westfalenpokals nicht. Das hat sich nun geändert.

Andrius Balaika war ganz offen gewesen. Vor dem Westfalenpokalspiel beim SC Neheim gab der Coach des Fußball-Oberligisten TSG Sprockhövel im Gespräch mit der WAZ überraschend zu, dass er die gegnerische Mannschaft nicht kenne. Nun, nach dem überraschenden 2:1 (0:0)-Sieg des heimischen Westfalenligisten in der ersten Runde ist das jetzt passé.

Die Hausherren um Coach Alex Bruchhage – natürlich als Außenseiter in das Spiel gegangen – verdienten sich die dicke Überraschung durch einen über die gesamte Spieldauer couragierten Auftritt. Damit gelang es den Neheimern wie vor drei Jahren, in der ersten Runde des Westfalenpokals einen Oberligisten auszuschalten. Damals hatte der SC Westfalia Rhynern 4:2 besiegt.

Davon, dass die neuerliche Überraschung – nun gegen die TSG Sprockhövel – aus SC-Sicht verdient war, konnte sich übrigens auch Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball bei Fußball-Erstligist Union Berlin, ein Bild machen. Und zwar direkt auf dem Spielfeld: Der gebürtige Hüstener begleitete die Partie im Binnerfeld als Schiedsrichter-Assistent und war dabei natürlich zur Neutralität verpflichtet.

Die etwa 150 Zuschauer im Binnerfeld sahen gut agierende Hausherren, die den Gästen zwar zunächst die Spielgestaltung überließ, jedoch die Räume eng machte und in der ersten Stunde keine Möglichkeit zuließ. Auf der anderen Seite hätte Johannes Thiemann (9.) nach einer tollen Einzelaktion früh für das 1:0 sorgen können. Das besorgte dann indes Zugang Rejhan Zekovic (60.). Der neue Angreifer des SC Neheim hätte nach 82 Minuten nachlegen können, als er aber einen Handelfmeter für die Hausherren nicht verwertete. Dafür nutzte Zekovic vier Minuten später einen guten Pass des starken Johannes Thiemann, um auf 2:0 zu erhöhen (86.).

Kein Platz für Schadenfreude

In der Folge kassierte der SC noch den Anschlusstreffer, als Patrick Nettesheim einen wuchtig getretenen Freistoß unglücklich mit dem Hinterkopf in das eigene Tor verlängerte (88.). Die TSG Sprockhövel drängte nun vehement auf den Ausgleich, den der bessere Westfalenligist jedoch erfolgreich abzuwehren wusste. Direkt im ersten Pflichtspiel der Saison 2019/2020 gelang so eine dicke Überraschung und ein ungemein wichtiger Start. „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die uns verdient weitergebracht hat. Wir waren taktisch variabel“, sagte SC-Coach Alex Bruchhage. Dass sein Trainerkollege Andrius Balaika vor der Partie offenbar wenig Muße gehabt hatte, sich nähergehend mit dem SC Neheim auseinanderzusetzen, kommentierte Bruchhage so: „Also wir zumindest kannten unseren Gegner. Wenn das für den Gegner andersherum nicht der Fall war, dann ist das nicht unser Problem.“

Der Pokalsieg, der dem SC Neheim in der zweiten Runde ein Duell entweder mit HSK-Landesligist RW Erlinghausen oder Oberligist FC Gütersloh – die Kontrahenten treffen erst am Mittwoch, 14. August, um 20 Uhr, in Erlinghausen aufeinander – beschert, sage aber „nichts aus über unseren Ligastart“, betonte Bruchhage. „Erst beim Lüner SV geht es für uns richtig los“, sagte der Neheimer Trainer.

SC Neheim: Schröter; Wulf, Wagner, Fleck, Cihan, Thiemann, Michler (67. Majewski), Busch, Yavuzaslan (78. Bald), Nettesheim (90.+2), Zekovic (90.+4). - Tore: 1:0 (60.) Zekovic, 2:0 (86.) Zekovic), 2:1 (88., Eigentor) Nettesheim. - Besonderes Vorkommnis: Rejhan Zekovic verschießt einen Handelfmeter (82.).

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