American Football

Head Coach Chris Weaver: „Ich will das Team besser machen“

Ab durch die Mitte: Beim satten 24:0-Derbyerfolg gegen die Iserlohn Titans hat vor allem das Laufspiel des Angriffs der Brilon Lumberjacks (grüne Trikots) hervorragend funktioniert. Die Mannschaft von Head Coach Chris Weaver freut sich nach dem gelungenen Saisonstart auf ihre kommenden Gegner.

Ab durch die Mitte: Beim satten 24:0-Derbyerfolg gegen die Iserlohn Titans hat vor allem das Laufspiel des Angriffs der Brilon Lumberjacks (grüne Trikots) hervorragend funktioniert. Die Mannschaft von Head Coach Chris Weaver freut sich nach dem gelungenen Saisonstart auf ihre kommenden Gegner.

Foto: Polzer

Brilon.  Seit Ende des Jahres 2018 fungiert der bisherige Spieler Chris Weaver als Head Coach bei Football-Landesligist Brilon Lumberjacks. Was er vorhat.

300 Kilometer legt Chris Weaver jede Woche von seinem Arbeitsort Gütersloh aus nach Brilon zurück, um dort seiner Passion Football nachzugehen. Der 32-Jährige ist langjähriger Spieler des Football-Landesligisten Brilon Lumberjacks – und trainiert nun den Verein seit Ende des vergangenen Jahres als Head Coach.

Im Gespräch mit unserer Zeitung blickt der gebürtige Lippstädter auf den erfolgreichen Saisonstart und beschreibt, welche Ziele er sich als Head Coach gesetzt hat. Ferner erläutert Weaver, wie die Lumberjacks vom Boom rund um den American Football profitieren.

Chris Weaver, zum Saisonstart in der Landesliga Ost gab es gleich einen 24:0-Derbysieg gegen die Iserlohn Titans. Das klingt nach einem ziemlich perfekten Auftakt – oder gab es Dinge, die Ihr Team noch verbessern muss? Chris Weaver: Das erste Spiel einer Saison ist immer sehr wichtig. Ist es dann noch ein Heimspiel und dazu noch ein Derby, steigt die Bedeutung umso mehr. Dementsprechend wertvoll ist dieser Start gewesen. Wenn wir weiterhin erfolgreich sein wollen, dürfen aber der eine oder andere kleine taktische Fehler und die von Zeit zu Zeit sichtbaren Unkonzentriertheiten nicht wieder passieren.

Die Brilon Lumberjacks treten in ihrem zweiten Spiel an diesem Sonntag um 15 Uhr bei den Herne Black Barons, die mit zwei Siegen aus zwei Partien Tabellenerster sind, an. Was ist dann drin?
Ich hoffe, dass wir da, wo wir aufgehört haben, an diesem Sonntag weitermachen werden – und natürlich gewinnen. Mit dem Spirit aus dem ersten Spiel, dem nötigen Biss und der Konzentration bin ich im Hinblick auf das nächste Spiel positiv gestimmt. In der vergangenen Saison setzte es für die Brilon Lumberjacks in der Landesliga Ost viele Niederlagen. Wie schätzen Sie die Liga und die Gegner für diese Saison ein?
Als potenziell stärkstes Team sehe ich dieses Jahr die Bocholt Rhinos. Sie waren in der vergangenen Saison schon gut und so wie die Ergebnisse ihrer Testspiele und auch das Ergebnis vom vergangen Wochenende aussehen (47:0 gegen die Cleve Conquerors, Anm. d. Red.), sind sie nicht schlechter geworden. Die Duisburg Vikings und die Herne Black Barons hatten dagegen direkt im ersten Spiel Verletzungspech. Wir werden sehen, wie stark das die beiden Teams beeinflusst. Die Iserlohn Titans haben wohl Personalprobleme, die sie hoffentlich geregelt bekommen.

Was ist für Ihre Mannschaft drin?
Da wir selbst erst ein Spiel gespielt haben,möchte ich über eine mögliche Abschlusstabelle noch nicht spekulieren. Vor allem ist es mir auch am Ende egal, wie welcher Gegner spielt, für mich zählt nur, wie wir spielen. Wir denken von Spiel zu Spiel und spielen dementsprechend auch jede Partie, als ob es die letzte Begegnung in der gesamten Saison ist. Wenn wir dann am Ende dieser Saison mehr Siege als Niederlagen geholt haben, bin ich zufrieden. Immer mehr Teams, auch in den unteren Football-Ligen in Deutschland, verpflichten Importspieler, die Geld kosten. Das ist in Brilon (noch) nicht der Fall, oder?
Das stimmt. Wir sind zwar ein bunt gewürfelter Haufen mit allen möglichen Nationalitäten, aber einen „gekauften“ Importspieler gibt es bei uns nicht.

Sie wohnen in Rheda-Wiedenbrück und arbeiten in Gütersloh. Beide Städte liegen von Brilon aus nicht gerade um die Ecke. Machen Ihnen die weiten Fahrten gar nichts aus?
Seitdem ich Football spiele, fahre ich weite Strecken, früher von Lippstadt oder Paderborn nach Hamm. Es ist normal für mich, denn nicht jede Stadt hat nun mal ein Team. Natürlich ist es schon eine Belastung, die Strecke zwei Mal pro Woche nach der Arbeit zu fahren, doch das ist ein Umstand, den ich gerne in Kauf nehme.

Sie waren als Spieler lange Zeit aktiv – auf welchen Positionen?
Ich habe als Cornerback angefangen, danach auf der Position Safety gespielt und dann elf Jahre lang als Linebacker. Ausgeholfen habe ich in der Defense und als Fullback.

Rund um die Brilon Lumberjacks herrscht derzeit ja eine große Euphorie. Diese zeigt sich auch bei der Trainingsbeteiligung, oder?
Auf jeden Fall. Vom immer noch anhaltenden Football-Boom profitieren auch wir noch immer. Wir haben eine sehr gute Trainingsbeteiligung und unser Flag-Football-Team wächst ebenfalls. Es vergeht kein Monat, in dem nicht jemand Neues bei uns anfängt. Wir werden in den nächsten Monaten neue Werbekampagnen starten und auch Tryouts (Probetrainings, Anm. d. Red.) veranstalten, sowohl für unser Landesliga- als auch für unser Flag-Team.

Welche Ziele haben Sie sich ganz persönlich als Head Coach gesetzt?
Mein persönliches Ziel – neben dem positiven Ergebnis – ist es, das Team am Ende der Saison besser gemacht zu haben, als es zu Beginn der Saison war. Wenn das gelingt, habe ich den Job richtig gemacht.

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