Radsport

Im Vollsprint durch Winterberg – ein spezieller MTB-Kick

Beinharte Rennen: Beim Eliminator-Weltcup in Winterberg sprintet auch der Allendorfer Julian Gerhardt (Startnummer elf) mit.

Beinharte Rennen: Beim Eliminator-Weltcup in Winterberg sprintet auch der Allendorfer Julian Gerhardt (Startnummer elf) mit.

Foto: Georg Giannakis

Winterberg.  Zwar lief der Eliminator-Cup in Winterberg für Mountainbiker Julian Gerhardt nicht so erfolgreich, doch gefallen hat’s ihm in Winterberg gut.

Zünftige Feten-Hits, wie sie in den Winterberger Kneipen üblicherweise beim Après-Ski lautstark abgespielt werden, dröhnen aus den Lautsprechern und heizen den Menschen unter freiem Himmel und bei warmen, spätsommerlichen Temperaturen ein. Einer großer Partymeile gleicht das Gelände rund um den Marktplatz der Ski- und Bike-Freizeit-Metropole des Sauerlandes. Im Mittelpunkt: Eine Horde an waghalsigen Extrem-Mountainbikern, die sich mitten in Winterberg im Zuge des UCI-MTB-Eliminator-Weltcups rasante Wettkämpfe auf dem Asphalt liefert.

Und eliminiert, also ausgeschaltet, wird bei diesem unter Anwendung des K.o.-Prinzips stattfindenden Rennen tatsächlich. „Wenn Du nicht gleich ganz vorne mitfährst, fliegst Du raus“, berichtet Julian Gerhardt. Als gebürtiger Allendorfer ist er bei diesem vorletzten Weltcup-Wettbewerb gleichsam der Lokalmatador.

Spannende Rennen

Denn beim Eliminator-Weltcup wird sich auf der Rennpiste tatsächlich nichts geschenkt – so auch auf der gut 400 Meter langen und mit einigen Hindernissen gespickten Rundstrecke. Mann gegen Mann beziehungsweise Frau gegen Frau geben sich in den entsprechenden Klassen die Fahrer in Dreier- und in Vierergruppen gegenseitig die Klinke in die Hand. Lenker an Lenker und im engen körperlichen Kontakt fahrend, preschen die Biker im Sprinttempo los. „Nur die ersten beiden Fahrer kommen eine Runde weiter. Ansonsten ist das Rennen vorzeitig beendet“, erklärt der 28-Jährige, der vor heimischer Kulisse natürlich glänzen möchte. Ob das klappt „Ich bin mit Herz und Seele Mountainbiker. Der Eliminator ist mittlerweile zu einer Art Steckenpferd für mich geworden“, betont der beim RC Victoria Neheim beheimatete BWL-Student seine Vorliebe für die spezielle Form des Mountainbikens.

Als langjähriger Cross-Country-Marathonfahrer hat Julian Gerhardt vor vier Jahren den Weg in die Radsport-Nische Eliminator für sich entdeckt. Und seit seinem Debüt in diesem Wettbewerb während eines Show-Rennens im Jahr 2016 im österreichischen Ischgl, hat Gerhardt das Eliminator-Fieber gepackt. 20 Rennen bestreitet er mittlerweile im Jahr. Der dritte Platz bei einem Wettbewerb vor zwei Jahren und der zuletzt in den Niederlanden beim diesjährigen Weltcup erreichte vierte Rang, sind seine bislang größten Erfolge. Gerhardt: „Ich habe schnell gemerkt, dass die kurzen, schnellen Rennen und die kurzen Belastungen genau das Richtige für mich sind. In dem nur eine Minute dauernden Wettkampf hole ich alles raus.“

In Kampflinie aktiv

So auch diesmal: Nach geglückter Qualifikationsrunde katapultiert sich Gerhardt nach einer gut gefahrenen Kampflinie gleich ins Achtelfinale des Rennens. Der Dreikampf mit dem Niederländer Jeroen van Eck und dem Ukrainer Victor Vodolaha für dem Einzug in die nächste Runde steht bevor. Per Trillerpfeife wird das Startsignal gegeben. Die drei Kontrahenten geben Vollgas.

Doch gleich nach dem ersten, einer Sprungrampe ähnelndem Hindernis gerät der Sauerländer ins Hintertreffen. Auf dem zweimal zu umfahrenden Parcours scheidet er vorzeitig aus. Freundin Sabine baut den Biker im Ziel mit tröstenden Worten schnell wieder auf. „Na ja, das passiert eben. Trotzdem war es super, hier dabei gewesen zu sein. Diese Atmosphäre vergisst man nicht. Das bringt mich weiter“, nimmt es der Lokalmatador gelassen.

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