Fußball

In Unterzahl! SC Neheim gelingt die nächste Pokalsensation

Kampf um den Ball: Der SC Neheim um (rote Trikots, von links) Mahmut Yavuzaslan und Patrick Nettesheim gewinnt am Ende verdient gegen den favorisierten Oberligisten FC Gütersloh.

Kampf um den Ball: Der SC Neheim um (rote Trikots, von links) Mahmut Yavuzaslan und Patrick Nettesheim gewinnt am Ende verdient gegen den favorisierten Oberligisten FC Gütersloh.

Foto: Philipp Bülter

Arnsberg-Neheim.  Mit nur zehn Spielern hat der SC Neheim im Fußball-Westfalenpokal den nächsten Coup gelandet. Wie das 3:2 gegen den FC Gütersloh glückte.

Das ist der nächste Streich: Fußball-Westfalenligist SC Neheim hat in der zweiten Runde des Westfalenpokals gestern Abend den zweiten Favoriten ausgeschaltet. Im heimischen Binnerfeld gewann der SC verdient mit 3:2 (1:0) gegen Oberligist FC Gütersloh und steht damit nun im Achtelfinale.

Die Neheimer, die in der ersten Runde bereits den Gütersloher Ligagegner TSG Sprockhövel besiegt hatten (2:1), mussten sich in den ersten 25 Minuten einer Drangphase erwehren. Der Gast aus Gütersloh war insbesondere durch Fernschüsse gefährlich: Eric Yahkem scheiterte von der rechten Seite an Neheims Schlussmann Leon Zielonka (11.), Innenverteidiger Lars Beuckmann (12.) und André Kording (18.), ehemaliger Coach von Arminia Bielefelds U23, schossen derweil knapp links am SC-Kasten vorbei. Der eingewechselte Lars Schröder zielte dann aus 17 Metern gut, doch erneut parierte Zielonka stark (32.).

„Mo“ Yavuzaslan mit Freud und Leid

Trotzdem blieb der SC selbst mutig und suchte durchaus auch aktiv den Weg nach vorne. Patrick Nettesheim gab den ersten Schuss ab (33.) und als dann Mahmut „Mo“ Yavuzaslan im Strafraum von den Beinen geholt wurde, verwandelte Rejhan Zekovic den fälligen Strafstoß zur Pausenführung für den Außenseiter (40.).

Die ersten zehn Minuten des zweiten Abschnitts erweckten den Eindruck, dass der SC das Spiel leichtfertig aus der Hand geben würde. Zunächst markierte Lars Beuckmann den Ausgleich (52.), dann streckte Neheims Mahmut Yavuzaslan Güterslohs Sinan Aygün im Strafraum der Gäste sinnlos nieder. Die Konsequenz: Nach einem Tumult und Diskussionen zeigte der nicht immer sichere Unparteiische Martin Pier (ASSV Letmathe) zu Recht glatt Rot für Yavuzaslan (54.).

Mit zehn Spielern in Richtung Überraschungssieg

In Unterzahl drehten die Hausherren nun aber wieder auf. Die Gütersloher, die bei ungemütlichem Regenwetter von etwa 30 mitgereisten Schlachtenbummlern, die die weite Anreise aus Ostwestfalen (76 Kilometer) nicht gescheut hatten, unterstützt wurden, verloren nun völlig die Spielkontrolle. Johannes Thiemann umkurvte die halbe FCG-Abwehr, legte dann zurück auf Rejhan Zekovic und der Zugang markierte mit einem hervorragenden Rechtsschuss ins rechte untere Toreck seinen zweiten Treffer – 2:1 (66.). Dass die Gäste nun völlig überrumpelt waren, nutzten die Neheimer clever aus: Thiemann startete erneut über links, legte sich das Leder auf rechts und erhöhte überlegt auf 3:1 (72.).

Der FCG baute nochmal Druck auf, verlor Joker Lars Schröder mit einer Gelb-Roten Karte (89.) und verkürzte durch Lars Beuckmann auf 2:3 aus Gästesicht (90.), doch am Ende war die Sensation perfekt. „Wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben und vor allem schnell umgeschaltet. Nach der Roten Karte haben wir tolle Moral bewiesen“, freute sich SC-Coach Alex Bruchhage über den Einzug in das Achtelfinale des Westfalenpokals.

SC Neheim: Zielonka; Wulf, Bald, Michler, Albayrak, Nettesheim, Busch, Majewski (90. Ndubuisi Joseph), Thiemann (73. Yavuz), Yavuzaslan, Zekovic. - Tore: 1:0 (40., Foulelfmeter) Zekovic, 1:1 (52.) Beuckmann, 2:1 (66.) Zekovic, 3:1 (72.) Thiemann, 3:2 (90.) Beuckmann. - Rote Karte: Yavuzaslan (54., Tätlichkeit). - Gelb-Rote Karte: Schröder (89., wiederholtes Foulspiel).

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