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Islandpferde sind für Jolly Schrenk wie eine Familie

Jubel: Mit Hengst Laxness bildet Reiterin Jolly Schrenk in der Vergangenheit ein erfolgreiches Duo, das auch einen WM-Titel holt.

Jubel: Mit Hengst Laxness bildet Reiterin Jolly Schrenk in der Vergangenheit ein erfolgreiches Duo, das auch einen WM-Titel holt.

Foto: BGZ

Berlin/Bestwig.  Es war ihr bereits 14. Start bei einer WM der Islandpferde: Warum die Bestwigerin Jolly Schrenk ein besonderes Verhältnis zu den Tieren hat.

Es habe eine „beeindruckende Atmosphäre“ geherrscht, doch sie hatte „leider keine Chance auf die vorderen Plätze“: Reiterin Jolly Schrenk aus Bestwig-Berlar ist mit gemischten Gefühlen von der Weltmeisterschaft der Islandpferde in Berlin in den HSK zurückgekehrt. Insbesondere die Verletzung ihres Erfolgspferdes Glaesir von Gut Wertheim verwehrte der 56-Jährigen größere Erfolge.

Bereits im Vorfeld der Großveranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet und diesmal auf der historischen Anlage im Pferdesportpark in Berlin-Karlshorst ausgerichtet wurde, hatte sich der ausdrucksstarke Viergänger verletzt. Vor zwei Jahren hatte Jolly Schrenk auf Glaesir noch den WM-Titel bei den Wettbewerben in den Niederlanden gewonnen. „Er hat sich nun vertreten und war damit für die WM in Berlin raus. Das war natürlich sehr schade“, so Schrenk.

Es hapert an der Feinabstimmung

Von ihrer Kollegin Lisa Drath – wie Jolly Schrenk Starterin für die Deutsche Equipe – erhielt die Bestwigerin als Ersatzpferd Vörður frá Sturlureykjum – eine tolle Geste, wie Schrenk befand: „Das war sehr nett und nicht selbstverständlich. Im Team hilft man sich aber eben.“ Naturgemäß waren Reiter und Pferd nicht aufeinander abgestimmt, „die Feinabstimmung kann so schnell gar nicht kommen“, sagt Schrenk.

Im Viergang bei der WM in Berlin habe sie ihr Pferd bereits zum Start der Prüfung „missverstanden“ und so sei früh der Traum von einer vorderen Platzierung geplatzt. Jolly Schrenk: „Die Prüfung war trotzdem in Ordnung, auch wenn es nur zu einem Mittelfeldplatz gereicht hat. Auch wenn man als ehrgeiziger Sportler immer viel erreichen will: Ich konnte es trotzdem genießen, bei einer WM zu starten. Verletzungen wie mit Glaesir passieren nun mal. Ein Start wäre viel zu riskant gewesen.“

Die Islandpferde, deren Abstammung lückenlos bis nach Island zurückverfolgbar sein muss, gelten als vielseitig, robust und kräftig im Körperbau. Die meisten der Tiere verfügen nicht nur über die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp, sondern ebenso über die so genannten genetisch fixierten Gangarten Tölt und Pass. Ländervergleiche mit Züchtern und Sportlern aus aller Welt seien immer „beeindruckend“, betont Jolly Schrenk. Die Alleinstehende hat zu ihren Tieren längst ein familiäres Verhältnis aufgebaut. Bereits seit 1985 arbeitet die gebürtige Schwäbin, die aus der 5200-Einwohner-Gemeinde Erdmannhausen nahe Stuttgart stammt, für die Reitschule Berger in Bestwig-Berlar.

Glücklich seit 34 Jahren

Im kleinen Ortsteil der Gemeinde Bestwig ist ebenso das Islandpferde-Zentrum Sauerland ansässig. Für die Reitschule Berger ist Jolly Schrenk für den Beritt und die Pensionspferde zuständig. Die Reiterin der Jahre 2001 und 2002 ist ebenso Trainerin und Sportrichterin und auch nach mittlerweile 34 Jahren der Tätigkeit für die Reitschule voll des Lobes für ihren Arbeitgeber: „Das Arbeiten macht großen Spaß, es hat immer gut gepasst und es läuft sehr gut.“

Ebenso engagiert geht die Reiterin ihre weitere sportliche Laufbahn an. Nachdem sie als Titelverteidigerin in Berlin für erneute Top-Platzierungen nicht in Frage kam, agiert Jolly Schrenk nun ganz nach dem Motto „Jetzt erst recht!“. Für die Weltmeisterschaften, die 2021 im dänischen Herning ausgerichtet werden, plant die Bestwigerin nicht nur ihre erneute Teilnahme. Jolly Schrenk: „Ich werde dann voll angreifen!“

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