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Kunstrasenplatz ramponiert – SC Neheim erstellt Notfallplan

Skifahrer hätten ihre Freude, Fußballer aber nicht: Die „Buckelpiste“ auf dem Kunstrasenplatz des Binnerfeldstadions. Der SC Neheim strebt mit Hilfe eines Notfallplans eine notdürftige Reparatur der schadhaften Stellen an.

Foto: SK

Skifahrer hätten ihre Freude, Fußballer aber nicht: Die „Buckelpiste“ auf dem Kunstrasenplatz des Binnerfeldstadions. Der SC Neheim strebt mit Hilfe eines Notfallplans eine notdürftige Reparatur der schadhaften Stellen an. Foto: SK

Neheim.   Der Kunstrasenplatz im Binnerfeldstadion ist ramponiert. Die schadhaften Stellen will der SC Neheim nun mit Hilfe eines Notfallplans reparieren.

Der Zahn der Zeit nagt am Kunstrasenplatz im Binnerfeldstadion. Seit 2004 läuft der Spielbetrieb auf dem damals neu erbauten künstlichen Grün. Die schadhaften Stellen sind nach der 14-jährigen Beanspruchung inzwischen nicht mehr zu übersehen und sollen angesichts der akuten Situation mit Hilfe eines Notfallplans bis zum Beginn der Saison 2018/2019 notdürftig korrigiert werden. Pächter des Binnerfeldstadions ist der SC Neheim, Eigentümerin die Stadt Arnsberg.

„Wir müssen reagieren, damit der Schiedsrichter alle Spiele auch anpfeift“, sagte Paul Senske, Vorsitzender des SC Neheim, mit sorgenvollem Blick auf die Beschaffenheit des Platzes. Dass der Kunstrasenplatz sich in einem derart lädierten Zustand befindet, ist auch auf die hohe Belastung zurückzuführen. „Wir hatten in all den Jahren immer mehr als 15 Mannschaften, die am Spielbetrieb teilgenommen haben und ja auch entsprechend trainieren müssen“, fügte Ulli Dohmann, Hauptgeschäftsführer des SC Neheim, an. Hinzu kommen zusätzliche Sportveranstaltungen im Binnerfeldstadion wie jüngst die Grundschul-Weltmeisterschaft mit rund 500 Kindern.

Risse und „Schlaglöcher“

Als der Kunstrasenplatz eröffnet wurde, betrug die Länge des künstlichen Grashalms 35 Millimeter. „Jetzt sind wir bei einer von Höhe 22 Millimetern angekommen“, sagte Hans-Georg „Tua“ Schweineberg, 2. Vorsitzender des SC Neheim, der federführend bei diesem Projekt ist. Für die Spieler sind die Unebenheiten nicht ungefährlich. „Sie können ausrutschen“, fügte Hans-Georg Schweineberg an. Das Problem sind die Nahtstellen. Vor allem in den stark beanspruchten Bereichen des Spielfeldes haben sie sich gelöst: Im Fünf-Meter-Raum, im Strafraum, beim Elfmeterpunkt. Dabei sind im Bereich des Trainingstors (direkt am Eingang) die größten Abnutzungserscheinungen festzustellen. Im Fünf-Meter-Raum des Trainingstors lässt sich zum Beispiel die Kunstrasenfläche einige Zentimeter anheben und im Bereich des Elfmeterpunktes ist förmlich ein „Schlagloch“ deutlich sichtbar.

Diese gravierenden Schäden sollen nun mit Hilfe des Notfallplans bis spätestens zum Saisonstart wieder in Schuss gebracht werden. „Der

Bereich von der Torlinie bis ungefähr zum Elfmeterpunkt ist sieben Meter breit und 14 Meter lang. Das sind knapp 100 Quadratmeter“, erläuterte Hans-Georg Schweineberg die konkrete Maßnahme für das Trainingstor. Die weiteren Stellen werden ebenfalls ausgebessert. Nach Rücksprache mit dem Kunstrasenplatz-Hersteller Polytan sei, so Hans-Georg Schweineberg weiter, für die Reparatur mit Kosten in Höhe von 10 000 bis 12 000 Euro zu rechnen. „Der Kleber ist heutzutage besser als in den Anfangsjahren der Kunstrasenplätze. Eine notdürftige Reparatur ist nach Aussagen von Polytan kein Problem. Wenn sie in diesem Juli erfolgt, verschafft sie uns ein Jahr Luft“, erläuterte Hans-Georg Schweineberg. Es ist eine Investition auch in die Sicherheit der Spieler. Das liegt dem SC Neheim besonders am Herzen. Es geht zudem aber auch um die zukünftige Nutzung des Binnerfeldstadions.

„Der SC Neheim erhält für die Pflege und Unterhaltung der Anlage einen vertraglich festgelegten, jährlichen Betriebskostenzuschuss. In den Sachkosten ist die Unterhaltung und Pflege der Sportplätze enthalten. Dieser Zuschuss ist so kalkuliert, dass für größere Beschaffungs- und Unterhaltungsmaßnahmen, die nicht jährlich anfallen, entsprechende Rücklagen gebildet werden können. Somit auch für anstehende und nötige Reparaturen”, heißt auf Nachfrage von der Stadt Arnsberg. Darüber hinaus ist dem SC Neheim ein Zuschuss für die Reparatur im Sommer zugesagt worden.

Verschiedene Alternativen

Doch die Gedanken der Neheimer Verantwortlichen gehen über den Notfallplan hinaus. „Unsere Planungssicherheit hängt auch von der Umsetzung des Master-Plans Sport der Stadt Arnsberg ab, welche Strukturen künftig zur Verfügung stehen werden“, machte Paul Senske deutlich. Eine neue Kunstrasenspielfläche würde rund 220 000 bis 230 000 Euro kosten. „Das ist das Angebot von Polytan“, sagte Hans-Georg Schweineberg. „Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine tragfähige Zukunft für den SC Neheim zu haben“, blicken Paul Senske und seine Mitstreiter aus dem Vorstand erwartungsvoll auf die Zukunft. „Im Rahmen der Erstellung des vom Rat der Stadt Arnsberg beschlossenen Masterplans Sport sollen auch die Pläne des Vereins geprüft werden. Es gibt verschiedene Alternativen, die zu untersuchen sind, zudem müssen noch Abstimmungsgespräche aller beteiligten Akteure stattfinden. Eine favorisierte Lösung gibt es seitens der Stadt Arnsberg daher aktuell noch nicht“, heißt es abschließend von der Stadt Arnsberg.

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