Umfrage zur Handball-EM

Lautstarke Unterstützung in Kroatien aus dem Sauerland

Handballer aus Leidenschaft: Der Tross des TV Schmallenberg wird wie bei der Handball-WM in Rouen (Szene) auch bei der EM in Kroatien vor Ort sein.

Foto: TVS

Handballer aus Leidenschaft: Der Tross des TV Schmallenberg wird wie bei der Handball-WM in Rouen (Szene) auch bei der EM in Kroatien vor Ort sein. Foto: TVS

Sauerland.   Vor allem Bundestrainer Christian Prokop wird bei der heute beginnenden Handball-EM im Blickpunkt stehen. Das sagen die heimischen Fans zur EM.

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Als die Handball-WM der Frauen in Deutschland ausgetragen wurde, setzte der DHB einen kompletten Spieltag für die Amateure aus, um das Zuschauerinteresse zu schüren. Davon kann bei der heute startenden Herren-EM in Kroatien keine Rede sein, obwohl die „Bad Boys“ als Titelverteidiger antreten. Die Handballfans müssen sich also entscheiden, ob sie lieber ihr lokales Team vor Ort unterstützen oder vor dem Fernseher das Auftaktmatch gegen Montenegro verfolgen. Wir haben heimische Trainer und Aktive gefragt, wie sehr sie der Auftritt der Nationalmannschaft beschäftigt und welche Chancen sie dem Team von Christian Prokop einräumen.

Insgesamt 12 ehemalige und aktuelle Handballer des TV Schmallenberg werden in der Zeit vom kommenden Samstag, 13. Januar, bis Dienstag, 16. Januar, in Zagreb zwei Vorrundenspielen verfolgen. Die Handball-Fans aus dem Sauerland werden die Spiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Montenegro und Slowenien verfolgen. „Wir werden unsere Nationalmannschaft sicherlich wieder lautstark unterstützen und damit hoffentlich einen kleinen Beitrag zur Verteidigung des Titelgewinns beitragen“, führte Georg van Ackeren, Pressesprecher des TV Schmallenberg aus. Die Fans aus Schmallenberg haben bereits Turnier-Erfahrung sammeln können. Im zurückliegenden Jahr weilte der TVS-Tross bei der Handball-WM in Rouen (Frankreich).

Aber nicht nur die Schmallenberger sind im EM-Fieber. „Deutschland hat eine junge Mannschaft, die breit aufgestellt und taktisch klug eingestellt ist. Das Team hat den Vorteil, dass die Spieler aus der zweiten sowie dritten Reihe auch sofort zündeln“, sagte Jörg Humpert, Trainer der Landesliga-Handballerinnen des SG Ruhrtal. Die Europameisterschaft sei, so Humpert weiter, wie eine Weltmeisterschaft zu sehen. „Denn die Spitzenmannschaften kommen aus Europa. Neben Deutschland haben auch Spanien, Frankreich und Kroatien gute Chancen auf den Titel“, ist Humpert überzeugt.

Frankreich und Kroatien Mitfavoriten

„Da die deutschen Herren die letzte EM gewonnen haben, sehe ich auch hier gute Chancen“, sagte Anke Dannhauser, Trainerin des Damen-Bezirksligisten HV Sundern. Wenn die deutsche Mannschaft die Hauptrunde überstehe, so Dannhauser weiter, dann sei alles drin. Als Mitfavoriten auf den Titelgewinn sieht sie Frankreich sowie Kroatien. „Ich finde nur schade, dass der Männerhandball bei ARD und ZDF im Vordergrund steht, denn das fand ich für die Damen bei einer WM im eigenen Land ungerecht, obwohl Sport1 übertragen hat“, fügte sie an.

Frank Mähl, der das vorletzte Testspiel gegen Island im TV verfolgt hat, muss mit seiner SG Ruhrtal (Bezirksliga) in Gevelsberg zur exakt selben Zeit antreten, wird also seinen Videorekorder bemühen, um sich das Match nach der Rückkehr anzuschauen. Ihn beschäftigt die Kaderauswahl von Prokop: „Gleich drei Spieler von seinem Ex-Verein Leipzig zu nominieren, finde ich sehr gewagt. Das gilt erst recht für den Verzicht auf Abwehrchef Lemke. Damit geht er ein hohes Risiko ein und macht sich angreifbar, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Außerdem gibt es keinen zweiten Linksaußen. Was passiert, wenn sich Gensheimer verletzt? Die Vorrunde zu überstehen, ist allemal Pflicht, auch wenn unsere Mannschaft Pech bei der Auslosung hatte und in allen drei Spielen mit Auswärts-Atmosphäre rechnen muss.“ Einen erneuten Titelgewinn bezeichnet Mähl als sehr hohes Ziel: „Die Leistungsdichte im europäischen Handball ist enorm, da kann ein schwächeres Spiel rasch das Aus bedeuten.“

Ludger Klinkemeier, Coach des Ruhrtaler Bezirksliga-Rivalen TV Neheim, hat sich im Vorfeld mit der Nationalmannschaft gedanklich gar nicht beschäftigt, wird aber wie Millionen anderer die Fernsehübertragungen wahrnehmen und dem DHB-Team am Samstag die Daumendrücken. Dass keine spielfreien Wochenenden eingeschoben werden, findet er absolut richtig: „Wir sind durch die Frauen-WM-Pause ohnehin schon in terminlichen Schwierigkeiten. Wir haben nämlich das lange Wochenende nach Christi Himmelfahrt für eine Abschlusstour vorgesehen. Leider konnten wir uns mit unserem finalen Gegner Hagen IV nicht auf eine Vorverlegung auf Mittwoch einigen, werden deshalb erst nach unserer Rückkehr am Sonntag spielen.“

Begeisterung für „Bad Boys“

Auch die Handballfrauen des TV Arnsberg können sich für die Auftritte der „Bad Boys“ begeistern, müssen am Samstag aber vor ihrem eigenen Match den Thekendienst antreten. Trainer Andreas Brüggemeier hat eine ähnliche Einschätzung wie Mähl: „Dass Lemke, der ja beim letzten Titelgewinn zentraler Akteur der überragenden Abwehr war, nicht dabei ist, kam für mich sehr unerwartet.“

Er wird wie seine Mädels die weiteren Vorrundenspiele live am Fernseher verfolgen und traut der DHB-Mannschaft trotz starker Konkurrenz aus Spanien, Frankreich, Dänemark oder Kroatien zu, zumindest ins Halbfinale bei der EM zu kommen.

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