Radsport

Marathonfahrt des TuS Oeventrop nach Kopenhagen

Foto: TuS/Michael Hess

 Foto: TuS/Michael Hess

Oeventrop/Kopenhagen.   Kopenhagen als Zielort: 20 Radsportler des TuS Oeventrop stellen sich der Herausfordreung und absolvieren die 700 Kilometer.

Schon lange hatten die Rennradfahrer des TuS Oeventrop vor, mit den Rädern nach Kopenhagen zu fahren. „Es wurde jedoch immer wieder verworfen wegen der Länge und der schwierigen Streckenplanung“, erläuterte Michael Hess, Sportlicher Leiter der Oeventroper Radsportler. Nachdem es in den letzten Jahren für die Herzblut-Radsportler aus Oeventrop nach London, Prag, Straßburg und Paris ging, sollte es dann endlich auch in die Hauptstadt von Dänemark gehen.

Vier Frauen und 16 Männer machten sich nun auf den rund 700 Kilometer langen Weg. „Gefahren wurde zum ersten Mal in zwei Gruppen mit je einem Verpflegungswagen“, erläuterte Michael Hess. Die erste Gruppe fuhr nur tagsüber mit zwei Übernachtungen in Bispingen (Lüneburger Heide) und Gremersdorf (Kreis Ostholstein, Heiligenhafen). Die zweite Gruppe startete am selben Tag um 19 Uhr an der Kirche in Oeventrop und fuhr die 490 Kilometer bis Gremersdorf an einem Stück über Nacht und den anderen Tag durch.

Tiefpunkt morgens um 5 Uhr

„Mit noch 17° C um 5 Uhr morgens war es die wärmste Nacht bei einer Marathonfahrt. Vollmondnacht, leere Straßen, ruhig, es waren alle Konturen gut zu erkennen“, schildert Hesse die gewonnenen Eindrücke und weiter: „Viele hatten ihren toten Punkt bei der Verpflegung um 5 Uhr.“

Der Start in den Tag wurde jedoch versüßt. „Glutrot über nebelbedeckte Felder ging die Sonne auf“, berichtet Michael Hess über wunderbare Natureindrücke.

Der Tag wurde heiß. Am Nachmittag in Tritau (Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein, Hamburg) nach 400 gefahrenen Kilometern und 90 Kilometer vor Gremersdorf musste die zweite Gruppe dem Wetter und der langen Fahrt Tribut zollen und die Geschwindigkeit raus nehmen. Nach einem gemeinsamen Abendessen, nach dem erholsamen Schlaf und einem leckeren Frühstück brachen die Oeventroper Radsportler um 8.15 Uhr dann gestärkt zur letzten Etappe auf.

Zuerst 34 Kilometer über die Fehmarnsundbrücke bis Puttgarden. Dann mit der Fähre nach Rødby und weiter auf langen welligen Straßen 180 Kilometer bis nach Kopenhagen.

In Kopenhagen wurden die beiden Gruppen aus dem Sauerland, die 15 Minuten versetzt ankamen, von den Begleitern mit Sekt empfangen und gefeiert. „700 Kilometer lagen hinter uns und alle haben die Strecke ohne Sturz gemeistert“, stellte Michael Hess hocherfreut fest.

Kopenhagen mit dem Rad erkundet

Durch einen glücklichen Zufall hatte Bernard Kraas, Vorsitzender der Radsport-Abteilung des TuS Oeventrop, die Adresse eines Gymnasiallehrers a. D. aus Dänemark bekommen, der Deutsch und Dänisch unterrichtete und eine Stadtführung durch Kopenhagen mit dem Rad für die Sauerländer ausgearbeitet hatte. „So fuhren wir am nächsten Tag circa 20 Kilometer durch Kopenhagen, zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, die uns von unserem Stadtführer Henrik mit viel Sachverstand und Witz gezeigt und erläutert wurden“, berichte Michael Hess über die Schlussetappe.

Bevor die Oeventroper am nächsten Tag mit dem Auto wieder nach Hause fuhren, ging es abends noch einmal in die Stadt, um bei einem Glas Bier die vielen Erlebnisse Revue passieren zu lassen. „Nach diesen ganzen Erlebnissen auf der Fahrt, mit Windschattenfahren, an seine Grenzen gehen, für einander da sein, die Natur und Landschaft hautnah erleben mit den großartigen Erlebnissen in Kopenhagen, benötigen wir noch einige Tage, um für uns das Ganze zu verarbeiten“, stehen Michael Hess und seine Mitstreiter noch immer unter dem gewaltigen Eindruck der Skandinavien-Tour. Es war eine beeindruckende Fahrt.

„Gegenwind formt den Charakter“, gibt Michael Hess das treffende Zitat, das das Finisher-Trikot ziert, wieder.

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