Biathlon

Maren Hammerschmidt: Das sagt sie zum neuen Weltcup-Plan

Maren Hammerschmidt muss sich zwar noch für das deutsche Weltcup-Team qualifizieren, aber die neuen Pläne sorgen bereits für ein Lächeln bei ihr.

Maren Hammerschmidt muss sich zwar noch für das deutsche Weltcup-Team qualifizieren, aber die neuen Pläne sorgen bereits für ein Lächeln bei ihr.

Foto: Maren Hammerschmidt / Instagram

Winterberg.  Anders als sonst wird auch der Biathlon-Weltcup verlaufen. Maren Hammerschmidt (Winterberg) bezieht dazu und zu einer Spendenaktion Stellung.

Die Änderungen im Weltcup-Kalender bis vorerst Weihnachten sind einschneidend. Maren Hammerschmidt, Biathletin des SK Winterberg, gewinnt den Maßnahmen, die auf Grund der Corona-Pandemie getroffen wurden, allerdings etwas Positives ab. Und das hat mehrere Gründe, die nichts mit den sportlichen Baustellen zu tun haben, an denen Hammerschmidt aktuell im Training arbeitet.

Weltcup-Auftakt in Kontiolahti

Um möglichst wenig Ortswechsel zu haben, nahm der Weltverband IBU die Austragungsorte Östersund und Annecy-Le Grand Bornand aus dem Programm. Die ersten vier Weltcups finden somit an zwei Standorten statt. Die Saison beginnt mit einem Doppelschlag (27. bis 29. November und 30. November bis 6. Dezember) im finnischen Kontiolahti, gefolgt von zwei Events in Hochfilzen/Österreich (7. bis 13. und 14. bis 20. Dezember).

Die WM soll wie geplant vom 9. bis 21. Februar 2021 im slowenischen Pokljuka ausgetragen werden. Die Entscheidung über die deutschen Kult-Weltcups in Oberhof (4. bis 10. Januar) und Ruhpolding (11. bis 17. Januar) fällt erst Mitte Oktober. Die Organisatoren in Oberhof richten sich aber auch schon auf eine Doppel-Veranstaltung ein.

Das sagt Hammerschmidt

„Die Änderungen im Weltcup-Kalender finde ich ganz gut“, erklärte Maren Hammerschmidt gegenüber dieser Zeitung. „Wir sagen schon seit Jahren, dass die Reiserei schwierig ist.“ Damit spielt die Winterbergerin einerseits auf den Reisestress an, dem sie und ihre Kolleginnen während der Saison durch die häufigen Orts- und Länderwechsel ausgesetzt sind. Andererseits ist die 30-Jährige bekannt für ihren Blick auf die Umwelt und ihr Bemühen, nachhaltiger zu leben. Auch aus diesem Grund befürwortet Hammerschmidt die Reduzierung des Wettkampfkalenders auf zwei Weltcup-Orte.

Und es gibt einen weiteren Aspekt, weshalb sich die Staffel-Weltmeisterin von 2017 über die Entscheidung freut. Denn zwei Wettkämpfe sollen in Hochfilzen ausgetragen werden – an jenem Ort, an dem sie ihre bislang einzigen Einzel-Podestplatzierungen im Weltcup erreichte. „In Hochfilzen bin ich extrem gerne, deswegen freue ich mich wahnsinnig auf die Weltcups“, sagte Hammerschmidt, „aber auch Kontiolahti finde ich fein, obwohl die Strecke anspruchsvoll ist.“

Start in Wiesbaden verpatzt

Jedoch muss sich die Sauerländerin in den kommenden Wochen erst noch für das deutsche Weltcup-Team qualifizieren. Am vergangenen Wochenende nahm sie an einem Showwettkampf auf Skirollern in Wiesbaden teil und erwischte – nachdem es bei der DM an der Laufleistung gehapert hatte – am Schießstand keinen guten Tag. „Die Letzten werden im Winter die Ersten sein, habe ich gerade gehört“, sagte Hammerschmidt nach dem City-Biathlon schmunzelnd. Auf Siegerin Julia Simon (Frankreich) wies sie als Neunte 2:30,6 Minuten Rückstand auf.

„Es war cool zu sehen, was die internationale Konkurrenz macht“, erzählte die Winterbergerin, „und so ein Wettkampf ist zugleich ein super Training, besonders am Schießstand, weil man die Nervosität, die sich einstellt, wenn man eine Startnummer trägt, im Training nur schwer konstruieren kann.“ Sie habe sich besonders liegend schwer getan, „und so ist das in einem Showevent, wenn du einmal hinten dran bist, kannst du den Rückstand auf den kurzen Runden kaum noch aufholen“. Ihr habe der Start Spaß gemacht, „obwohl ich im Finale die Scheiben überhaupt nicht mehr getroffen habe“.

Hammerschmidt stockt Spende auf

Die Fehlschüsse wurmten sie im Anschluss nicht auf Grund der Platzierung, sondern wegen einer Spendenaktion, die ihre Teamkollegin Vanessa Hinz im Vorfeld ins Leben gerufen hatte. Für jeden Treffer Hammerschmidts wollte Hinz einen kleinen Geldbetrag an Plan International Deutschland spenden. „Jetzt muss ich mit Vanessa sprechen“, sagte die Winterbergerin nach dem Wettkampf, „denn die Organisation soll ja nicht darunter leiden, dass ich nichts getroffen habe.“

Mittlerweile haben sich die Biathletinnen etwas einfallen lassen: „Vanessa hat schon vorgelegt und da leider nicht so viele Treffer zusammengekommen sind, erhöhe auch ich die Summe auf 150 Euro. Zwei nette Ordner aus Wiesbaden haben mir noch 60 Euro gegeben, die ich oben drauf lege“, erzählte Hammerschmidt.

Das Endergebnis der Damen in Wiesbaden:

1. Julia Simon (FRA) 0/0 29:10,6 Min.; 2. Marketa Davidova (CZE) 0/4 + 25,8 Sek.; 3. Clare Egan (USA) 0/2 + 33,3 Sek.; 4. Lena Haecki (SUI) 2/12 + 51,5 Sek.; 5. Mari Eder (FIN) 0/8 + 54,8 Sek.; 6. Ingrid Landmark Tandrevold (NOR) 3/9 + 1.27,1 Min.; 7. Ekaterina Yurlova-percht (RUS) 0/4 + 1:38,4 Min.; 8. Janina Hettich (GER) 3/11 + 2:29,4 Min.; 9. Maren Hammerschmidt (GER) 3/11 + 2:30,6 Min.

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