Handball

Moormann-Sieben der SG Ruhrtal vergibt ersten Matchball

Langes Gesicht: Den ersten Matchball für den möglichen Sprung in die Landesliga haben die Bezirksliga-Handballer der SG Ruhrtal in der Partie bei der de facto in Landesligabesetzung angetretenen HSG Hohenlimburg II nicht genutzt. Nun soll der Aufstieg am nächsten Samstagabend gelingen.

Langes Gesicht: Den ersten Matchball für den möglichen Sprung in die Landesliga haben die Bezirksliga-Handballer der SG Ruhrtal in der Partie bei der de facto in Landesligabesetzung angetretenen HSG Hohenlimburg II nicht genutzt. Nun soll der Aufstieg am nächsten Samstagabend gelingen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hohenlimburg.  Die SG Ruhrtal hat ihre erste Chance, in die Handball-Landesliga aufzusteigen, liegen gelassen. Der TV Neheim landete einen wichtigen Sieg.

Die gute Nachricht vorweg: Die Handballer der SG Ruhrtal sind auch nach dem drittletzten Spieltag Bezirksliga-Spitzenreiter. Die schlechte Neuigkeit: Der erste Matchball zum Aufstieg wurde verpasst, denn bei der aufgrund der Abstiegsgefahr gewaltig aufgerüsteten Reserve der HSG Hohenlimburg setzte es eine 28:30 (12:14)-Niederlage.

Die Enttäuschung des stattlichen Ruhrtaler Anhangs – etwa 120 angereiste Fans sorgten für eine voll besetzte Rundturnhalle und reichlich Stimmung – hielt sich indes in Grenzen. Schließlich hatte schon Ex-Tabellenführer HSG Herdecke/Ende gegen das überwiegend aus Landesliga-Akteuren bestehende Team der HSG II verloren.

Sachliche Analyse

Und auch Frank Moormann, Coach der SG Ruhrtal, kommentierte sachlich: „Wir dürfen mit stolzer Brust die Heimreise antreten, denn wir haben uns gegen einen solides Landesliga-Mittelmaß verkörpernden Gegner tapfer geschlagen. Wenn wir in dieser Verfassung am nächsten Samstag gegen den VfS Warstein spielen, werden wir in eigener Halle dann auch den letzten Schritt machen.“

Das von Moormann zunächst nicht beabsichtigte, aber beim Abschlusstraining vom Team geforderte Bestehen auf einen harzfreien Ball hatte zunächst die gewünschte Wirkung: Die HSG kam wie schon gegen den HV Sundern nicht in Schwung. Die SG Ruhrtal hingegen erwischte einen perfekter Start. Jeder Wurf war ein Treffer, so dass Landesliga-Stammkeeper Kind bereits nach sechs Minuten und 2:5-Rückstand das Feld für Botte räumte. SG-Schlussmann Henrik Basler hingegen wehrte so manchen schwierigen Ball ab. Seine Doppelparade ermöglichte im Gegenzug das 3:8 durch Linksaußen Aaron Humpert das 3:8 (11.). Für Hohenlimburgs Chefcoach Faruk Brahimi das Signal für eine Auszeit, die durchschlagende Wirkung hatte. Während die SG erste Fehlpässe und ungenaue Abschlüsse produzierte, kamen die Hausherren durch den später dauerhaft in Manndeckung genommenen Spielmacher Stracke (4) zu ihren ersten Feldtoren und legten einen 6:0-Lauf zum 9:8 hin.

Auf Tuchfühlung – doch nur kurz

Der SG, die effektiv über die Außenpositionen agierte, fehlte es aber an der Durchschlagskraft im Angriff. Regisseur Alex Blanke hatte nicht seinen besten Tag. Mit mehr Aktionen über Kreisläufer Adrian Schmidt versuchte der Primus, der rassigen und dabei erfreulich fairen Partie eine erneute Wende zu geben.

Tatsächlich gelang es, auf Tuchfühlung zu bleiben, zumal nach dem 23:21 jetzt der Halbrechte Lukas Struwe aufdrehte und dreimal zum 25:24 traf und Basler vier HSG-Würfe nacheinander entschärfte. Doch Bauers Solo-Konter wirkte wie ein Todesstoß für die SG, die an Konzentration und Konsequenz einbüßte und sich nach 55 Minuten einem 25:30-Rückstand ausgesetzt sah. „Das war ein Tick zu viel“, sagte Frank Moormann.

SG Ruhrtal: Basler, Gierse; Humpert (6), Röttger (6), Struwe (5), Schmidt (4), Blanke (3/1), Bauerdick (2), Lehmenkühler (2), Storm, Gräbener, Rapude.

Chancen für den Klassenerhalt gewahrt

Derweil bleibt die Spannung im Abstiegskampf der Handball-Bezirksliga der Herren erhalten. Der TV Neheim wahrt seine Chancen auf Rettung mit einem erwarteten Heimsieg, Schützenhilfe vom TV Arnsberg, der deutlich verlor, blieb aber aus. Auch der HV Sundern kassierte eine deftige Niederlage. Erfreulich: Es wird eine Relegation der Bezirksliga-Viertletzten geben.

TuS Ferndorf III - HV Sundern 27:13 (13:6). „Wir haben nach 20 Minuten aufgehört, Handball zu spielen“, befand HVS-Trainer Frank Schaden. Bis zum 6:6 war seine Mannschaft besser, vergab aber vier Großchancen. Als die Kreuztaler auf eine 5:1-Abwehr umstellten, kam der Aufsteiger offensiv überhaupt nicht mehr klar, kassierte acht Gegentore in Serie und wurde in Halbzeit zwei von der mit vielen A-Jugendlichen bestückten TuS-Dritten ausgekontert. Torjäger Chris Spielmann war durch zwei frühe Zeitstrafen gehandicapt. Schaden: „Das war unser altes Auswärtsgesicht, da fehlte der Kampfgeist. Jetzt müssen wir den Klassenerhalt gegen Wickede klarmachen.“

HV Sundern: Vucic, Noss; Hemsath (3), Maassen (3/2), Spielmann (2), Raffenberg (1), Schindler (1), Grote (1), Rapude (1), Bartenstein (1), Waelter, Beste, Sterz, Brechmann.

TV Neheim - HSG Lüdenscheid II 30:21 (17:7). Problemlos setzten sich die Neheimer gegen die zum Abstieg verurteilten Bergstädter durch. „Das war eine runde Leistung“, freute sich TVN-Coach Ludger Klinkemeier über die konzentrierte Spielweise seiner Schützlinge, die dem Gast mit einem 5:0-Start gleich jegliche Hoffnung nahmen.

Der starke TVN-Schlussmann Stephan Baukmann ließ bis zur Pause nur sieben Gegentreffer zu. Als besonders torhungrig erwies sich Linksaußen Hannes Koch (10/1), aber auch Steffen Hackmann (6) war abschlussstark.

TV Neheim: Baukmann, Grau; Koch (10/1), Hackmann (6), S. Frohne (4), T. Frohne (3), Caruso (2), M. Pater (2/2), Lutter (1), Bräutigam (1), Coeppicus-Röttger, Schulte, Funke, Iskens.

VfL Eintracht Hagen IV - TV Arnsberg 34:20 (18:9). Die Hagener traten mit vielen talentierten A-Jugendlichen, die 28 der 34 Treffer beisteuerten, an. Schwierig für den TVA. „Es war schon enttäuschend, wie wir uns haben vorführen lassen. Vor allem die Abwehrarbeit hat mir gar nicht gefallen“, sagte Arnsbergs Trainer Frank Mähl. Seine Team kassierte viele Gegentore, vor allem aus dem ständig rochierenden Rückraum. Mit einem 4:0-Lauf zum 6:2 schüttelte der VfL die Nervosität ab und zog auf 21:9 (35.) davon.

TV Arnsberg: Spindeldreher, Eberhard; P. Mähl (7/3), Erk (5), Dame (3), Pauleck (2), P. Capristo (1), Giacuso (1), Y. Mähl (1) Mevenkamp, Fischer, Rosenberger.

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