Trauer

Paul Krengel hat Erfolgsgeschichte geschrieben

Sunerns Präsident Paul Krengel genießt 2003 nach dem Triumph seiner Mannschaft im Finale der Deutschen Tennis-Meisterschaft auf der legendären Rochusclub-Anlaga in Düsseldorf das Bad in der Menge.

Foto: Frank Tischhart

Sunerns Präsident Paul Krengel genießt 2003 nach dem Triumph seiner Mannschaft im Finale der Deutschen Tennis-Meisterschaft auf der legendären Rochusclub-Anlaga in Düsseldorf das Bad in der Menge.

Sundern.   Paul Krengel ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Mit dem TC Blau-Weiß Sundern hat er das Sauerland in ganz Deutschland bekannt gemacht.

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Er hat Geschichte geschrieben. Paul Krengel, der jetzt im Alter von 69 Jahren nach langer Krankheit gestorben ist, hat als Fußball-Trainer des TuS Sundern und Vorsitzender des Tennisclubs Blau-Weiß Sundern das Sauerland in ganz Deutschland bekannt gemacht.

Zielstrebig und ehrgeizig

Paul Krengel war als Nachfolger seines Vaters viele Jahre geschäftsführender Gesellschafter der WEPA in Arnsberg-Müschede. Aufgrund gesundheitlicher Probleme (Parkinson) hatte er sich 2002 aus dem Tagesgeschäft des Hygienepapierherstellers zurückgezogen.

In Sachen Fußball und Tennis war der Diplom-Kaufmann ein Quereinsteiger: Krengel kam von der Leichtathletik. Der Sportbegeisterte trainierte während seines Studiums mit den damaligen deutschen Mittel- und Langstreckenläufern Harald Norpoth und Franz-Josef Kemper. Der zielstrebige und ehrgeizige Krengel wollte aber mehr, als nur trainieren. Das war in der Leichtathletik nicht möglich. „Mehr gab das Talent nicht her“, sagte er einmal.

Das Wunder von Sundern

Krengel wechselte die Sportart und wurde erst Fußball-Trainer der dritten Garnitur des TuS Sundern, dann der Reserve und zum Schluss der ersten Mannschaft. Die Landesliga-Truppe führte er mit seinem Motivationskünsten im Jahr 1986 erstmals in der Vereinsgeschichte zum Aufstieg in die Verbandsliga (heute Westfalenliga).

Mit 40 Jahren suchte Paul Krengel dann eine neue Herausforderung. Sein Weg führte ihn 1989 zum Tennis und zum TC BW Sundern. 1994 wurde er Präsident (und Mäzen) des Vereins. Krengel verpflichtete in seiner Amtszeit nicht wenige Weltklassespieler und es kam zum „Wunder von Sundern“. In nur zehn Jahren gelang der Aufstieg aus der Bezirksklasse in die Bundesliga.

Boris Becker für das Sauerland

Dort ging die Erfolgsstory ungebremst weiter. Die Truppe wurde 2001 Dritter, 2002 Vize-Meister und schließlich 2003 sowie 2004 Deutscher Mannschaftsmeister im Tennis. Damals waren u.a. Spieler wie David Ferrer, Rainer Schüttler, Lars Wahlgren, Alexander Popp, Lars Burgsmüller, Tomas Behrend, Alexander Waske und sogar Boris Becker, der ein Doppel für die Blau-Weißen bestritt, aktiv.

Paul Krengel hatte im Sauerland einen Tennis-Boom ausgelöst. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends kamen im Schnitt 3000 Zuschauer zu den Heimspielen. Das erfüllte auch Paul Krengel mit Stolz.

Davis-Cup in der Settmecke

Seinem Engagement war es zu verdanken, dass 2003 sogar das Deutsche Davis-Cup-Team in Sundern gegen Weißrussland um den Klassenerhalt spielte (2:3-Niederlage).

Krengel zog sich anschließend aus gesundheitlichen Gründen aus dem Tennissport zurück. Geblieben sind bis heute die Erfolgsgeschichten, die unter seiner Regie geschrieben worden sind.

>>> Hintergrund

  • Die ehemaligen Sunderner Tennis-Profis Tomas Behrend und Lars Wahlgren sind von der FUNKE Mediengruppe über den Tod Paul Krengels unterrichtet worden.
  • Wahlgren überbrachte die traurige Nachricht sodann seinen schwedischen Landsleuten wie den Ex-Weltklasse-Doppelspieler Simon Aspelin oder Frederik Loven, die ebenfalls lange Jahre in und für Sundern spielten sowie dem damaligen Physiotherapeuten Damian Prasad (Australien, betreute u.a. Bastian-Schweinsteiger-Gattin Ana Ivanovic).
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