Fussball

Regeländerungen werden mit Beifall und Skepsis aufgenommen

Trainer Alex Bruchhage mit Okan Güvercin (rechts).

Trainer Alex Bruchhage mit Okan Güvercin (rechts).

Foto: Thomas Nitsche

Sauerland.   Die Sauerlandsport-Redaktion hat Trainer und Funktionäre aus dem Fußball-Sauerland zu den Regeländerungen befragt.

Veränderungen in den heimischen Amateurligen: Wie berichtet, wird der Fußballverband Westfalen zur kommenden Saison die Anzahl der Auswechselungen von drei auf vier erhöhen. Darüber hinaus werden Mannschaften, die am Ende der Spielzeit nach dem 1. Mai zu einer Partie nicht antreten, in der darauffolgenden Saison mit einem Abzug von drei Punkten bestraft. Beide Regelungen greifen von der Regionalliga West bis zur D-Kreisliga. Die Sauerlandsport-Redaktion hat Trainer und Funktionäre aus dem Fußball-Sauerland gefragt, was sie von den Veränderungen halten.


Alex Bruchhage, Trainer des Westfalenligisten SC Neheim: „Durch den vierten Auswechselspieler wird Vieles flexibler. Allerdings muss der Schiedsrichter darauf achten, dass die ganze Sache in der Schlussphase einer Partie nicht nur zum Zeitspiel genutzt wird. Der Punktabzug muss für mich nicht unbedingt sein. Denn: Warum greift man bei einem Nichtantritt erst nach dem 1. Mai zum Punktabzug? Entweder man macht es grundsätzlich oder lässt alles beim Alten.“


Thomas Malachowski, Sportlicher Leiter des Landesligisten SV Hüsten 09: „Vier Wechsel finde ich gut, denn das fördert nicht nur den Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders, sondern gibt dem Trainer auch mehr Handlungsspielraum. Beim Punktabzug bei Nichtantritt würde ich eine Ausnahme machen, und zwar bei den Vereinen von der B-Liga abwärts. Wenn dem jeweiligen Staffelleiter triftige Gründe für die Absage vorliegen, sollten die Vereine nicht bestraft werden.“


Andreas Mühle, Sportlicher Leiter des Bezirksligisten TuS Sundern: „Um den vierten Spieler einzuwechseln, braucht man in erster Linie einen großen Kader. In der A-Liga Arnsberg hätten am vergangenen Spieltag nur sechs von 16 Mannschaften einen vierten Spieler einwechseln können. Bei den anderen Teams saßen höchstens drei Spieler auf der Bank. Zum Thema Punktabzug kann ich nur sagen: Im Leben muss man viele Dinge machen, manche auch ohne Spaß, aber mit Respekt und Anstand. Dazu gehören auch Spiele ohne sportlichen Wert.“ Jan Hüttemann, Trainer des Bezirksligisten BC Eslohe: „Ich finde beide Regeländerungen sehr positiv. Der vierte Wechsel gibt einem im Spiel mehr Flexibilität. Dadurch kann man bei einer ordentlichen Kaderbreite auch einen Spieler mehr belohnen. Der Punktabzug bei Nichtabtritt war längst überfällig, denn oft ist es auch ein Stück Bequemlichkeit von den Vereinen, am Saisonende nicht anzutreten.“


Marco Grebe, Trainer des Arnsberger A-Kreisligisten TuS Voßwinkel: „Die Sache mit dem vierten Auswechselspieler finde ich gut. Das eröffnet taktisch noch die eine oder andere Möglichkeit. Ob man allerdings direkt Punkte abziehen sollte, wenn man nach dem 1. Mai nicht antritt, sehe ich etwas skeptisch. Es gibt einfach Vereine, die grundsätzlich Personalprobleme haben und froh sind, wenn sie eine Mannschaft mit elf Spielern auf die Beine bekommen.“


Christoph Fälsch, Sportlicher Leiter des Arnsberger B-Kreisligisten TuS Hachen: „Ich finde nicht nur beide Regelungen gut, sondern freue mich vor allem darüber, dass der Verband sich endlich einmal Gedanken gemacht und diese in die Tat umgesetzt hat.“ Frank Vollmer, Trainer des C-Kreisligisten FC Ostwig/Nuttlar II: „Mit der vierten Auswechslung kann ich endlich Spielern an den Wochenenden die Chance geben, denen ich sonst oft absagen muss – vor allem, wenn wir gegen 9er-Teams spielen. Den Punktabzug bei Nichtabtritt finde ich ebenfalls korrekt. Vielleicht macht man das nicht so schnell, wenn man weiß, dass in der nächsten Saison dann drei Punkte fehlen.“

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