Reitsport-Serie

Reiterhof Otte-Wiese ist Talentschmiede mit Streichelzoo

Die Familie ist immer mit Spaß bei der Sache (von links): Kim Otte-Wiese mit dem zweijährigen Paul sowie Klaus Otte-Wiese mit Sohnemann Moritz.

Die Familie ist immer mit Spaß bei der Sache (von links): Kim Otte-Wiese mit dem zweijährigen Paul sowie Klaus Otte-Wiese mit Sohnemann Moritz.

Foto: RS

Neuenrade-Blintrop.  „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“. Der Titel passt perfekt auf die Familie Otte-Wiese, die in Neuenrade-Blintrop einen Reiterhof betreibt.

„Das Leben ist (k)ein Ponyhof“. So heißt die neue Serie unserer Zeitung in den nächsten Wochen im Haupt- und Lokalsport. Der Titel passt perfekt auf den Sauerländer Klaus Otte-Wiese, der mit seiner Familie in Neuenrade-Blintrop einen Reiterhof betreibt. „Urlaub kennen wir nicht. Wir sind 365 Tage im Jahr im Einsatz“, teilt der 46-Jährige mit. „Wir haben aber Spaß bei unserer Arbeit, denn der Pferdesport ist unsere Passion.“

Der Wecker klingelt um 6 Uhr

Der Tag auf dem Reiterhof Otte-Wiese beginnt um 6 Uhr. Dann klingelt der Wecker und die Nacht ist vorbei. Zuerst bekommen die Pferde Heu, anschließend wird im Kreise der Familie gefrühstückt. Während die zwölfjährige Bo und der siebenjährige Moritz sich danach auf den Weg in die Schule machen, geht es für das Ehepaar Otte-Wiese erneut in den Stall, denn auch die Boxen, wovon es insgesamt 19 gibt, müssen auf Vordermann gebracht werden. Zudem werden die Pferde geritten oder in der Reithalle longiert. „Wir sind eigentlich immer ganz gut belegt“, sagt Klaus Otte-Wiese, der hauptberuflich als Vertreter für Derby-Pferdefutter arbeitet und Besitzern bei der richtigen Nahrungseinstellung ihrer Tiere hilft. Die Miete im Monat für eine Box beträgt zwischen 300 und 600 Euro. „Wir sind allerdings auch kein reiner Ponyhof wie in der Fernsehsendung Immenhof, sondern bei uns geht es um mehr als nur um die Unterstellung eines Pferdes“, erklärt Klaus Otte-Wiese.

Auf dem Hof in Blintrop gibt es natürlich auch einen Streichelzoo mit Ponys für die Feriengäste, aber in erster Linie reifen in der Talentschmiede der Otte-Wieses junge Pferde heran, bis sie die Familie im Alter zwischen acht und neun Jahren verlassen und bereit für den „großen Sport“ sind. „Ob ein Pferd überhaupt für den Turniersport geeignet ist, kann ich meistens nach vier Wochen sagen“, sagt der 46-Jährige.

„Das ist wie ein Fußball-Länderspiel“

Der gebürtige Altenhellefelder weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er selbst große Erfahrung im Springsport. Im Verlauf seiner Karriere hat er an Deutschen Meisterschaften teilgenommen und Nationenpreise geritten. „Das ist so etwas wie ein Länderspiel im Fußball“, sagt der mehrmalige Sauerland- und Westfalenmeister schmunzelnd.

Wenn Klaus Otte-Wiese zwischen 8 und 9 Uhr den Hof verlässt, und seinem Hauptjob als Futtermittel-Vertreter nachgeht, kümmert sich Ehefrau Kim, nachdem sie Paul, mit zwei Jahren der jüngste Sprössling der Familie, zur Tante gebracht hat, weiter um die Tiere und die Pensionsgäste in den zwei Ferienwohnungen. Kim Otte-Wiese ist aus den Niederlanden nach Blintrop gekommen. Kennengelernt hat sich das Paar, wie sollte es anders sein, bei einem Reitturnier des RV Hellefeld. Auch Kim Otte-Wiese, studierte Pferdewirtin aus Maastricht, hat Turniererfahrung und fungierte unter anderem als Betreuerin für niederländische Topreiter. Wenn Klaus Otte-Wiese dann gegen 17 Uhr wieder nach Hause kommt, geht es nicht auf die Couch, sondern in den Stall. „Die Tagesschau um 20 Uhr bekommen wir fast nie mit“, sagt er mit einem Lächeln auf den Lippen und weiter: „Auf so einem Reiterhof gibt es eigentlich kein Ende. Wenn die eine Arbeit fertig ist, steht die nächste bereits vor der Tür.“

Gelände ist 10.000 Quadratmeter groß

Aktuell wird auf dem insgesamt 10.000 großen Quadratmeter großem Gelände wieder einmal gebaut. Neben der Reithalle und dem Reitstall steht bereits der Rohbau einer weiteren Halle, wo nach der Fertigstellung Heu und Stroh sowie landwirtschaftliche Maschinen untergebracht werden sollen.

Außerdem möchte Klaus Otte-Wiese in Zukunft unter anderem verstärkt auf Ponys und die Kooperation mit Schulen und Kindergärten setzen. Die Jugendförderung sei wichtig, die Kinder könnten so Kooperation zwischen Mensch und Tier lernen und müssten Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernehmen. „Ich halte das für eine super Sache“, betont Otte-Wiese.

Der Reitsport habe viele positive Faktoren und ein hohes Potenzial. Und dazu tragen die Otte-Wieses täglich ihren Teil bei.

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