Biathlon

Rückschlag: Darum hadert Maren Hammerschmidt mit sich

Ein skeptischer Blick: Biathletin Maren Hammerschmidt (hier bei der DM) zieht nach dem ersten IBU-Cup in dieser Saison eine zwiespältige Bilanz.

Ein skeptischer Blick: Biathletin Maren Hammerschmidt (hier bei der DM) zieht nach dem ersten IBU-Cup in dieser Saison eine zwiespältige Bilanz.

Foto: Imago

Sjusjoen/Winterberg.  Ihr Start im IBU-Cup mit Rang drei gelang – doch nach Platz 40 und 25 ärgerte sich Biathletin Maren Hammerschmidt vom SK Winterberg. Die Gründe.

Dieses Bild spricht Bände: Maren Hammerschmidt schaut in die Kamera, unterhalb ihrer roten Mütze liegt die Stirn in Falten, ihre Augen zeigen eine gewisse Traurigkeit, doch knapp über dem dicken Schal sind ihre Lippen zu einem leichten Schmunzeln geformt. Die Biathletin des SK Winterberg ist zurück im Wettkampfgeschehen. Ihre Bilanz fällt jedoch zwiegespalten aus.

„Der erste IBU-Cup der Saison hielt Licht und Schatten für mich bereit“, sagte die 30-jährige Winterbergerin nach den Rennen im norwegischen Sjusjoen auf Nachfrage dieser Zeitung. Ihr lang ersehntes Comeback in einem internationalen Wettbewerb nach über eineinhalbjähriger Verletzungspause hatte Hammerschmidt mit Platz drei beendet (wir berichteten). Doch im zweiten Sprintrennen über 7,5 Kilometer lief vieles gegen die Sauerländerin, die beim Sieg der Russin Irina Starykh (20:12,1 Minuten/null Fehler) auf Rang 40 landete (+2:06,5/vier).

Im abschließenden Verfolgungsrennen über zehn Kilometer kämpfte sich Hammerschmidt zwar auf Rang 25 vor, haderte aber sehr mit ihrer Leistung am Schießstand. „Mit zwei Minuten Rückstand macht man im Verfolger nicht mehr viel“, sagte sie, um zu ergänzen: „Schon gar nicht mit vier Fehlern gesamt am Stand. Das ist zu viel und absolut nicht mein Anspruch.“ Die Schwedin Elisabeth Högberg entschied die Verfolgung in 31:07,6 Minuten mit zwei Schießfehlern für sich. Hammerschmidt hatte im Ziel 2:59,4 Minuten Rückstand.

„Der erste Sprint war super. Läuferisch war es das, was ich kann, und was ich auch zeigen wollte“, sagte die Winterbergerin zurückblickend auf ihren dritten Platz beim Wettkampf-Comeback. Was vor und im zweiten Sprint gegen sie lief? „Ich hatte schwere Beine, eine Verlagerung beim Schießen und mich beim Skimaterial auch noch vergriffen“, sagte Hammerschmidt, „das war alles in allem ein Satz mit X!“

Was Hammerschmidt derzeit fehlt

Doch vom geplanten Weg, der die Staffel-Weltmeisterin von 2017 und Olympia-Starterin von 2018 schnellstmöglich zurück in den Weltcup führen soll, lässt sich Hammerschmidt durch diese Missgeschicke nicht abbringen. „Die Weltcup-Rückkehr möchte ich noch in diesem Jahr schaffen, aber das liegt ja nicht nur in meiner Hand“, hatte sie im Vorfeld gesagt.

Nach dem Auftakt des zweitklassigen IBU-Cups – zuletzt war die Sauerländerin im Februar 2015 im IBU-Cup an den Start gegangen – sagte sie: „Ich habe wieder viel gelernt und weiß, dass die Form stimmt. Aber ich brauche nach wie vor jedes Rennen.“ Zur Erinnerung: Beim Weltcup-Finale 2018 absolvierte Hammerschmidt nach für sie zuvor enttäuschend verlaufenen Olympischen Winterspielen ihren bis zum vergangenen Donnerstag letzten internationalen Wettkampf. Nach einem guten Trainingssommer zog sie sich bei der DM eine Fußverletzung zu und nach der Operation war die Saison für sie gelaufen.

Über eineinhalb Jahre fast ohne Wettkampfpraxis – das steckt auch eine erfahrene Athletin wie Maren Hammerschmidt nicht ohne Probleme weg.

Das ist ihre nächste Station

„Die Saison hat gerade angefangen. Ich denke, es ist noch viel möglich. Ich bleibe dran und werde in Ridnaun wieder voll angreifen“, sagte sie vor der Abreise aus Sjusjoen in ihre Wahlheimat Ruhpolding.

Im italienischen Ridnaun macht der IBU-Cup vom 12. bis zum 15. Dezember Station und wartet mit einem Supersprint, einem Sprint und einem Massenstart auf.

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