Handball

SG Ruhrtal kehrt in die Landesliga zurück

Einfach nur glücklich: Die SG Ruhrtal kehrt nach dem 31:21-Sieg gegen Warstein in die Handball-Landesliga zurück.

Einfach nur glücklich: Die SG Ruhrtal kehrt nach dem 31:21-Sieg gegen Warstein in die Handball-Landesliga zurück.

Foto: Franz-Josef Molitor

Oeventrop.  Der zweite Matchball sitzt: Die SG Ruhrtal kehrt in die Handball-Landesliga der Herren zurück. Unser Paket: Spielbericht, Stimmen und Kommentar.

Die SG Ruhrtal ist im sieben Handball-Himmel. Das am häufigsten zu hörende Wort in der proppevollen Ruhrtalhalle war am Samstagabend: „Landesliga.“ Kein Wunder, denn genau in diese Spielklasse ist zwei Wochen nach den Frauen, die in der Halbzeitpause geehrt wurden, nun auch die Herrenmannschaft aufgestiegen.

Den letzten Schritt ging das Team von Trainer Frank Moormann mit einem eindrucksvollen 31:21 (13:7)-Heimsieg über den Ex-Landesligisten VfS Warstein. Moormann: „Wir freuen uns auf die Herausforderung Landesliga.“

Der VfS Warstein hatte im Zuge des von etwa 400 Zuschauern besuchten Spiels allenfalls in den ersten 20 Minuten einen ernsthaften Gegner für die SG Ruhrtal gestellt. Und das nur, weil die Hausherren in dieser Phase eine schlechte Wurfausbeute verzeichneten. Die SG Ruhrtal stand unter Erfolgsdruck – und das war auch durchaus zu spüren. Weil Spielmacher Alex Blanke gleich den ersten Siebenmeter an den Pfosten setzte, und das Aluminium auch weitere Male dem mehrfach spektakulär rettenden Keeper Niklas Schmidt zur Seite stand, führte die SGR nach 15 Minuten gerade mal mit 5:4.

Aber schon in dieser Phase zeigten sich deutliche Unterschiede in puncto Tempo und Spielwitz. Der VfS verschleppte das Tempo derart, dass keine klaren Wurfmöglichkeiten für die Warsteiner Rückraumschützen heraussprangen.

Leistungssteigerung

Ruhrtal-Torhüter Henrik Basler zeigte zudem eine Sahneleistung. Er zeigte bei nur sieben Gegentoren 15 Paraden – mit dieser erstklassigen Bilanz war Basler der größte Faktor für die schon deutliche 13:7-Pausenführung, für die offensiv in erster Linie die Achse Blanke und Kreisläufer Veit Schmidt sowie der dynamische Rechtsaußen Stefan Röttger zuständig gewesen war.

Im zweiten Abschnitt endeten Warsteins Bemühen um eine Wende mit einem 4:0-Lauf zum 15:12 (38.). Danach riss sich die SG Ruhrtal zusammen, agierte in der Defensiv wieder wesentlich stabiler und baute die Führung auf sieben Tore aus (21:14, 47.). Frei von allen Zweifeln machte der Tabellenführer in der Schlussphase so richtig Dampf, setzte sich ab und buchte früh die Landesliga-Fahrkarte. Die Basis für eine feucht-fröhliche Nacht mit Bierdusche für Coach Moormann war gelegt.

SG Ruhrtal: Basler, Gierse; Röttger (5), Humpert (5), Struwe (4), Blanke (4/1), Bauerdick (3), Schmidt (3), T. Weber (2), Storm (2), Lehmenkühler (2), Rapude (1), Ilskens. - VfS Warstein: Nik. Schmidt, Hilwerling, J. Becher (6/3), M. Becher (3), Hoeck (3), J. Schmidt (2), L. Schmidt (2), Wiley (2), Kraus (2), Rathöfer (1), Nils Schmidt, Heppe.

Die Stimmen zum Aufstieg

Frank Moormann, Trainer der SG Ruhrtal: „Ich bin stolz und überglücklich, dass wir mit diesem überzeugenden Auftritt den Sprung in die Landesliga vorzeitig perfekt gemacht haben. Wir sind zwar nicht die am besten besetzte, aber konstanteste Mannschaft und haben alle zehn Nachbarschaftsduelle eindeutig gewonnen. Das wird ein Abenteuer, in das wir mit viel Respekt, aber auch Selbstvertrauen gehen. Wir sind mit in der Entwicklung dieser jungen Truppe, die komplett zusammenbleibt, noch keineswegs am Ende.“

Thomas Weber, Vorsitzender der SG Ruhrtal: „Wir freuen uns riesig mit den Handballern, dass sie sich genau 30 Jahre nach dem letzten Landesliga-Aufstieg wieder für diese attraktive Klasse qualifiziert haben. Es ist ein tolles Gefühl, erstmals die Nummer eins in der Region zu sein. Wir schauen jetzt mutig nach vorne. Ich halte die Mannschaft selbst ohne auswärtige Verstärkungen für fähig, in der Landesliga mitzuhalten.“

Matthias Klute, Herrenwart der SG Ruhrtal: „Ein Traum ist wahr geworden. Es war unser erklärtes Saisonziel, mit den Damen und Herren in die Landesliga aufzusteigen. Dass wir das binnen zwei Wochen geschafft und dabei so viel Begeisterung hervorgerufen haben, macht diese Erfolge doppelt schön. Ich hatte im Vorfeld Respekt vor den zahlreichen Derbys, aber gerade in diesen Partien hat die Mannschaft stets ihr oberes Leistungslevel erreicht und das gegen den VfS Warstein noch einmal eindrucksvoll untermauert. Wir werden das Festzelt nicht abbauen und nächste Woche eine große Aufstiegsfeier machen. Vielleicht kommt die Mannschaft ja sogar als Meister vom letzten Punktspiel aus Ferndorf zurück.“

Dominik Baack, Trainer des VfS Warstein: „Ruhrtal hat absolut verdient gewonnen und steigt zurecht auf. Die Mannschaft wird es in der Landesliga aber schwer haben, wenn es keine Verstärkungen gibt.“

Kommentar von Philipp Bülter

Die SG Ruhrtal ist jetzt die Nummer eins

Der zweite Matchball sitzt: Die Handballer der SG Ruhrtal feiern nach 30 Jahren die Rückkehr in die Landesliga. Grund genug für eine große Party in und um Oeventrop und Freienohl, die sich die Handball-Spielgemeinschaft der Hauptvereine TuS Oeventrop und TuRa Freienohl total verdient hat.

Das Team von Trainer Frank Moormann bediente sich in dieser Saison einer auf den ersten Blick einfachen Erfolgsformel: viel Fleiß, harte Arbeit und konstante Qualität. Die Mannschaft gönnte sich sogar in der Weihnachtszeit nur eine Woche Urlaub, überstand Rückschläge wie das Verpassen des ersten Aufstiegs-Matchballs bei der HSG Hohenlimburg II mühelos und bewies vor allem in den Derbys ihre große Klasse.

Nach zehn Siegen in zehn Lokalduellen gegen den TV Arnsberg, HV Sundern, TV Neheim, TV Wickede und VfS Warstein steht zu Recht der Aufstieg. Ferner steigt die SG Ruhrtal nun zur Nummer eins im heimischen Herren-Handball auf – mehr als nur eine Randnotiz.

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