Arnsberg

Stadtsportverband unterstützt Hilfsprojekt in Afrika

Laura Hieronymus (hinten) ist Geschäftsführerin des Stadtsportverbandes (SSV) Arnsberg. Sie hat selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Afrika verbracht und betreut nun mit dem SSV ein Hilfsprojekt in der Stadt Kolwezi.

Laura Hieronymus (hinten) ist Geschäftsführerin des Stadtsportverbandes (SSV) Arnsberg. Sie hat selbst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Afrika verbracht und betreut nun mit dem SSV ein Hilfsprojekt in der Stadt Kolwezi.

Foto: Privat

Arnsberg.  Für Laura Hieronymus (25) ist das Engagement des Stadtsportverbandes Arnsberg in der Demokratischen Republik Kongo eine Herzensangelegenheit.

Mehr als 11.000 Kilometer trennen die Städte Arnsberg im Hochsauerlandkreis und Kolwezi im Süden der Demokratischen Republik Kongo. Trotz dieser enormen Distanz versuchen die Funktionäre des Stadtsportverbandes (SSV) Arnsberg, den Menschen in dieser Krisenregion Zentralafrikas nah zu sein – mit Hilfe eines Projekts für Straßenkinder, für das sich insbesondere SSV-Geschäftsführerin Laura Hieronymus stark macht.

Eine Herzensangelegenheit

Die 25-jährige Hüstenerin, die neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit im SSV beim SV Hüsten 09 Jugendkassiererin ist, hat selbst vor sechs Jahren und bis Mitte des Jahres 2014 ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ostafrika und dabei vor allem in der Demokratischen Republik Kongo absolviert. Laura Hieronymus arbeitete damals als „Missionarin auf Zeit“, lebte in Kolwezi (offiziell etwa 450.000 Einwohner) und leistete in einem Gesundheitszentrum Entwicklungsarbeit.

Damals lernte sie Father Damien, einen Priester aus Ohio (USA), kennen und schätzen. Er lebt seit den 1980er-Jahren in Ostafrika und betreut federführend das Projekt „Maison kwetu“ (Französisch-Kiswahili für „Unser Zuhause“). „Er hat dort ein Dorf gegründet für die Versorgung und Beschäftigung der Kinder. Sie können dort die Schule besuchen, zur Messe gehen, Sport treiben und hoffentlich bald eigene Lebensmittel anbauen. Father Damien engagiert sich dort sehr, er beschönigt aber auch nichts, sondern spricht sehr realistisch über die Situation in Kolwezi“, sagt Hieronymus.

Gefährliches Krisengebiet

Die Stadt erlangte traurige Berühmtheit durch die schlechten Arbeitsbedingungen in den dortigen riesigen Kobalt- und Kupferminen. Das dort abgebaute Material wird in Technikgeräten verbaut. Die Kinder der Umgebung haben kaum andere Möglichkeiten, als in den Minen zu arbeiten. Sie verpassen somit die so dringend notwendige Schulbildung und damit auch die Chance auf ein besseres, gesünderes Leben. Abhilfe soll unter anderem die vom SSV Arnsberg unterstützte Initiative für Straßenkinder schaffen. „Wir stehen mit den Initiatoren im ständigen Kontakt. Leider ist es vor Ort so gefährlich geworden – es ist ein Ebola- und Bürgerkriegsgebiet – dass ich selbst nicht mehr dorthin kann“, erzählt Hieronymus.

Der Stadtsportverband hat im Zuge des Nachhaltigkeitsfestivals „Schlabberkappes“ der Stadt Arnsberg Getränke verkauft und wird den gesamten Verkaufserlös – Laura Hieronymus geht von etwa 600 Euro aus – an das Projekt in Afrika spenden. Der SSV sucht zudem weitere Unterstützer, die sich künftig für die Initiative engagieren möchten. „Das Geld soll nun dafür genutzt werden, dass sich die Menschen in Kolwezi ihr eigenes Gemüse und Getreide anbauen können“, sagt SSV-Geschäftsführerin Laura Hieronymus. Dem SSV sei es wichtig gewesen, „nicht einfach nur Geld zur Verfügung zu stellen, sondern Ansprechpartner für alle Situationen und alle Eventualitäten zu sein“. Die Wirtschaftsjura-Studentin, die im September eine Stelle bei der Stadt Arnsberg antritt, steht für weitere Informationen unter Telefon 0170/9684877 bereit.

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