Volleyball

Warum die Kapitänin des RC Sorpesee nach Babypause glänzt

Als Spielführerin geht sie in der 2. Liga voran: Volleyballerin Kirsten Prachtel, hier vor dem Klubhaus ihres Vereins RC Sorpesee.

Als Spielführerin geht sie in der 2. Liga voran: Volleyballerin Kirsten Prachtel, hier vor dem Klubhaus ihres Vereins RC Sorpesee.

Foto: Georg Giannakis

Sundern-Langscheid.  Kirsten Prachtel ist eine der wichtigsten Spielerinnen der Volleyballerinnen des RC Sorpesee. Wie sie mit dem Team die 2. Liga erhalten möchte.

Annahme-Außenspielerin, Antreiberin, Multitalent: Kirsten Prachtel nimmt bei den Zweitliga-Volleyballerinnen des RC Sorpesee gleich mehrere wichtige Rollen ein. Die 32-Jährige hat nach der Rückkehr aus ihrer Babypause gleich wieder das Kapitänsamt übernommen und zu alter Leistungsstärke zurückgefunden.

Im Gespräch mit dieser Zeitung verrät die erfahrene Volleyballerin, wieso ihr am Teamerfolg mehr als an Einzeltiteln liegt, und warum der RC Sorpesee im ersten Heimspiel dieser Saison in der 2. Liga am Sonntag, 20. September, 16 Uhr, im Schulzentrum Sundern ein anderes Gesicht zeigen wird als bei der 0:3-Auftaktniederlage in Essen.

Kirsten Prachtel, nachdem Sie in der Saison 2018/2019 eine Babypause eingelegt hatten, kehrten Sie zum Start der vergangenen Spielzeit 2019/2020 in der 3. Liga West zurück in das Team des RC Sorpesee. Sie wurden wieder Kapitänin, spielten mit dem Team eine famose Saison und stiegen auf. Wie war das alles nur möglich?

Kirsten Prachtel: (schmunzelt) Ich war selbst überrascht darüber, wie schnell ich zu meiner alten Leistungsstärke zurückgefunden habe. Mir war nicht klar, wie gut es laufen wird, nach so langer Zeit und einer Schwangerschaft zurückzukehren. Mir hat auf jeden Fall geholfen, dass ich ohnehin gerne sportlich viel für mich tue und auch gerne hart an mir arbeite – davon habe ich profitiert.

Sie waren beim RCS sofort wieder eine wichtige sportliche Stütze.

Das stimmt. Ich glaube, mir hat sehr geholfen, dass ich durch unsere Tochter Lene einfach ganz andere Prioritäten hatte. Durch das Muttersein hatte ich keine Zeit, mich großartig mit den Gegnern in der 3. Liga oder dem Druck bei Topspielen auseinanderzusetzen. Ich bin sehr entspannt in die Spiele hineingegangen – und es hat gut funktioniert.

Sie wurden nach der vergangenen Saison – die trotz Corona für den RC Sorpesee mit dem Aufstieg in die 2. Liga endete – zur besten Spielerin der 3. Liga West gewählt. Was empfinden Sie bei einer solch persönlichen Auszeichnung?

Natürlich hat mich dieser Titel sehr gefreut, auch wenn ich in einer Teamsportart wie dem Volleyball eigentlich kein großer Fan von so etwas bin. Aufgrund der Coronapandemie habe ich einen Gutschein über 120 Euro erhalten – und diesen in einer Buchhandlung komplett für Bücher für unsere Tochter investiert. Das hat sich gelohnt. (lacht)

Hatten Sie in der Sommerpause Zweifel, ob der RC Sorpesee aufgrund der großen finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen das Abenteuer 2. Bundesliga überhaupt erneut wagen kann?

Zweifel hatte ich auf jeden Fall, ob es mit der 2. Bundesliga klappen wird. Wir Spielerinnen wussten ja auch, dass es für unsere Sponsoren durch die Coronapandemie sicher nicht einfacher geworden war. Wir haben aber tolle Partner, alle haben an einem Strang gezogen, und so können wir jetzt tatsächlich wieder in der 2. Bundesliga spielen – das ist sehr schön.

Die Saisonvorbereitung war vor allem aufgrund der Coronapandemie trotzdem nicht leicht. Wie lief es für Ihr Team und Sie persönlich?

Wir sind nur etwa zwei Wochen später gestartet, ansonsten hatten wir auch Glück, und fast alles lief so wie gewohnt. Wir haben zum Beispiel zunächst viel Lauftraining absolviert und vor allem draußen an der frischen Luft trainiert. Natürlich wurden die Testspiele und die Turniere etwas anders gehandhabt als sonst, aber das hat gut geklappt.

Im ersten Ligaspiel in der 2. Liga unterlag der RC Sorpesee trotzdem mit 0:3 beim VC Allbau Essen. War zu große Nervosität tatsächlich der entscheidende Faktor?

Man hat unserer Mannschaft die große Nervosität auf jeden Fall angemerkt. Wir waren als Team einfach ein bisschen eingeschüchtert: Plötzlich kommst Du mit einer Akkreditierung um den Hals durch den Hintereingang in eine große Sporthalle, bei dir wird Fieber gemessen, und all das war vielleicht etwas viel. Plötzlich bist Du ein Vollprofi – zumindest offiziell. (lacht) Ich denke schon, dass all das den einen oder anderen beeindruckt haben wird.

Warum wird die Leistung des RC Sorpesee im ersten Heimspiel dieser Saison am Sonntag, 20. September, 16 Uhr, gegen den VfL Oythe besser?

Weil wir keine Lust haben, schon wieder zu verlieren. Ich bin mir sicher, dass die Anfangsnervosität bei uns mittlerweile verflogen ist. Wir sind sehr motiviert, vor allem vor unserem ersten Heimspiel, und wollen unsere starken Leistungen aus der vergangenen Saison bestätigen.

Was wäre Ihnen persönlich wichtiger – die Auszeichnung als beste Spielerin der 2. Liga oder der Klassenverbleib mit der Mannschaft?

(lacht) Natürlich der Klassenerhalt mit dem RC Sorpesee – dieses Ziel steht über allem. Wenn wir unsere Leistung wieder auf das Spielfeld bekommen, dann kriegen wir das auch hin. Da bin ich optimistisch.

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