Coronakrise

Was sind die Ladenhüter und Renner in den Sportgeschäften?

Klaus Strojnowski

Klaus Strojnowski

Foto: Rainer Göbel

Sauerland.  We laufen eigentlich während der Coronakrise die Geschäfte der Sportgeschäfte im Sauerland?

Wie groß waren die Einbußen durch den mehr als vierwöchigen Shutdown? Geht es nach dem Re-Start der Fußball-Bundesliga und den Lockerungen bei den Amateurkickern sowie in anderen Sportarten jetzt wieder bergauf?

„Als wir das Geschäft zu hatten, hat sich der Verkauf im Internet verdoppelt“, berichtet Klaus Strojnowski, der zusammen mit seinem Bruder Peter seit 1978 ein Sportgeschäft in Neheim betreibt. „Insgesamt hatten wir in dieser Zeit allerdings Einbußen in einem hohen fünfstelligen Bereich.“

Finanzielle Verluste

Auch Michael Dornow, Inhaber vom Sport Point in Brilon, hatte durch den Shutdown erhebliche finanzielle Verluste. „Der Internetverkauf war um rund 15.000 Euro rückgängig, während wir im Laden 50 bis 60 Prozent an Einbußen hatten“, teilt der 56-jährige Dornow mit, der sich nach seiner Zeit als Polizeibeamter im Jahr 1987 selbstständig machte. Dabei hatte Michael Dornow während des Shutdown sogar einen Bestellservice im Internet mit Lieferung nach Hause angeboten. „Wir wollten einfach den Kontakt zu unseren Kunden aufrecht erhalten“, erklärt Dornow.

Mittlerweile zeigt die Kurve wieder ein wenig nach oben. „Uns fehlen noch 20 Prozent an den Tageseinnahmen vor der Coronakrise“, sagt Dornow. „Wir haben noch 30 Prozent weniger Umsatz“, ergänzt Klaus Strojnowski. „Wir wollen uns aber nicht beklagen, denn das ist besser als gar nichts. In anderen Bereichen, zum Beispiel der Gastronomie, sieht es viel schlechter aus.“

Laufschuhe verkaufen sich gut

Bei Sport Strojnowski in Neheim läuft zurzeit besonders der Verkauf von Laufschuhen sowie Freizeitbekleidung sehr gut. „Fußballschuhe sind dagegen Ladenhüter. Aber warum auch? Es gibt ja keinen Spielbetrieb“, erklärt Klaus Strojnowski. Bei Michael Dornow im Sportpoint in Brilon stehen neben Laufschuhen auch Tracking- und Outdoor-Kleidung sowie Fitnesszubehör (unter anderem Hanteln) hoch im Kurs.

Sowohl Sport Strojnowski in Neheim als auch der Sportpoint in Brilon beliefern natürlich auch die Sportvereine im Kreis Arnsberg sowie im Altkreis Brilon. Beide Geschäfte bieten zudem die Beflockung der jeweiligen Kleidung an. Bei Sport Strojnowski sind unter anderem Vereine wie der SV Hüsten 09, SV Herdringen, TuS Sundern, SV Bachum/Bergheim, SV Arnsberg 09 und der Schwimmverein SV Aegir treue Kunden.

Einheitliche Kleidung

Michael Dornow hat neben seinem Geschäft in Brilon seit 2013 auch noch einen Großhandel (Sport Point International) mit Abnehmern in ganz Europa sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar und Saudi-Arabien. Bis zur Saison 2005/06 war Dornow Hauptlieferant des Fußball-Verbandes der Vereinigten Arabischen Emirate. „Der Kontakt ist danach nie abgebrochen und so liefern wir auch heute noch in die Länder“, berichtet Dornow. „Eine Bestellung sieht dort allerdings anders aus als hier in Brilon. Bei einem Verein in den Emiraten wird zum Beispiel jedes Vereinsmitglied mit einem Trainingsanzug ausgestattet. Und das sind dann mal schnell 500 oder auch 3000 Anzüge. Dort wird großer Wert auf einheitliche Kleidung gelegt. Wir hatten natürlich auch im Großhandel Einbußen, aber langsam läuft das Geschäft wieder an.“

Nach Auskunft von Klaus Strojnowski darf jetzt alles passieren, nur kein zweiter Shutdown. „Der wäre dann existenzbedrohend.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben