Fußball

Weshalb dieser junge Mescheder (16) schon ein Vorbild ist

Heimat Dünnefeldstadion: Jan Schamoni vom SSV Meschede ist Spieler und Coach in einer Person.

Heimat Dünnefeldstadion: Jan Schamoni vom SSV Meschede ist Spieler und Coach in einer Person.

Foto: Georg Giannakis

Meschede.  Er ist Torwart, aktiv ist Jan Schamoni vom SSV Meschede aber auch als Fußballtrainer – obwohl er erst 16 Jahre alt ist. Was er lernt und lehrt.

Mehr als 250 Kinder und Jugendliche kicken derzeit in der Fußballabteilung des SSV Meschede. Eine durchaus beeindruckende Anzahl an jungen aktiven Nachwuchsfußballern, von denen so einige ihren unbändigen Ehrgeiz und ihr großes Talent auf dem Platz eindrucksvoll unter Beweis stellen. Einer der Engagiertesten unter ihnen: Jan Schamoni. Er ist nicht nur Torhüter der A-Junioren des SSV, sondern ebenso Fußballtrainer – und das mit erst 16 Jahren.

Mit gerade mal 15 Jahren hatte Schamoni die Prüfungen für seinen ersten Trainerschein erfolgreich absolviert. Laut Aussage seines Heimatvereins ist Jan Schamoni damit derzeit der jüngste Coach mit C-Lizenz in ganz Nordrhein-Westfalen.

In dieser Mescheder Mannschaft geht alles los

Der Sport spiele für ihn bereits seit der Kindheit eine tragende Rolle, gibt der Teenager offen zu. Zarte vier Jahre jung war Jan Schamoni, als er sich erstmals im Dünnefeld-Stadion die Fußballschuhe schnürte. Der gebürtige Mescheder hat beim SSV das Fußballspielen buchstäblich von der Pike auf erlernt. Fachlich gute Jugendtrainer mit fußballerischem Sachverstand und eigener sehenswerter Vita als aktive Kicker haben Schamoni in den Folgejahren geprägt und ihn zu einem charakterlich und sportlich starken jungen Mann gemacht. Dieses über viele Jahre generierte Wissen möchte er nun an jüngere Nachwuchs-Kickern im SSV weitergeben. „Das ist der Grund, warum ich den C-Trainerschein machen wollte“, erklärt Jan Schamoni.

Erste Erfahrungen als Taktgeber an der Seitenlinie machte der Youngster schon vor zwei Jahren. Da wirkte Jan Schamoni als Co-Trainer bei den F2-Junioren des SSV Meschede mit und unterstütze tatkräftig Übungsleiter Remzi Bajrushaj während der Trainingseinheiten und bei entsprechenden Pflichtspielen. Und im vergangenen Jahr bekleidete er schließlich erstmals in Alleinregie den Posten des Trainers bei der E2. „Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich war von dieser Aufgabe total angetan. Das motivierte und bestärkte mich in meinem Vorhaben, den Trainerschein zu machen“, erzählt er.

Das Training und die Spiele bei den E2-Kickern bewerkstelligen, selbst trainieren und Partien für das A-Jugendteam bestreiten sowie parallel dazu noch die Lehrgänge für den C-Trainerschein besuchen – es war ein enormer Kraftakt, den Jan Schamoni da stemmen musste. Und das alles neben der Schule. „Es gab Tage, an denen war ich fast jeden Tag auf dem Sportplatz. Und die Fahrten zu den Lehrgängen nach Grevenstein kamen noch hinzu. Die Schule habe ich trotzdem nie vernachlässigt. Einen guten Schulabschluss zu erreichen, ist mir nämlich genauso wichtig“, sagt Jan Schamoni.

Was die Lehrgänge vermitteln

Denn sein angestrebtes Ziel fernab der Fußball-Welt hat er sich klar gesteckt. „Im Sommer den Realschulabschluss in der Tasche haben, dann das Abitur machen und danach Sport studieren“, betont er.

Gerade die besagten Trainerschein-Lehrgänge unterstützten ihn dabei, seine durchweg positive Einstellung zur Schule zu untermauern und die eigene Zielstrebigkeit zu unterstreichen. „Jede der 120 Lehreinheiten war spannend und hat mir neue Einblicke gegeben“, sagt er und berichtet von den entsprechenden Besuchen der Unterrichtsstunden.

Dass Jan Schamoni der Jüngste unter den 22 Teilnehmern war, störte ihn zu keinem Zeitpunkt: „In der ersten Einheit war ich noch sehr nervös und habe mir im Vorfeld natürlich so meine Gedanken gemacht, wie es wohl wird. Aber das legte sich schnell. Alle haben mich umgehend akzeptiert und respektiert.“

Forsche Zukunftspläne

Ein breites Spektrum an theoretischem und praktischem Wissen wurde ihm drei Wochen lang zuteil. „Uns wurden nicht nur generelle Elemente und mögliche Bausteine des Trainings vermittelt, sondern auch rechtliche Dinge haben wir dort gelernt, sprich, ob man ein Kind nach dem Training allein nach Hause gehen lassen darf oder nicht. Aber auch Rollenspiele, in denen einer den Trainer spielte und die anderen in die Rolle der Kinder schlüpften, mussten wir machen“, erzählt Jan Schamoni, noch sichtlich beeindruckt vom Erlebten und betont: „Eine Vorbildfunktion einzunehmen und anderen etwas auf seine Art beizubringen, ist etwas Schönes. Ich bin froh und bereue es nicht, den Trainerschein gemacht zu haben.“

In naher Zukunft möchte er die Trainer-B-Lizenz nachlegen, ehe die A-Lizenz folgen soll. „Irgendwann Fußballlehrer zu werden und vielleicht Profis zu trainieren – das wäre der Wahnsinn. Da es für eine Karriere als Profi-Fußballer bei mir wohl nicht mehr reichen wird, träume ich nun eben von einer solchen Laufbahn“, sagt Jan Schamoni und lacht. Wer weiß, womöglich erfüllt sich dieser große Traum ja – am nötigen Selbstbewusstsein mangelt es dem Youngster jedenfalls nicht.

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