Handballderby

Wieder macht Lars Schorlemmer den Unterschied

Vor dem Derby: Der VfS Warstein gewann später gegen den TV Arnsberg 24:23 (11:10)

Foto: Thorsten Heinke

Vor dem Derby: Der VfS Warstein gewann später gegen den TV Arnsberg 24:23 (11:10) Foto: Thorsten Heinke

Warstein.   Handball-Landesliga der Herren: VfS Warstein feiert einen glücklichen 24:23 (11:10)-Sieg im Derby gegen TV Arnsberg.

Es soll in dieser Saison einfach nicht sein. Nachdem die Landesliga-Handballer des TV Arnsberg schon im Hinspiel (23:23) unglücklich einen Punkt abgaben, mussten sie sich jetzt beim VfS Warstein hauchdünn mit 23:24 (10:11) geschlagen geben. Der Tabellenletzte aus der Regierungsstadt ist damit auch nach 17 Spielen (3:31-Punkte) weiter sieglos. Warstein hat als Vorletzter weiter zwei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.

Der TV Arnsberg führte im Derby wie im Hinspiel kurz vor der Pause und kurz vor Schluss jeweils mit einem Treffer. Aber in beiden Fällen gelang zunächst Lars Schorlemer der Ausgleich beziehungsweise der Siegtreffer 17 Sekunden vor dem Ende der Partie. Trotzdem gab es für die Schützlinge von TVA-Coach Vadim Lammert, der sein Team hervorragend eingestellt hatte, den verdienten Applaus der zahlreich mitgereisten Anhänger.

3:0-Blitzstart

Der TV Arnsberg kombinierte zu Beginn zielstrebig und verteidigte kompakt. So sorgten Torben Eberhard (2) und Philipp Mähl, die neun der zehn Arnsberger Treffer im ersten Abschnitt erzielten, für einen 3:0-Blitzstart. Warstein kam erst in der siebten Minute durch Boban Ristovic zu seinem ersten Treffer. Ristovic erzielte später mit dem 20:17 seinen 2000. Landesliga-Treffer im Warsteiner Dress.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte scheiterte Arnsberg reihenweise an Keeper Niklas Schmidt. Eine sehr starke Leistung zeigte aber auch TVA-Torhüter Marc Ehrensperger, der vor allem bei den Gewaltwürfen von Philip Schröder stets richtig stand. So gaben die Gäste bis zum 9:7 den Ton an. Dann aber trafen die bis dahin wirkungslosen Warsteiner Flügelspieler. Zudem drehte Lars Schorlemer mit seinen Toren den Spieß um. Diese Wende gab den Hausherren ein wenig mehr Sicherheit. Schröders Doppelpack bedeutete das 17:13 für den VfS Warstein. Aber der TVA kam zurück. Per Gegenstoß besorgte der in der Abwehr überragende Kevin Erpelding das 16:17. Als P.hillipp Mähl in Unterzahl auf 19:20 verkürzen konnte, war beim TVA der Glaube an den ersten Saisonsieg zurück. Warsteiner wirkte dagegen nervös und setzte fast nur noch auf Einzelaktionen. Oscar Assmann und der blendend aufgelegte Eberhard trafen zum 22:22-Ausgleich und Phillipp Mähl sorgte per Strafwurf für die 23:22-Führung. Arnsbergs Anhang jubilierte bereits, doch der VfS Warstein gab sich nicht geschlagen. Erst traf Schorlemer aus dem Rückraum und dann per Siebenmeter auch noch zum glücklichen 24:23-Endstand.

Ein typisches Derby

„Es war ein typisches Derby mit einem offenen Schlagabtausch. Uns hat nur ein Tick zur Überraschung gefehlt. Meine Vorderleute haben gut verteidigt, aber Schorlemer ist einfach nicht auszuschalten“, fasste Marc Ehrnsperger, Torhüter des TV Arnsberg, die Partie kurz und knapp zusammen.

Stimmen zum Spiel

Stimmen zum Handball-Landesliga-Derby zwischen dem VfS Warstein und TV Arnsberg.

Günter Warkus, Trainer des VfS Warstein: „Natürlich haben wir Glück gehabt, aber das ist mir völlig egal, es zählen nur die Punkte. Wir sind wieder schlecht aus den Startlöchern gekommen. Man hat gespürt, dass wir weitaus mehr zu verlieren hatten als der TVA, der viel gelöster gewirkt hat. Wir haben unserem Torhüter Niklas Schmidt zu verdanken, dass wir nicht deutlicher in Rückstand geraten sind. Weil der TVA jeden unserer Fehler bestraft hat, ist es brutal eng geworden. Dieser Sieg sollte uns den nötigen Rückenwind geben, um die Klasse zu halten.“

Jan Klute, Kapitän des TV Arnsberg: „Es ist wie immer, wenn wir gegen Warstein spielen, den Unterschied macht Schorlemer. Wir haben eigentlich gut gegen ihn verteidigt, doch als es darauf ankam, war er zur Stelle. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat das vorgegebene Konzept prima umgesetzt. Leider haben wir einige Fehler zu viel gemacht, um uns zu belohnen. Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht das letzte Derby gegen den VfS gespielt haben. Warstein wird mit dieser Leistung nächste Woche gegen Olpe verlieren und mit uns absteigen.“

Vadim Lammert, Trainer des TV Arnsberg: „Wir haben gegen Warstein und die Schiedsrichter gespielt. Sie haben das Spiel kaputt gepfiffen. Weiter möchte ich mich nicht äußern.“

Torben Eberhard, Spieler des TV Arnsberg: „Ein Unentschieden wäre das gerechtere Ergebnis gewesen, aber uns hat in den entscheidenden Phasen die Cleverness gefehlt. Wie es für mich nächste Saison weiter geht, werde ich in den nächsten zwei Wochen bekannt geben.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik