Fussball-Bezirksliga

Wünnenbergs Trainer Ralf Brake spricht Klartext

Ralf Brake, Trainer der FSV Bad Wünnenberg/Leiberg.

Ralf Brake, Trainer der FSV Bad Wünnenberg/Leiberg.

Foto: Tobias Aufmkolk

Bad Wünnenberg.  Die Sportredaktion hat mit Ralf Brake, Trainer von Fußball-Bezirksliga-Spitzenreiter FSV Bad Wünnenberg/Leiberg, ein Exklusiv-Interview geführt.

Es war keine gute Woche für Ralf Brake, den Trainer von Fußball-Bezirksliga-4-Spitzenreiter FSV Bad Wünnenberg/Leiberg. Erst gab es die 2:3-Pokal-Niederlage seines Lieblingsvereins Arminia Bielefeld gegen Schalke 04, dann das eigene 3:3-Unentschieden bei Schusslicht SF Birkelbach. Trotzdem hat sich Ralf Brake der Sauerlandsport-Redaktion zum Interview gestellt und zu folgenden Schlagworten Stellung genommen.

Ralf Brake über …

… seine Mannschaft

Der Zusammenhalt und die Kameradschaft sind sehr groß. Zudem hat die Truppe einen tollen Charakter, ist sehr organisiert und lernwillig. Die meisten Jungs kennen sich schon seit der Schule und haben von der Jugend an zusammengespielt.

… die Stärken

Die Umstellung von Natur- auf Kunstrasen haben die Spieler sehr gut und schnell hinbekommen. Dazu hat die Mannschaft mein offensives System verinnerlicht. Wir stehen zehn bis 20 Meter höher als in der vergangenen Saison und gehen bewusst mehr Risiko ein. Dies hat sich bereits bewährt, wie auch unsere aktuelle Tabellenposition zeigt.

… die Schwächen

Die junge Mannschaft befindet sich noch in der Lernphase. Sie lässt sich durch Hektik von außen, wie jetzt in Birkelbach, anstecken und teilweise auch durch eine harte Gangart ab und zu den Schneid abkaufen. Sie muss noch lernen, im richtigen Moment die richtigen Dinge zu tun. Die Jungs sind einfach zu lieb und sprechen auch zu wenig auf dem Platz miteinander.

… die Meisterschaft

Die Meisterschaft ist bei uns zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt kein Thema. Aus Erfahrung sage ich, dass der Aufstieg für die Mannschaft und den Verein noch zu früh kommen würde. Dafür muss man erst einmal zwei bis drei Jahre in der Bezirksliga kontinuierlich oben mitspielen. Wir dagegen sind ja erst vor zwei Jahren aufgestiegen. Trotzdem werden wir alles dafür tun, um weiter oben zu bleiben. Und: Sollte die Chance zum Aufstieg kommen, werden wir sie natürlich wahrnehmen.

… die Konkurrenz

Der größte Konkurrent ist für mich der FC Arpe/Wormbach, der schon über viele Jahre in der Bezirksliga spielt und über eine ausgebuffte Truppe verfügt. Der FC Arpe/Wormbach war bislang auch die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben. Nicht umsonst haben wir dort mit 2:5 verloren und die bisher einzige Saison-Niederlage kassiert. Sundern, Eslohe und Schmallenberg halte ich ebenfalls für gut. Sie haben aber auch schon reichlich an Boden verloren. Wenn der FC Arpe/Wormbach oder wir jedoch schwächeln sollten, kann das Trio sicherlich noch einmal oben anklopfen.

… die Perspektive

Ziel ist, dass sich die Mannschaft über Jahre in der Bezirksliga etabliert und dort eine gute Rolle spielt. Außerdem sollen die Jungs den Zuschauern attraktiven Fußball zeigen und sich vor allem weiterentwickeln. Die Bezirksliga ist sicherlich die richtige Liga für einen kleinen Verein, wie es die FSV Bad Wünnenberg/Leiberg nun einmal ist. Ganz wichtig ist, dass wir trotz der bislang sehr guten Saison nicht abheben und auf dem Teppich bleiben.

… seine Zukunft

Ob ich auch in der kommenden Saison die FSV Bad Wünnenberg/Leiberg trainieren werden, hängt davon ab, ob der Verein bei einem Nicht-Aufstieg in der Bezirksliga 4 bleibt oder umgruppiert wird. Den ganzen Aufwand in der Bezirksliga 4 kann man über einen längeren Zeitraum nicht betreiben und geht an die Substanz. Am Donnerstag bin ich zuerst 40 Kilometer von Hövelhof nach Bad Wünnenberg und dann 120 Kilometer nach Birkelbach gefahren. Nach dem Spiel standen dann erneut 160 Kilometer auf dem Programm. In der Bezirksliga 3 hätten wir nicht nur kürzere Fahrten, sondern auch mehr Derbys und noch größere Zuschauerzahlen.

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