Faustball

Weltmeister Dirk Schachtsiek brilliert in Bösperde

Nimmt schwungvoll Maß: Dirk Schachtsiek (rechts), Jahrhundert-Faustballer des TSV Hagen II, lässt in dieser Szene dem Spieler des TB Bösperde keine Chance. Die Hagener setzen sich in beiden Begegnungen in der Sporthalle an der Bahnhofstraße souverän gegen die Gastgeber durch.

Nimmt schwungvoll Maß: Dirk Schachtsiek (rechts), Jahrhundert-Faustballer des TSV Hagen II, lässt in dieser Szene dem Spieler des TB Bösperde keine Chance. Die Hagener setzen sich in beiden Begegnungen in der Sporthalle an der Bahnhofstraße souverän gegen die Gastgeber durch.

Foto: Frank Saul

Bösperde.   Dirk Schachtsiek, Jahrhundert-Faustballer des TSV Hagen II, zeigte eindrucksvoll in Bösperde, wie die Randsportart praktiziert wird.

Die Faustballer des Turnerbundes Bösperde hatten den Klassenerhalt in der Verbandsliga vorzeitig im Safe. Dem letzten Spieltag am zurückliegenden Sonntag in der Sporthalle in Bösperde konnten sie entspannt entgegenblicken. Dennoch gab es ein Highlight: Denn Dirk Schachtsiek, Jahrhundert-Faustballer des TSV Hagen II, zeigte eindrucksvoll in Bösperde, wie die Randsportart praktiziert wird. Zum Hagener Team gehört unter anderem auch sein 19-jähriger Sohn Jan. Wir haben mit dem 53-jährigen Top-Sportler nach dem letzten Ballwechsel gesprochen.

Wie urteilen Sie die beiden Spiele gegen das Team aus Bösperde?

Unser Motto lautete, dass wir den Westfalenmeistertitel absichern wollten. Um auf Nummer sicher zu gehen, mussten wir gegen Bösperde zweimal gewinnen. Das haben wir dann auch sehr deutlich geschafft. Wir haben jeweils nach Sätzen mit 2:0 gewonnen. Unsere Jungs haben in beiden Spielen eine sehr überzeugende Leistung gebracht.

Wie sieht der weitere Weg des TSV Hagen aus?

Wir hätten mit dem Westfalenmeistertitel das Anrecht erworben, die

Aufstiegsspiele zur Zweiten Bundesliga zu bestreiten. Aber es ist noch nicht ganz klar, ob wir diesen Schritt machen werden, weil die Spielfrequenz viel, viel höher sein wird und die Fahrten zu den Auswärtsspielen sind logischerweise weiter. Gleichzeitig spielt unsere erste Mannschaft noch in der Bundesliga. Da muss der ein oder andere aus der Verbandsliga-Mannschaft dann auch einmal im Bundesliga-Team aushelfen. Wir werden trotz der Westfalenmeisterschaft den Schritt in die Zweite Liga wahrscheinlich nicht umsetzen.

Was ist das Besondere am Faustball?

Es ist ein sehr komplexer Sport, bei dem man nie seine Grenzen erreichen kann. Es sind viele technische Finessen möglich mit dem Ball, die mit sämtlichen Schnittvariationen kombiniert werden können. Von der Kommerzialisierung ist Faustball ein absoluter Randsport. Das heißt, hier wird kein Geld verdient. Es hat natürlich den Nachteil für den ein oder anderen, der neidisch auf andere Sportarten blickt. Es hat aber die Vorteile, dass wir untereinander ein sehr gutes Verhältnis haben, auch gegenüber den Gegnern. Das zieht sich bis in die Erste Liga hoch, dass die Spieler fair miteinander umgehen. Man erfährt eine ganz tolle Kameradschaft.

Wo kann Faustball gespielt werden?

Das ist eine weitere Besonderheit. Die Faustball-Saison wird in der Halle und ebenso auf dem Feld bestritten. Zur jetzigen Jahreszeit, in der sich die Fußballer draußen den Hintern abfrieren, können wir in der warmen Halle spielen. Wenn es dann Richtung April geht, gehen wir wieder auf das Feld. Wenn die Luft in der Halle zu stickig wird, können wir die frische Luft genießen. Der Sport ist dadurch sehr abwechslungsreich.

Wie ist es denn zum Titel „Jahrhundert-Faustballer“ gekommen?

Es hat im Jahre 2000 in Österreich eine Europameisterschaft gegeben. Anlässlich des Millenniums ist bei der Europameisterschaft eine Wahl durchgeführt worden. Auch einige Vertreter aus dem südamerikanischen Verband waren vor Ort. Dann wurde eine Vorauswahl getroffen. Die beteiligten Länder haben dann letztendlich abgestimmt. Da bin ich dann zum Jahrhundert-Faustballer gewählt worden.

Welche Titel haben Sie bislang in Ihrer Sammlung?

Ich bin Rekordweltmeister. Ich bin bisher der einzige Spieler, der die Weltmeisterschaft viermal gewonnen hat. Und mit dem Verein bin ich 17-mal in der Offenen Klasse der Männer Deutscher Meister geworden. Danach bin noch 15-mal im Seniorenbereich Deutscher Meister geworden. Es sind also schon viele, viele Titel zusammen gekommen. Es gab darüber hinaus auch viele Europapokalsiege.

Wie sehen denn die Planungen von Dirk Schachtsiek nach dem Spieltag in Bösperde aus?

Ich werde mir zu Hause noch meine Sauna anstellen, auch wenn ich nur zwei Spiele bestritten habe. Aber die alten Knochen können es gut leiden, wenn ich die Muskulatur pflege.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben