Spitzenspiel

1:3 gegen Pauli: Bitterer Rückschlag für den VfL Bochum

Anthony Losilla kann es nicht fassen, wieder hat der VfL eine Torchance vergeben. Foto:imago sport

Anthony Losilla kann es nicht fassen, wieder hat der VfL eine Torchance vergeben. Foto:imago sport

Grumme.   Nach einer starken ersten Halbzeit verliert der VfL Bochum gegen den FC St. Pauli mit 1:3. Trainer Dutt ärgert sich über fehlende Absicherung.

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So langsam leidet der VfL Bochum unter einem St.-Pauli-Fluch. Im letzten Heimspiel des Jahres gewann der Kiez-Klub zum vierten Mal in Folge gegen den Revierverein. Beim intensiven, temporeichen Zweitliga-Spitzenspiel setzte sich der Gast mit 3:1 durch. Bochum ist vor dem letzten Hinrunden-Spieltag damit nur noch Tabellensiebter - und ärgerte sich vor allem über den Rückstand nach einer starken ersten Halbzeit. „Wir haben dem Gegner zu viele Chancen zugelassen, die Absicherung war nicht gut“, sagte Trainer Robin Dutt.

Er nahm nach dem 0:0 in Magdeburg nur eine Änderung vor, für den gesperrten Chung-yong Lee spielte Görkem Saglam im offensiven Mittelfeldzentrum. Bei St. Pauli saß der Ex-Bochumer Dimitrios Diamantakos zunächst nur auf der Bank. Dabei setzte Coach Markus Kauczinski auf eine Doppelspitze mit Sami Allagui und Henk Veermann.

Sofort ist Tempo drin

Eine offensive Ausrichtung, der St. Pauli sofort Taten folgen ließ. Doch Veermann konnte Losillas Ballverlust nicht sinnvoll nutzen nach nur wenigen Sekunden. Auf der anderen Seite verpasste Lukas Hinterseer die Freistoß-Flanke von Görkem Saglam nur knapp.

Es war direkt Tempo drin an diesem Montagabend vor 23.000 Zuschauern, ein Abtasten entspricht nicht der Mentalität der beiden Spitzenteams der 2. Liga.

Nachdem Allagui mit Wucht das Außennetz getroffen hatte, übernahm der VfL klar die Feldhoheit, St. Pauli zog sich zurück, Tim Hooglands Freistoß zischte knapp vorbei - und der Gast schlug eiskalt zu. Nach Luca-Milan Zanders Flanke blieb Jan Gyamerah am Boden kleben, im Gegensatz zu Allagui, der aus gut fünf Metern per Aufsetzer einköpfte. 0:1, 15. Minute.

Die Antwort kam prompt, doch Saglam traf nach Hinterseers Zuspiel aus spitzem Winkel nur das Außennetz (17.). Sidney Sams 16-Meter-Schuss war leichte Beute für Torwart Robin Himmelmann (20.). 79 Prozent Ballbesitz hatte Bochum nach 20 Minuten - aber St. Pauli führte.

Hinterseer erzielt den Ausgleich

Der VfL drückte, kam aber nicht entscheidend durch - bis zur 35. Minute. Saglam, der die Bälle hervorragend verteilte, passte halbhoch quer in den Strafraum, wo der diesmal viel frischer als zuletzt auftretende Hinterseer Klasse zeigte. Halb rutschte er, halb flog der Torjäger in den Ball und versenkte ihn im Fallen im rechten Eck. 1:1, der verdiente Ausgleich.

Doch wieder wurde Bochum kalt erwischt, erneut nach einem Konter. Miyaichi entwischte dem aufgerückten, sonst starken Danilo Soares und fädelte dann am Fuß von Manuel Riemann ein. Elfmeter. Doppeltes Pech: Riemann hielt den Schuss von Allagui, doch Veermann versenkte den Nachschuss. Dass der Torschütze regelwidrig viel zu früh in den Strafraum gerannt war, interessierte Schiedsrichter Benedikt Kempkes nicht. 1:2 (42.).

Von Atempause aber weiter keine Spur, Bochum blieb spielfreudig, und Weilandts Kopfball strich haarscharf über den Querbalken (44.).

Riemann hält Bochum im Spiel

Sekunden nach dem Wiederanpfiff fiel fast die Vorentscheidung, doch Dudziak scheitert frei vor Riemann am Bochumer Torwart. Der VfL, der bei seinem offensiven Stil mit einer oft bis ins letzte Drittel aufgerückten Viererkette stets höllisch und mitunter erfolglos auf Konter aufpassen musste, ergriff wieder die Initiative, Sams Drehschuss aber wurde zur Ecke abgeblockt, ebenso wie auf der anderen Seite dann Sobotas Distanzversuch.

St. Pauli griff nun früher an, Bochums Dauerdruck ließ nach, und Trainer Dutt stellte um auf ein 4-4-2: Mit Silvere Ganvoula kam die einzige verbliebene Offensivkraft von der Bank, der gut aufgelegte Saglam, ein klassischer Zehner, musste daher weichen.

Ein Konter besiegelt die Niederlage

Die Gäste aber hatten Bochum nun deutlich besser im Griff und Chancen zum 3:1 in diesem offenen Schlagabtausch, der Werbung für den Fußball in Liga zwei war. Veermann schoss weit drüber, ehe Ganvoula erstmals in Szene gesetzt wurde: Nach Weilandts Flanke konnte Himmelmann seinen Kopfball aus kurzer Distanz mit dem Fuß glänzend parieren (75.).

Dem Pech folgte das Glück, dass der Lupfer des gefährlichen Veermann knapp vorbei ging und Allagui an Riemann scheiterte (80./82.). Sam vergab den möglichen Ausgleich, ehe St. Pauli nach einem weiteren Konter alles klar machte. Veermann bediente Möller Daehli, der nur einschieben musste. 3:1. Diesmal blieb das Bochumer Happy-End aus.

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