Fußball-Westfalenliga

Aktionstag: DJK TuS Hordel zeigt klare Kante gegen Rechts

Zum sportlichen Höhepunkt des Aktionstages gegen rechts spielt die erste Mannschaft des TuS Hordel - vor dann hoffentlich gut gefüllten Rängen.

Zum sportlichen Höhepunkt des Aktionstages gegen rechts spielt die erste Mannschaft des TuS Hordel - vor dann hoffentlich gut gefüllten Rängen.

Foto: Sebastian Sternemann / FUNKE Foto Services

Bochum.  Zum Tag der Amateure hat sich Fußball-Westfalenligist TuS Hordel etwas Besonderes ausgedacht. Manager Jörg Versen erklärt die Aktion gegen Rechts.

Am 13. Oktober ist wieder der „Tag der Amateure“, an dem etliche Fußballvereine in ganz Deutschland ihren Sport feiern. Auch die DJK TuS Hordel beteiligt sich. Unter dem Motto „Laut gegen Rechts“ finden am Sonntag an der Hordeler Heide zwischen 11 und 18 Uhr zahlreiche Aktionen statt. Im Interview verrät DJK-Manager Jörg Versen mehr dazu.

Wie kam es zu dem Motto „Hordel laut gegen Rechts“?
Jörg Versen: Wir waren auf der Suche nach einem vernünftigen Motto für den Tag der Amateure. Es sollte hier nicht nur um Bier für den kleinen Preis gehen. Da kam die Idee auf, klare Kante gegen Rechts zu zeigen. Wir haben das Thema ohnehin schon seit Saisonbeginn angeschoben, haben zum Beispiel auf den Saisonplanern, auf den Eintrittskarten und am Kassenhäuschen den Schriftzug „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ stehen – von daher hat es gut gepasst.

Wie sind die ersten Reaktionen ausgefallen?

Wir haben vereinzelt Reaktionen bekommen, wie: Seit wann haben wir denn in Hordel Probleme mit Rechts? Aber das waren nur ein paar wenige. Ansonsten haben wir ein riesiges positives Feedback bekommen, von den Menschen in Hordel, von anderen Vereinen und von Sponsoren. Ich bin keiner, der mahnend mit dem Finger durch die Gegend rennt. Wir finden es einfach wichtig, dieses Thema immer wieder auf den Plan zu rufen und den Finger in die Wunde zu legen.

Haben Sie beim Fußball schon rechtsextreme Fälle erlebt?
Bei uns in Hordel sind wir von der Jugend bis zur ersten Mannschaft Multi-Kulti, bei uns im Verein gibt es so etwas nicht. Aber natürlich werden von Außen manchmal unschöne Dinge reingerufen, teils schon bei den Jugendspielen. Es ist mit Sicherheit besser geworden, aber auch bei uns im Ruhrgebiet gibt es immer noch Spielabbrüche und Eskalationen. Gerade deswegen kann man nicht genug Präventionsmaßnahmen fahren. Wir wollen die Leute anregen, genau darüber nachzudenken, was man sagt.

Was für Aktionen sind konkret geplant?
Es soll ein großes Fest und ein schönes Miteinander werden. Wir bieten an der Hordeler Heide von 11 bis 18 Uhr Fußball, beginnend mit dem Topspiel der U19 gegen Waltrop bis zum Spiel der ersten Mannschaft gegen Schüren. Daneben gibt es ein großes Programm mit Kicker, Tombola und Co. Dazu sind viele Partner mit Aktionen dabei. Zum Beispiel kommt die Sparkasse mit einer Hüpfburg, das Fanprojekt mit Speedsoccer, die Breitensportabteilung öffnet ein Café, und der Fan-Club Bochum-Hordel sorgt für eine Hüttenparty mit DJ. Außerdem können wir mit Hilfe der Deutschen Sportausweis GmbH und Iberimex Cola, Fanta und Bier für einen Euro anbieten. Alle zeigen Flagge, das finde ich toll. Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten und den Menschen einen schönen Tag machen. Ich möchte betonen, dass wir das Motto nicht ins Leben gerufen haben, um Kohle zu machen. Wir nehmen ja auch keinen Eintritt. Natürlich wollen wir uns aber auch als Verein präsentieren und freuen uns, wenn die Stimmung gegen Rechts nachher beim Spiel in Unterstützung für unsere Jungs übergeht.

Was halten Sie generell vom Tag der Amateure?
Ich denke, das ist eine wichtige Geschichte. An dem Tag kann der Amateursport zeigen, wozu er fähig ist. Wir in Hordel schauen ja gerne über den Tellerrand hinaus. Am Tag der Amateure wollen wir zeigen, das auch in der Westfalenliga geil gezockt wird und Sport darüber hinaus bewegen kann. Ich träume davon, dass über 1000 Leute an diesem Tag an die Hordeler Heide kommen. Vor so einer Kulisse zu spielen, das wäre auch für die Jungs ein besonderes Erlebnis.

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