Serie - Heimtraining

Dartpfeile aus Bochum fliegen online rund um die Welt

Ingo Neuhaus konnte lange Zeit nur noch daheim spielen. Das könnte sich bald ändern.

Ingo Neuhaus konnte lange Zeit nur noch daheim spielen. Das könnte sich bald ändern.

Foto: Ingo Goebel

Bochum.  Wegen der Coronakrise ruht auch der Sport. In unserer Serie stellen wir Bochumer vor, wie sie sich fit halten. Heute: Darts-Spieler Ingo Neuhaus.

Darts ist eine der wenigen Sportarten, die sich mit wenig Mitteln auch zu Hause gut trainieren lassen. Doch zum Reiz von Darts gehören auch die Turniere, die wegen der Corona-Pandemie aber alle abgesagt oder verschoben worden sind. Alternativen gibt es jedoch online. Ingo Neuhaus von der zweiten Mannschaft des DSC Bochum spielt täglich gegen Gegner aus aller Welt.

„Alleine werfe ich jetzt nur noch zum Aufwärmen auf das Board, ansonsten spiele ich online. Man braucht ja auch jemanden, der einen fordert“, sagt der 59-Jährige. Über das Online-Portal webcamdarts.com kann er online kostenlos gegen andere Darts-Spieler antreten. Die Kamera ist dabei auf das Board gerichtet, damit jeder Wurf nachvollzogen werden kann. Außerdem haben die Spieler ein Mikrophon, so dass miteinander kommuniziert werden kann.

130 Spiele in zwei Monaten

„Der Austausch untereinander gehört für mich dazu. Ich habe jetzt 130 Spiele in zwei Monaten gemacht, da war nur ein unfreundlicher Typ dabei“, erzählt Neuhaus: „Man kann immer spielen, je nachdem, wer in den Zeitzonen wach ist. Morgens kann man gegen Australier spielen, mittags gegen Italiener, Spanier, Engländer und so weiter. Die Leute freuen sich, wenigstens online mal auf andere Menschen zu treffen.“

Natürlich ist auch etwas Ehrgeiz mit dabei. Die Gegner kann man je nach Leistungsstand auswählen. Die Ergebnisse werden in Tabellen gelistet, regelmäßig finden Turniere statt. Neuhaus spielt außerdem bei einer NRW-Online-Liga mit, die wegen der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde.

Emotionale Atmosphäre fehlt

Die emotionale Atmosphäre von Darts-Turnieren fehle zwar, aber der 59-Jährige ist froh, überhaupt auf andere Spieler treffen zu können. „Ich wollte zu dieser Zeit eigentlich durch England tingeln, das ist jetzt meine Alternative“, so Neuhaus: „Es macht viel Spaß und funktioniert auch technisch ganz einfach. Das größte Problem für mich, war in diesen Zeiten an eine Kamera zu kommen.“

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