Corona-Regeln

Corona-Regeln: FLVW macht weiter, stoppt aber Jugend-Ligen

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Rote Karte für Ungeimpfte: Der Fußball-Spielbetrieb in Westfalen läuft auch mit der 2G-Regel weiter.

Rote Karte für Ungeimpfte: Der Fußball-Spielbetrieb in Westfalen läuft auch mit der 2G-Regel weiter.

Foto: Socrates Tassos / Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Ruhrgebiet.  Der Fußballverband Westfalen hat sich gegen den allgemeinen Stopp der Saison wegen 2G entschieden. Der Verband rief immer wieder zum Impfen auf.

Im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen wird es vorerst keinen Spielstopp geben. Der Spielbetrieb bleibt auch nach Einführung der 2G-Regel, die ab dem heutigen Mittwoch gilt, unangetastet — der Verband will den Druck auf Ungeimpfte so hochhalten. „Es war Zeit genug, sich zu impfen“, ist die Position, die der Verbands-Vizepräsident Manfred Schnieders dazu vertritt.

Immer wieder hatte der Fußball-Verband seit dem Sommer seine Spielerinnen und Spieler aufgerufen, sich impfen zu lassen. Aufgrund der zu niedrigen Impfquote gilt in NRW ab Mittwoch die 2G-Regel. Am Dienstagabend beschloss das Verbandspräsidium gemeinsam mit den Kreisvorsitzenden nun, die kommenden Spieltage bis zur Winterpause nicht abzusetzen. In einem Anschreiben an die Vereine vom Mittwoch heißt es, der Beschluss sei einstimmig gefallen.

Dagegen soll der Spielbetrieb der A- und B-Junioren sowie der B-Juniorinnen bis Ende des Jahres ausgesetzt werden. In dieser Altersgruppe sind deutlich weniger Spielerinnen und Spieler geimpft als bei den Erwachsenen. Die 2G-Regel gilt für alle ab 16 Jahre. Alle Spielerinnen und Spieler bis einschließlich 15 Jahre gelten als grundsätzlich getestet (durch die Schule) und sind von der 2G-Regel nicht betroffen.

Der Verband schreibt, dass Trainings- und Freundschafts-Spielbetrieb in diesen Alterklassen aber weiterlaufen kann, wenn 2G eingehalten wird. Wenn Mannschaften wollen, können sie sogar die eigentlich abgesetzten Pflichtspiele austragen. Das solle „insbesondere Mannschaften mit einer guten Impfquote nicht einschränken.“

Für die Erwachsenen heißt das, dass am kommenden Spieltag nur Spieler auflaufen dürfen, die im Sinne der Corona-Schutzverordnung als geimpft oder genesen gelten. Mannschaften, die dadurch in Personalprobleme geraten, müssen ihr Team zum Beispiel mit Spielern aus der zweiten Mannschaft auffüllen.

Corona-Regeln: Personalnot wegen 2G könnte zu Spielabsagen führen

Wenn Mannschaften nicht mehr über genug Spieler verfügen, weil der Anteil der Ungeimpften im Kader zu hoch ist, können sie nicht antreten, das Spiel wird nicht gewertet. „Die Vorgaben sind da ganz klar“, sagte Manfred Schnieders zur „Westfalenpost“: „Ein Spiel fällt erst dann aus, wenn Infektionen vorliegen, beziehungsweise mindestens drei Spieler in Quarantäne sind.“ Spieler, die aufgrund der nun geltenden Vorgaben nicht am Spielgeschehen teilnehmen können, „gelten quasi als gesperrt“.

Für die Kontrolle der Regeln ist voraussichtlich der Heimverein verantwortlich – so wie im vergangenen Sommer, als zeitweise die 3G-Regel galt. Nun fällt lediglich das dritte „G“ für „Getestet“ weg. Auch für Zuschauerinnen und Zuschauer gilt laut der neuen Verordnung die 2G-Regel.

Verband Niederrhein diskutiert über vorzeitige Winterpause

Auch der Fußballverband Niederrhein hatte am Dienstag zunächst bekanntgegeben, die Niederrhein-Pokalspiele am Mittwochabend austragen zu wollen. Dabei kommt es in Essen zur kuriosen Situation, dass Amateurmannschaften wie ETB Schwarz-Weiß oder Adler Union Frintrop unter der 2G-Regel gegen die Regionalliga-Teams von Rot-Weiß Oberhausen oder SV Straelen antreten. Diese werden als Profimannschaften eingestuft, für sie gilt vorläufig noch 3G.

Im Verband wird aber über eine vorzeitige Winterpause diskutiert, unter anderem Schwarz-Weiß Essens Luca Ducree sprach sich gegenüber dieser Redaktion dafür aus.

Spielabsagen wegen Corona-Fällen

Obwohl der Spielbetrieb in Westfalen weiterläuft, betreffen die steigenden Corona-Zahlen natürlich auch den Amateurfußball. Fußball-Oberligist TSG Sprockhövel, der schon am Wochenende gegen Wattenscheid 09 nicht antreten konnte, meldete zu Beginn der Woche vier weitere (und damit insgesamt neun) Corona-Infektionen im Kader der ersten Mannschaft. Das Spiel am Sonntag gegen Eintracht Rheine ist abgesetzt. Auch das Topspiel der Bezirksliga 10 wird nicht stattfinden: Die Sportfreunde Wanne-Eickel haben mehrere Corona-Fälle in ihrem Kader, müssen deshalb ihr Spiel gegen CSV SF Bochum-Linden verschieben. (phz)

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