Tanzsport

Mit gesellschaftspolitischem Ansatz zum Titelgewinn

Tanzsport - FG Bochum/Velbert

Foto: Oliver Schinkewitz

Tanzsport - FG Bochum/Velbert Foto: Oliver Schinkewitz

Bochum/Velbert.   Bei der Deutschen Meisterschaft im Formationstanzen plant das Lateinteam der FG Bochum/Velbert am Samstag (ab 14 Uhr) den Angriff auf den Titelverteidiger.

Das über Monate bestens gehütete Geheimnis ist gelüftet. Bei der Deutschen Meisterschaft im Formationstanzen wird das Lateinteam von der FG Bochum/Velbert am Samstag (ab 14 Uhr) in der Bremer ÖVB-Arena zum Musikthema „One World“ tanzen und plant damit den Angriff auf den Titelverteidiger, Weltmeister Grün-Gold-Club Bremen. Ausgerechnet vor dessen eigenem Publikum hofft die einzig verbliebene NRW-Formation in der Eliteklasse, den Favoriten zu Fall bringen zu können.

Die Idee zu diesem kreativen Sechs-Minuten-Werk kam Cheftrainerin Astrid Kallrath bei der letztjährigen Weltmeisterschaft, als bei der Siegerehrung die Teams aus vielen Nationen an ihrer Mannschaft vorbeischritten. „Dieses Stimmengewirr, dieses internationale Flair – da wurde mir bewusst, wie schön die grenzüberschreitende Kulturvielfalt ist“, fand die 49-Jährige in der Basis für ihr neues Programm einen gesellschaftspoltischen Ansatz. „Im Mikrokosmos Tanzsport sind Rassendiskriminierung und Schubladendenken kein Thema. Uns alle verbindet die gleiche Liebe zur Musik und zum Tanzen. Unsere Welt ist bunt, und wir begegnen einander mit Respekt und Wertschätzung.“ Um dies alles zu thematisieren, konstruierte Kallrath einen Einmarsch, der auf Musik verzichtet, stattdessen aus einem von einem professionellen Sprecher (auf Englisch) intonierten, einleitenden und das Thema erläuternden Text besteht. Selbst in Gebärdensprache drücken sich dabei die 16 FG-Tänzer aus.

Acht neue Tänzer wurden integriert

„In der Formations-Bundesliga sollten wir es uns leisten können, etwas zu sagen zu haben“, erklärt Astrid Kallrath, die das neue Musikkonzept gemeinsam mit ihrer Mannschaft sowie den weiteren Trainern Steffen Runge, Miriam Perplies und Darko Viner erarbeitet hat.

„Wir haben jetzt schon einen hohen Automatisierungsgrad des Programms erreicht und wollen das noch weiter steigern bis zur Deutschen Meisterschaft“, so Kallrath. Die letzten personellen Entscheidungen sind gefallen, vor der Saison hatte die FG Bochum/Velbert gleich acht neue Tänzer ins 20-köpfige Team einbauen müssen. „Ich hoffe, am Samstag wird auch der Schwierigkeitsgrad der Choreographie entsprechend gewürdigt – sofern wir die Leistung bringen, die ich von unserer Mannschaft erwarte“, erklärt die Trainerin.

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